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(Evelyn Hang PEP Bericht f\374r Webseiten)

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Die Zusammenarbeit mit

Die Zusammenarbeit mit den Kindern bei der Erstellung der Klassenregeln ist positiv zu bewerten, da sie dazu beiträgt, dass die SchülerInnen sich mit den Regeln identifizieren und diese akzeptieren und verinnerlichen. Die Frage nach dem „warum?“ erübrigt sich- gemeinsam erstellte Regeln werden nicht angezweifelt. Untersucht man die Regelsätze (siehe Anhang 2.1) auf ihre Formulierung, so kann man feststellen, dass sie alle die letzten vier Kriterien des Regelkatalogs erfüllen. Das persönliche Fürwort „Wir“ leitet jeden Satz ein, die Regeln sind kurz, enthalten nur Vollverben und gelten sowohl für die Lehrerin als auch für die SchülerInnen. Allerdings ist nicht nur das erwünschte Verhalten beschrieben, sondern es wird das unerwünschte Benehmen benannt. Um den „Regeln über Regeln“ völlig gerecht zu werden, müssten einige kleine Änderungen an der Formulierung vorgenommen werden. Das mit einer negativen Konnotation verbundene Verbot „Wir rennen nicht in der Klasse“ wird dann zu dem Gebot „Wir gehen ruhig in der Klasse“ (vgl. Bergsson/Luckfiel 1998, S.118). Um zu zeigen, wie die Klassenregeln der 1a im Idealfall formuliert wären, habe ich alle Verbotssätze überarbeitet und in Gebote umgewandelt (siehe Anhang 2.2). Die Regeln 1-3 und Regel 8 bedurften keiner Änderung. Sie entsprechen bereits dem Ideal. Die Klassenregeln hängen im Klassenzimmer aus und sollen Verhaltenssicherheit und notwendige Grenzen verdeutlichen (vgl. Bergsson/Luckfiel 1998, S.63). Die Lehrerin kann bei Bedarf auf diese hinweisen und sie den Kindern vor Augen halten. Ein aussagekräftiges Erlebnis, das ich mit einem der verhaltensauffälligen Schüler der Klasse hatte, beweist, dass die Regeln mittlerweile nicht nur im Klassenraum ständig präsent sind, sondern auch in den Köpfen der Kinder. Bei einem Laufdiktat rund um den „Ei“-laut war „leise“ eines der „Lernwörter“. Kaum hatte John das Wort gelesen, meinte er: „Das ist ja einfach!“, ging zurück zu seinem Platz und übertrug das Wort kurzerhand von den über dem Pult hängenden Regelkarten in sein Heft. Ohne Blickkontakt zu den Klassenregeln zu haben, war John sich ihrer Präsenz im Zimmer und ihres Inhalts bewusst. Dennoch gibt es auch hier einen kleinen Kritikpunkt: Es ist lobenswert, dass vier Regeln durch Bilder anschaulich dargeboten werden, doch es drängt sich die Frage auf, warum nicht alle neun Regelsätze in dieser Weise aushängen. Wenn sie der Lehrerin dafür nicht wichtig genug sind, hätte sie sie als Konsequenz von vornherein nicht in den Regelkatalog aufnehmen sollen. Haben sie jedoch den gleichen Stellenwert wie die ersten vier, so wäre es von Bedeutung alle Regeln auch in gleicher Weise im Klassenraum darzustellen. 10

Noch vor meiner Praktikumszeit wurden die Kinder angewiesen, Bilder über falsches Verhalten zu malen, so genannte „Nein-Bilder“. Die Lehrerin legte diese Werke den Eltern vor und gemeinsam suchte man nach Überschriften. Das Ergebnis habe ich im Anhang 2.4 festgehalten. Anschließend sollten die Kinder die Situationen im Rollenspiel nachstellen und dem unerwünschten Verhalten durch ein lautes „Nein“ entgegenwirken. Diese Aktion fand während meines Praktikums statt. Sie diente der Einübung der Regeln und der Stärkung des Selbstbewusstseins. Die Übung entspricht genau den Idealvorstellungen von Bergsson und Luckfiel. An einem anderen Tag überlegte die Lehrerin mit den SchülerInnen, welche Bestrafung angemessen sei, wenn ein Kind gegen die Klassenregeln verstößt. Die Vorschläge der Klasse wurden an der Tafel gesammelt (siehe Anhang 2.3). Dann durfte jedes Kind einzeln nach vorne kommen und je einen Punkt hinter drei Strafen machen, die seiner Meinung nach am gerechtesten sind. Leider war die Stunde zu Ende, bevor es zu einer Auswertung der Ergebnisse kam, so dass ich diese hier nicht vorlegen kann. Sie sind für meine Beobachtungen jedoch auch ohne Bedeutung. Zusammenfassend stelle ich fest, dass „Regeln“ in der Klasse 1a vorbildlich thematisiert werden. Sie kommen dem Ideal der „Regeln über Regeln“ bis auf wenige Abweichungen erstaunlich nah. 2.2 Rituale 2.2.1 Eingrenzung durch Definition Für mich war es wichtig eine Definition für den Begriff „Ritual“ zu finden, bevor ich meine Beobachtungen begann, da er ein sehr weit gefächertes Feld von Handlungsmustern einschließt. Die Literatur bot mir mehrere ähnliche Definitionen an, von denen ich zwei hier zitieren will. „Der grosse Brockhaus“ definiert den Begriff „Ritual“ aus dem Blickwinkel der Soziologie wie folgt: „meist traditionsbestimmte, soziale Verhaltensweisen, die mit Regelmäßigkeit zu bestimmten Anlässen, in immer gleicher Form spontan hervorgebracht werden.“ (Brockhaus 1980, S.?) Im hessischen „Rahmenplan Grundschule“ findet wir eine Definition spezifisch für Rituale im Grundschulunterricht: 11

Sportabzeichen Bericht f-374r Vereinsheft 2010
(Microsoft PowerPoint - Auswertung f\374r Klasse 2.ppt)