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(Evelyn Hang PEP Bericht f\374r Webseiten)

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2. Regeln und Rituale im

2. Regeln und Rituale im Grundschulunterricht Regeln und Rituale sind in jeder sozialen Gemeinschaft unverzichtbare Bestandteile, die den respektvollen Umgang miteinander und die persönlichen Rechte eines jeden Einzelnen sichern und gewährleisten. Ohne sie wäre ein friedliches Zusammenleben kaum möglich. Gerade in einer Klassengemeinschaft haben Regeln und Rituale einen hohen Stellenwert, weshalb das Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein- Westfalen diese fest in den Richtlinien verankert hat: „Die Grundschule als die für alle gemeinsame Grundstufe des Bildungswesen, hat (...)die Aufgabe, alle Schüler unter Berücksichtigung ihrer individuellen Vorraussetzungen (...) in den sozialen Verhaltensweisen (...) umfassend zu fördern“ (Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen 2002, S.9) „Der Lehrer muß dafür Sorge tragen, daß (...) Regeln vereinbart und eingehalten werden. (...) Ebenso wichtig ist es, daß die Schule den Kindern Möglichkeiten eröffnet, Dienste für die Klassengemeinschaft oder Patenschaften für andere Kinder zu übernehmen, (...).“ (ebd., S.16; Hinweis: das Dokument ist in der alten Rechtschreibung verfasst) Selbst „Pädagogen, die sich als progressiv und alternativ verstehen“ (Straub 2002, S.1), betonen die Notwendigkeit von Regeln und Ritualen im (Grundschul-) Unterricht, allerdings mit der Einschränkung, dass diese „als Ausdruck sozial-ethischer Orientierung“ stets einer „kritischen Reflexion bezüglich ihrer Gültigkeit für andere Situationen des Zusammenlebens und ihrer Stimmigkeit mit dem pädagogischen Auftrag der Schule bedürfen. (…) Rituale und Regeln, als Momente pädagogischer Kultur, sind indes unverzichtbar.“ (Röbe 1990, S.11) Im offenen Unterricht sind sie ein genauso wichtiger Bestandteil wie in den traditionellen Lehrmethoden, da Kinder „gerade im offenen Unterricht (...) auf räumliche und zeitliche Strukturen angewiesen sind. Ich kann ihnen nicht die Sicherheit einer ständigen Führung nehmen, ohne ihnen eine andere Ordnung dafür anzubieten!“ (Winschermann 1990, S.21) In den ersten Schulwochen wird ein „Soziallernprozeß“ [!] eingeleitet, der den Kindern einen ersten Einblick in die soziale Situation Schule ermöglicht und zugleich die Grundvoraussetzungen für ein angenehmes Klassenklima und soziale Zugehörigkeit legt. (vgl. Röbe 1990, S.10) Da ich während meiner Praktikumzeit dem Unterricht einer ersten Klasse beiwohnen durfte, in der dieser Soziallernprozess noch nicht abgeschlossen war, konzentrierte ich meine Beobachtungen auf bereits vorhandene Handlungsabläufe und Regeln, die Reaktionen der Kinder sowie die Einführung neuer Regelungen und Rituale. Nicht nur die Aktualität des 8

Themas in der Klasse bewog mich zu diesem Entschluss, sondern auch mein Interesse an der Materie war bei der Wahl von großer Bedeutung. 2.1 Regeln 2.1.1 „Regeln über Regeln“ Marita Bergsson und Heide Luckfiel haben in ihrem Text „Umgang mit ‚schwierigen’ Kindern“ einen Regelkatalog erstellt, der zusammenfassend darstellt, wie (Klassen-) Regeln beschaffen sein sollten. Da ich den Inhalten zustimme und die Ratschläge für sinnvoll erachte, zitiere ich nachfolgend den betreffenden Ausschnitt aus ihrem Text: „ [1.] Eine Regel enthält ein Gebot, kein Verbot. [2.] Eine Regel ist einfach, konkret, bildhaft; sie beschreibt genau das erwartete Verhalten. (...) [3.] Eine Regel ist kurz; in einem schlichten Hauptsatz ausgedrückt. [4.] Eine Regel enthält kein „versuchen“, „sollen“, „müssen“, „können“, sondern Vollverben (...). [5.] Eine Regel soll mit „ich“ oder „wir“ beginnen, nicht mit dem unpersönlichen „man“ [6.] Regeln gelten sowohl für Schüler und Schülerinnen als auch für Lehrer und Lehrerinnen Schon der Prozess mit dem Regeln für die Klasse festgelegt werden bietet die Chance, soziales Handeln zu trainieren. Kinder und Lehrer oder Lehrerin nehmen sich Zeit, diese Regeln einzuüben, und zwar in stressfreien Situationen (z.B. im Rollenspiel) denn nur dann ist die Gruppe aufnahme- und gesprächsbereit. Sie überlegen gemeinsam, wie die Einhaltung von Regeln unterstützt werden kann.“ (Bergsson/Luckfiel 1998, S.64) Bei meinen Beobachtungen und der anschließenden Evaluation habe ich mich auf die oben aufgeführten Kriterien gestützt und mich an diesen orientiert. 2.1.2 Die Klassenregeln der 1a Zu Beginn des Schuljahrs wurden die Klassenregeln der 1a in Zusammenarbeit mit den Kindern erstellt und festgehalten. Nun hängen sie gut sichtbar für alle SchülerInnen auf DinA4-Blättern an einer Wäscheleine vorne über dem Pult. Die ersten vier Punkte der Klassenordnung, werden durch Bilder, die das gewünschte Verhalten darstellen, unterstrichen. Während meiner Praktikumzeit verwendete die Lehrerin Rollenspiele zur Vertiefung dieser Regeln und es wurden Überlegungen angestrebt, welche Bestrafungen bei Zuwiderhandlungen einzuführen seien. 9

Sportabzeichen Bericht f-374r Vereinsheft 2010
(Microsoft PowerPoint - Auswertung f\374r Klasse 2.ppt)