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Flieg und Flatter - Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen ...

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werden. Dadurch hat sich

werden. Dadurch hat sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt. Mehr als vierzig Pflanzenarten pro Quadratmeter können auf den Cañadas leben, dazu kommen mehr als hundert Schmetterlings- und zahlreiche sonstige Insektenarten. Die Cañadas stellen einen ökologischen Korridor dar, der bedeutende Biotope Spaniens miteinander verbindet. Auch die Raubtiere, wie Pardelluchs oder Wolf, folgten früher den Herden und ernährten sich von schwachen und kranken Tieren. Aasfresser, wie die Geier oder die aus den mitteleuropäischen Brutgebieten im Winter nach Spanien kommenden Rotmilane, profitieren von verendeten Tieren. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts trieben die Hirten mehr als vier Millionen Schafe, Rinder, Ziegen, Esel und Pferde in den Norden und zurück. Doch mit dem Bau der Eisenbahn konnte die Strecke viel schneller überwunden werden, und die Tiere blieben etwa einen Monat länger in den Steineichenwäldern der Extremadura. Doch genau in diese Zeit fällt das Auskeimen der jungen Eichen, die jetzt sofort von den Weidetieren abgefressen werden. Dies erklärt, wieso seit fast hundert Jahren keine Verjüngung der Steineichen mehr stattgefunden hat und die lichten Wälder zu vergreisen drohen. Seit den sechziger Jahren geriet durch die Intensivierung der Landwirtschaft die Tradition der Transhumanz völlig in Vergessenheit. Futtermittel konnten billig eingekauft und zu den Tieren transportiert werden. Folgen davon waren einerseits, dass die Tiere ganzjährig auf den ehemaligen Winterweiden in der Extremadura blieben und dort in der Trockenzeit große Schäden an der Vegetation anrichteten, und dass andererseits die Cañadas zuwucherten oder anderweitig genutzt wurden, z. B. für Baumaßnahmen. Damit verloren auch die Raubtiere und Aasfresser Lebensgrundlagen und wurden auf inselartige Bestände zurückgedrängt. Durch die Bemühungen von Jesus Garzon zog 1993 wieder die erste Herde mit etwa 2.000 Schafen und vier Hirten auf den alten Wanderwegen nach Norden, ein Jahr später waren es bereits zwei, danach drei und bald, so hofft Garzon, werden die Hirten wieder ihre Herden auf allen zehn Hauptrouten der Transhumanz durch Spanien treiben. Eine wichtige Weiche dazu wurde Anfang 1995 vom spanischen Parlament gestellt, als das alte Wegerecht in ein modernes Gesetz über die Vieh- Triften umgewandelt wurde. Dieses Gesetz schützt nicht nur die alten Cañadas, es verpflichtet die Behörden auch, neue Triften bereitzustellen, wenn wieder mehr Hirten ziehen möchten. Nicht nur die wildlebende Flora und Fauna profitiert von der Transhumanz, sie stellt auch ein Stück spanische Kultur dar, und mit ihr ist auch der Erhalt zahlreicher vom Aussterben bedrohter Haustierrassen verbunden. Jesus Garzon hat sich auch dieses Themas angenommen und hält zahlreiche, noch nicht einmal beschriebene vom Aussterben bedrohte Rassen. Neben Schafen und Kühen züchtet er ein kleines, robustes, nur in den Picos de Europa an der Atlantikküste vorkommendes Pony sowie den Herdenschutzhund Mastino Espanol in verschiedenen Farben. Dazu kommen zehn spanische Hühnerrassen mit jeweils zehn Zuchtstämmen à zehn Tieren, insgesamt also 1.000 Hühner. All diese Tiere müssen versorgt werden, und da Jesus Garzon nicht auf staatliche Hilfe bauen kann, ist sein Engagement und der Einsatz seiner Mitstreiter rein ehrenamtlich. - 8 - Im Jahr 2000 erhielt Garzon für seine erfolgreichen Bemühungen um die Erhaltung urtümlicher spanischer Berggegenden, die Wiederbelebung der Transhumanz sowie seinen Kampf für die Rettung vom Aussterben bedrohter iberischer Tierarten und bodenständiger Nutztierrassen den „Premio Slow Food“, eine Art „Landwirtschafts-Nobelpreis“. (ba) Hühner in der Vogelschutzwarte Die Idee Schon seit Jahrtausenden begleiten Hühner den Menschen als Haustiere. Ursprünglich dienten sie wahrscheinlich hauptsächlich kultischen Zwecken, bis die Produkte Eier, Federn und Fleisch an Bedeutung gewannen. Auch heimische Vögel profitierten von der Hühnerhaltung, Spatzen z. B. ernährten sich vom ausgestreuten Futter, „Hühner“-Habichte fingen die freilaufenden Hennen. Nachdem zwischenzeitlich nahezu die gesamte Hühnerhaltung in die Ställe und Legebatterien verbannt worden war, gibt es heute – insbesondere auf Ökobetrieben – wieder freilaufende Hennen. In der Vogel-

