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Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Einen radikalen Bruch

Einen radikalen Bruch erlebte die Forstwirtschaft im Herzogtum Sachsen- Altenburg im 19. Jahrhundert. Zur Intensivierung der Forstwirtschaft wurden neue Wirtschaftsweisen eingeführt. 1837 demonstrierte Wilhelm von Cotta seine in Sachsen erprobten Methoden, indem er die Leitung der Neueinrichtung des Leinaforstes übernahm und damit ein Beispiel für die Bewirtschaftung aller fürstlichen Forste im Herzogtum schuf. Verbunden waren damit – und nur das interessiert im hier betrachteten Zusammenhang – der generelle Übergang von der Mittelwald- zur Hochwaldwirtschaft, die Ausweitung der Nadelbaum- Monokulturen (insbesondere Fichte) und der vollständige Abtrieb der Tannenbestände im Leinaforst. 3.3 Zur Verwendung von Bauholz im Altenburger Osterland Die bäuerlichen Bauten im Altenburger Osterland sind fast immer holzintensiv erbaut worden (FUCHS in: FUCHS & SALAMON 1985: 22). Holzintensiv sind aber auch viele Bürgerhäuser im Stadtgebiet von Altenburg sowie repräsentative Gebäude errichtet worden; einige Gutachten spiegeln das wider. Während die verschiedenen Haustypen und deren Entwicklung in mehreren Abhandlungen vorgestellt worden sind, ist die zum Bau eines Gebäudes im Altenburgischen früher notwendige Menge an Bauholz nur selten erörtert und in noch keinem einzigen Falle berechnet worden. Als erstes Beispiel aus der heimischen Region sei das Schulgebäude in Ehrenhain (ehemals Fuchshain) angeführt. Für dessen Bau wurden anfangs des 18. Jahrhunderts 85 Baumstämme gekauft (LÖBE 1905: 298). Ein zweites Beispiel hat der Bauer MELCHIOR ETZOLD (1780/1781) aus Schlauditz dokumentiert. Die für den Wiederaufbau seines 1780 abgebrannten Hofes erfolgten Ausgaben hielt er in einem „Holzbaubuch“ fest (ThStA Abg., Nachlass Apel, Nr. 709). Danach kaufte er 1780/81 aus der Leina 190 Stämme für 252 Rth. 19 gr. und später 36 Stämme für 191 Thl. 14 gr. 3,5 Pfg. 1781 kaufte er weitere 5 Stämme für 18 Thl. 4 gr. 3,5 Pfg. aus dem Zechauer Tannicht, 6 Stämme für 17 Thl. 12 gr. aus dem Tegkwitzer Hofholz, 1 Stamm aus dem Zechauer Tannicht für 6 Thl. 4 Pfg.; 1 Fichte und 1 Espe bekam er vom Herrn von Brandenstein auf Tegkwitz geschenkt. Darüber hinaus erwarb er für 26 Thl. „Oberländisches Holz“ zu den Aufwürfen über der Stütze (Decke) in Pferde- und Kuhstall, und aus eigenem Besitz in Knau nutzte er Eichen, Eschen und Erlen für 250 Thl. zu Schwellen und Stückhölzern, den Kuhstall zu bohlen. Für den Wiederaufbau des Gehöftes erwarb er also insgesamt 240 Stämme und nutzte weiteres Holz aus eigenem Besitz. Das eingesetzte Bauholz hatte einen Gesamtwert von 760 Thl. 49. gr. 11 Pfg.

Konkrete Angaben zum Holzbedarf beim Hausbau liegen aber aus anderen Teilen Deutschlands vor. Für ein Umgebindehaus („Normalausführung“ aus Blockstube mit Umgebinde, massivem Flur- und Stallteil, Fachwerkoberstock) mit einer Grundfläche von 7 x 14 m und einer Geschoßhöhe von 2,30 m gibt BERNERT (1988: 154 – 155) einen Holzbedarf von 50 m 3 an. Wenn die Blockstube durch eine Bohlenstube ersetzt wurde, betrug die Holzeinsparung 4 m 3 . Da im Amt Altenburg oft Mangel an Bauholz herrschte, ist wiederholt versucht worden, den Holzverbrauch durch Verordnungen zu mindern. In dem aus forstwirtschaftlicher Sicht wünschenswerten Maße ist das jedoch nicht gelungen. Eine Bestimmung dieser Art ist schon in der Ernestinischen Landesordnung von 1556 enthalten. Unter LXIII („Vom Holtzkauff“) wird der Verkauf von Bau- und Brennholz „aus unseren Landen“ verboten. Gleichzeitig werden im Abschnitt LXIIII („Bawen“) Vorschriften zur Förderung und Verwendung von Steinen beim Hausbau erlassen. Über weite Entfernungen und damit in andere Herrschaftsbereiche wurde Bauholz aus den Forsten der Altenburger Umgebung in historischer Zeit deshalb tatsächlich nur selten abgegeben. Es muss schon als eine Ausnahme angesehen werden, dass der Kurfürst 1540 Luther den Bezug von 35 Stämmen Bauholz (Eiche, Tanne und Aspe) aus der Leina zur Instandsetzung für ein Familiengut in Zöllsdorf bewilligt hat (Neue Sächsische Kirchengalerie: 540 – 544; LÖWE 1999). 4. Ergebnisse 4.1. Die dendrochronologische Untersuchung von Bauhölzern – Ergebnisse und Diskussion 4.1.1 Die im Altenburger Osterland verwendeten Bauholzarten 4.1.1.1 Eichenholz Bei den vorliegenden dendrochronologischen Untersuchungen wurde Eiche (Anm. 3) nur selten ermittelt. Unter den 608 untersuchten Hölzern aus dem Altenburger Land (Tab. 2 und 5) wurden lediglich 46 Eichen festgestellt (7,6%). Damit ist Eiche als Bauholz in unserer Statistik möglicherweise unterrepräsentiert, doch decken sich unsere Ergebnisse annähernd mit denen, die SCHOLZ (1998: 204) aus dem in der Nähe gelegenen Breunsdorf (bei Borna) vorlegt hat. Er spricht von „ ... Eichenholz, welches in Breunsdorf nur selten als Bauholz nachgewiesen werden konnte.“

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