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Interstandox 1-05

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Mit der Farbe reden!

Mit der Farbe reden! Oder: wie Sie die Farbtonproblematik in den Griff bekommen. Zwischen den wenig abwechslungsreichen Kutschenlackfarben des 18. Jahrhunderts und der kunterbunten Vielfalt aktueller Automobil-Farbtöne liegen mehr als zweihundert Jahre – und Welten. Schwarz, Rotbraun und Grün galten damals als „Renner“. Andere Töne waren kaum verfügbar oder erschwinglich. Heute ist die Welt des Lackierers technologisch höchst anspruchsvoll und von einer nahezu unübersehbaren Farbtonvielfalt geprägt. Zwischen 1980 und 2005 hat sich die Farbtonpalette von 3.500 auf über 60.000 Töne entwickelt. Und pro Jahr kommen weitere 800 Farbtöne dazu. Die Fahrzeuge auf unseren Straßen werden wieder bunter und schillern in Blau, Gelb und Grün. Auch Silber, Lieblingsfarbe der Autofahrer, wird in Zukunft farbiger getönt. Generell werden Farbflops und Effekte einen höheren Marktanteil einnehmen. Wie entsteht ein Farbton? Der Wunsch nach stärkerer Individualisierung und das Folgen nach aktuellen Modetrends führen zu einer stetig steigenden Anzahl von Effektlacken und Sonderfarben für spezielle Neuwagen-Modelle eines Herstellers. Lange bevor ein neuer Farbton in Serie geht, werden von den Designern der Automobilhersteller zunächst Stylingund später so genannte Master-Panels gefertigt. Diese Urmuster werden unseren Coloristik Labors zur Formelerstellung zur Verfügung gestellt. Diese Formeln sind zu den Farbtonmustern nahezu identisch. Dennoch gibt es eine Reihe an Einflussfaktoren, die in der Folge zu Unterschieden bei ein und demselben Farbton führen. 12 Farbabweichungen in der Serie Die Gründe für Farbton-Schwankungen in der Serienproduktion moderner Fahrzeuge sind vielfältig. So haben zum Beispiel die verschiedenen Produktionsstätten eines einzelnen Herstellers unterschiedliche – Applikationsverfahren – Ablüftzeiten – Verarbeitungsklimas – Lacklieferanten und Lackqualitäten Bei den verschiedenen Applikationsverfahren kommt es zu unterschiedlichen Ausrichtungen der Effektgeber, z. B. Pearls, Metallics oder Xyrallics. Unterschiedliche Produktionsstätten haben auch unterschiedliche Zuführungs-, Verarbeitungs- und Trocknungsparameter. Verschieden getönte Untergründe, die eingesetzten Lackmaterialien (Wasserlacke, Pulverlacke, Nano-Klarlacke) sowie die jeweiligen Rezepturen der Lacklieferanten nehmen ebenso Einfluss auf die Farbtongenauigkeit. Unterschiedliche Produktionsstätten unterschiedliche Applikationsverfahren Handlackierung maschinelle Lackierung per Roboter elektrostatische Lackierung

Umwelteinflüsse Auch die Wartung und Pflege des Fahrzeugs und in welcher klimatischen Umgebung es genutzt wird, wirken auf die „visuelle Haltbarkeit“ der Lackoberfläche und verändern auch den stabilsten Farbton. Ursachen können zum Beispiel sein: – Verfärbung – Chemikalien-Emission – Vogelkot und Harze – Waschanlagen – Veralterung – UV-Strahlung – Ozon unterschiedliche Ausrichtung der Effektgeber Richtig Falsch Metallic-Lackierung deformierte Aluminiumteilchen (Metallics) Ringleitung Farbabweichungen bei der Reparaturlackierung Folgende Faktoren können bei der manuellen Applikation in der Werkstätte Auswirkungen auf die Passgenauigkeit des Farbtons haben: – deckend oder nicht deckend lackiert – Basislackauftrag nass oder trocken (Spritzvorschrift beachten!) – farbiger Untergrund – falsche Lichtverhältnisse – falsche Farbtonprobe – zu hohe Schichtdicke – verschmutzte Lackierpistolen – ungenaue Viskositätseinstellung – Kabinentemperatur zu hoch oder zu niedrig Farbtöne exakt ermitteln Jeder Lackierer hat seine eigene Handschrift, sein eigenes „Printbild“. Seine Arbeitstechnik, sein System und seine technische Ausrüstung (Spritzpistole etc.) sind entscheidend für das jeweilige Lackierergebnis. Ein konsequentes Vorgehen bei der Farbtonermittlung hilft Fehler zu vermeiden. Reinigen und polieren Sie zuerst eine größere unbeschädigte Fläche für die exakte Farbtonfindung. Vergleichen Sie das Urmuster aus der Color Box mit dem Fahrzeug. Erstellen Sie eine COLORISTIC NEWS Farbtonprobe und vergleichen Sie den Farbton mit dem Fahrzeug. Sprechen Sie mit der Farbe! Farbe, wie bist du? Ist die Abweichung zu rot, zu grün? Sehen Sie nach, ob es Nuancen oder Serviceformeln gibt. Achten Sie besonders darauf, dass Sie das Spritzmusterblech in derselben Lage (horizontal oder vertikal) anfertigen, wie das Fahrzeugteil anschließend lackiert wird. Beschreiben Sie anschließend ausführlich das passende Spritzmuster mit Ihrem Namen, dem ermittelten Farbtoncode, der Rezeptur, Düse, Druck, Verarbeitungstemperatur und Viskosität. Merke! Die Color Box ist eine erste Hilfe für die Findung des Farbtones und zur Orientierung gedacht. Das Spritzmuster wird zur exakten Definition des Farbtones gemacht und eventuelles Beilackieren dient zur endgültigen Farbanpassung am Objekt. Die Kunst des Lackierens. Mehr noch als jeder Autokäufer haben Sie als Autoreparaturlackierer die „Qual der Wahl“, um den jeweils richtigen Farbton zu bestimmen – oder zu nuancieren. Letztendlich entscheiden Sie als Fachmann und Experte über Mittel und Wege bei der Reparaturlackierung und bestimmen ganz wesentlich mit, ob der Kunde mit dem Ergebnis zufrieden ist. Praxistipps für Nuanceure und Lackierer: 1. Bringen Sie Logistik in den Arbeitsablauf der Lackvorbereitung. 2. Rühren Sie in bestimmten Zeitabständen die Mischlacke auf. 3. Achten Sie auf einen sauberen Arbeitsplatz im Mischbereich: – steht die Waage fest und im Lot? – sind die Tastaturen von Waage und PC sauber? – sind die Ausgießer der Rührdeckel verschmutzt? 4. Gehen Sie sorgfältig mit Ihrer Farbtondokumentation um. 5. Sichern Sie sich regelmäßig die elektronischen up-dates der aktuellen Farbtonformeln. 6. Beachten Sie die Lichtverhältnisse in der Lackiererei: – setzen Sie die richtige Lichtquelle ein (z. B. Tageslichtröhre TL-D Spezial 65) 7. Denken Sie an die richtige Umgebungsfarbe in der Lackiererei! – weiße oder lichtgraue Wände sind ideal – graue Arbeitskleidung und helle Lackieroveralls verwenden. Knallige oder bunte Oberteile beeinflussen die Farbtonerkennung! 8. Überprüfen, warten und reinigen Sie regelmäßig das technische Equipment. 9. Legen Sie ein Farbmusterarchiv an. 10. Besuchen Sie regelmäßig die Standox Nuancier- und Farbmetrikkurse. 13

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