Rasse Herkunft Gewicht Hahn Indisches Wildform des Haushuhns aus 800 – Bankivahuhn Indien 1.300 g Rotbraune Dorking vermutl. aus Kreuzung von italienischen mit asiatischen Rassen; von den Römern ca. 50 v. Chr. nach England gebracht Sussex Star Legehybride (Sussex x Rhodeländer) aus Belgien Blausperber Legehybride aus Holland (kam 1928 als nordholländische Blaue nach Deutschland) Bovans Nera Legehybride (Rhodeländer x Plymouth Rock), 1954 in Holland entstanden schutzwarte soll daher überprüft werden, wie sich die Hühnerhaltung auf die Vogelwelt auswirkt, und wie sich eine unblutige Greifvogelabwehr gestalten kann. Auf dem Offengelände der Vogelschutzwarte (ehemalige Streuobstwiese) sollen dazu Hühner einer alten Rasse im Vergleich zu Legehybriden gehalten werden. Verschiedene Greifvogelabwehrmaßnahmen sowie Nistkästen sollen angebracht werden. Aus didaktischen Gründen und als Studienobjekte werden Rote Kamm- oder Bankiva-Hühner, die Wildform, in einer Voliere mit „dschungelartigem Charakter“ gehalten. Um mit dem Projekt den Haushalt der Vogelschutzwarte nicht zu belasten, wurde von den VSW-MitarbeiterInnen und wei- 3.500 – 4.500 g Gewicht Legeleistung Eifarbe / - Henne (Eier/Jahr) gewicht 500 – 750 5-9 weiß – g cremefarben / 30 g 2.500 – 140 (1. Jahr) – weiß / 55 g 3.500 g 110 (2. Jahr) 3.000 g 240 gelbbraun / 55 g 3.500 – 250 (1. Jahr) hellbraun / 55 4.000 g – 65 g 2.150 g 270 - 310 braun / 67 g teren Interessierten die Hinkel- KG gegründet, die über Aktienausgabe und Eierverkauf das Hinkel-Projekt finanziert. Das Hinkelfest Anfang Juni wurde, nach zwei Jahren „hinkelfreie“ Zone, in der Vogelschutzwarte das 5. Hinkelfest gefeiert, zu dem alte und neue Aktionäre der „Hinkel-KG“ eingeladen waren. Es sollte das Wiederaufleben der Hühnerhaltung manifestieren. Nach der Begrüßung und einem Rückblick „Wie alles begann“ durch den Dienststellenleiter Dr. Klaus Richarz und einer Führung durch die Vogelschutzwarte mit Martin Hormann wurde die Voliere mit den wilden Vorfahren unserer Haushühner, den Bankiva-Hühnern, offiziell eingeweiht. - 9 - Nach einem opulenten Mahl (nicht nur aus Hühnerprodukten) folgte der Fachvortrag “Welche Hühnerrasse passt zur Vogelschutzwarte und zur Hinkel- KG?“ durch den Rassehühnerzüchter und Buchautor Armin Six. Nach der Vorstellung zahlreicher vom Aussterben bedrohter Hühnerrassen fiel die Entscheidung, welche Hühner künftig die VSW bevölkern sollen, allerdings sehr schwer. Demokratisch wurde abgestimmt, und die Wahl fiel auf das Dorking-Huhn aus England, eine der ältesten Hühnerrassen der Welt. Nach einer Lesung über den „Mythos Huhn“ von Klaus Richarz aus seinem neuen Buch „Von Werwölfen und Vampiren – Tiere zwischen Mythos und Wirklichkeit“ folgte das gemütliche Beisammensein mit Essen, Trinken und „Fach“gesprächen über glückliche Hühner und Menschen. Die Hühner Kammhühner kommen in 4 Ar- ten im indisch-indonesischen Raum vor. Sie haben auf dem Scheitel, von der Schnabelwurzel an, einen Fleischaufsatz, den 'Kamm'. Eine Art davon, das Bankivahuhn, das in 5 Rassen von Hinterindien bis Malaysia verbreitet ist, wurde vor etwa 5.000 Jahren domestiziert und ist die Wildform aller Haushuhnrassen. Die Gefiederfärbung ist in beiden Geschlechtern unterschiedlich. Der Hahn, der sich in seiner prachtvollen Gefiederfärbung stark vom schlichten Weibchen abhebt, führt 3 - 5 Hennen. Er beteiligt sich zwar nicht an der Kükenaufzucht, verteidigt aber todesmutig Hennen und Nachwuchs gegen jeden Angreifer. In die Vogelschutzwarte haben zwar nur ein Hahn und eine Henne Einzug gehalten, diese hat aber inzwischen gebrütet und zieht gerade neun Küken groß.

Präsentation der Staatlichen Vogelschutzwarte
englisch - Staatliche Schlösser und Gärten Hessen
Deutsch - Staatliche Schlösser und Gärten Hessen
Im Zeichen der Hippe - Staatliche Schlösser und Gärten Hessen
In Hessen unterwegs (1)
Flieg und Flatter - Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen ...
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Wir laden herzlich ein zum - Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen ...
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Flieg und Ffatter - Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen ...
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