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Ökobilanz für typische YTONG - Institut für ökologische ...

Ökobilanz für typische YTONG - Institut für ökologische ...

36 Wirkungsabschätzung

36 Wirkungsabschätzung Mit dem Treibhauseffekt wird eine Vielzahl von Wirkungen umschrieben, die aus der Erwärmung der Atmosphäre resultieren. Dazu gehören neben einem steigenden Meeresspiegel auch die Zunahme extremer klimatischer Ereignisse wie Orkane, Sturmfluten, Dürrekatastrophen etc. Auch Änderungen in der Zusammensetzung und dem Verbreitungsgebiet von Flora und Fauna sind bereits zu beobachten. Dazu kommt die gegenseitige Verstärkung von Treibhauseffekt und Ozonabbau. Die Erwärmung bodennaher Schichten ist verbunden mit einem Temperatur- rückgang in der Stratosphäre, was wiederum den Ozonabbau begünstigt. Die durch den Ozonabbau ermöglichte verstärkte UV-Einstrahlung schädigt u.a. das empfindliche Meeresplankton, bei dessen Absterben zusätzliches Kohlendioxid freigesetzt und damit erneut der Treibhauseffekt angeheizt wird. 3.1.3 Versauerung Die Versauerung stellt einen Sammelbegriff für mehrere unterschiedliche Wirkungen dar. Zurückzuführen ist das Phänomen auf Schwefeldioxid- und Stickoxidemissionen aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe in Kraftwerken und in zunehmendem Maße aus dem motorisierten Verkehr. Darüber hinaus tragen auch Emissionen von Ammoniak, Chlor- und Fluorwasserstoff zur Versauerung bei. Schwefeldioxid- und Stickoxidemissionen reagieren mit Luftsauerstoff und Wasser zu Schwefel- oder Salpetersäure. Vom Säureeintrag betroffen sind Gewässer, Böden und Pflanzen sowie Gebäude, je nachdem, wohin die luftgetragenen Schadstoffemissionen durch Abregnen gelangen. Als direkte Wirkung auf Pflanzen wird die Wachsschicht auf den Blättern, die als Verdunstungs- und Schädlingsschutz dient, angegriffen; darüber hinaus sind Verätzungen der Baumrinde zu beobachten. Der Säureeintrag in Böden und Gewässer beeinträchtigt deren Neutralisationsfähigkeit und damit das ökologische Gleichgewicht. Erkennbare Folge ist das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten in Gewässern. Die Bodenversauerung zieht eine ganze Reihe von Wirkungen nach sich: Zum einen wird die Anfälligkeit der Pflanzen für Krankheiten erhöht. Daneben werden lebensnotwendige Nährstoffe ausgewaschen und damit den Pflanzen entzogen. Schwermetalle und Aluminiumionen, die reichlich im Boden vorhanden (und toxisch) sind, werden ausgelöst, können dann von Pflanzen aufgenommen werden und so in die Nahrungskette oder ins Grundwasser gelangen. Schließlich schädigt das Aluminium bei gleichzeitigem Vorhandensein von Calcium- und Magnesium-Ionen die Feinwurzeln der Pflanzen.

37 Wirkungsabschätzung Eine weitere, bereits seit den späten 70er Jahren bekannt gewordene Wirkung der Stick- und Schwefeioxide ist das Waldsterben, zu dem auch die Ammoniak- emissionen aus der Landwirtschaft und die durch den Verkehr bedingte Photooxidantienbildung (Ozon) beitragen. 3.1.4 Eutrophierung Unter Eutrophierung ist der vermehrte Nährstoffeintrag in Böden und Gewässer zu verstehen. Der anthropogene Eintrag von Stickstoffverbindungen (Nitraten u.a.) aus übermäßigem Düngemitteleinsatz sowie von Phosphorverbindungen (Phosphaten u.a.) aus Waschmitteln oder Exkrementen aus Abwässern führt zur Überdüngung von Gewässern. Neben diesen beiden Stoffgruppen wird der CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) als Maß für den Eintrag organischer Schadstoffe herangezogen. Eine Folge des überhöhten Nährstoffangebotes ist das massenhafte Algen- wachstum. Absterbende Algen werden unter hohem Sauerstoffverbrauch zersetzt und führen so zu Sauerstoffmangel im Gewässer. Als Folgeerscheinung treten Fäulnisprozesse auf, toxische Substanzen wie Schwefelwasserstoff werden gebildet, die wiederum zum Fischsterben führen. Das bedeutet, daß mit dem erhöhten Nährstoffeintrag in Gewässer ein sensibles Wirkungsgefüge nachhaltig und z.T. unwiderruflich gestört wird. 3.1.5 Humantoxizität Humantoxizität ist ein schwer operationalisierbarer Sammelbegriff. Darunter müssen im Rahmen einer Ökobilanz so unterschiedliche Wirkungen wie Kanzerogenität, Teratogenität, chronische Schäden etc. zusammengefaßt werden. Entsprechend steht derzeit noch kein allgemein akzeptiertes Verfahren zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Humantoxizität in einer Wirkungsabschätzung abgebildet werden könnte. Das Spektrum der Diskussion reicht von Einzelstoffbewertungen, wie sie vom Umweltbundesamt in der Ökobilanz von Getränkeverpackungen vorgenommen wurden (Schmitz et al. 1995), bis zu Aggregationen zu einem Wert durch Gewichtungen mit Hilfe von Grenzwerten wie den NOEC-Werten (no observed effect concentration, d.h. Konzentration, bei der keine Effekte beobachtet werden können).

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