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Slatin Pascha - Austrianfilm

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Milizen (sog. Janjaweed)

Milizen (sog. Janjaweed) ein. Diese werden schwerer Menschenrechtsverletzungen an der Zivilbevölkerung in Darfur beschuldigt. Überlagert wird dieser Zentrum-Peripherie-Konflikt von vielfältigen Landnutzungskonflikten zwischen Nomaden und Ackerbauern, die sich in Folge zunehmender Desertifikation seit Mitte der 1980er-Jahre zuspitzen. Diese Konflikte werden von der Zentralregierung benutzt, um afrikanische und arabische Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen („teile und herrsche"). Ab 2007 wurden im Rahmen einer Mission der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union in Darfur bis zu 20.000 Soldat/inn/en und Polizist/inn/en stationiert. Laut UNO sind in Darfur bis heute über 200.000 Menschen ums Leben gekommen und 2,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Trotz der Präsenz der internationalen Friedenstruppen (UNAMID) kommt es weiterhin zu Kampfhandlungen zwischen der sudanesischen Regierung und den Rebellengruppen. Verschärft wird die Sicherheitslage für die Zivilbevölkerung zudem von Streitigkeiten zwischen den Rebellengruppen und einem zunehmenden Banditentum. (Öhm, Manfred: Sudan/Darfur. Bundeszentrale für politische Bildung, veröffentlicht am 14.11.2011) Unterrichtsvorschlag (Recherche, Brainstorming, Diskussion) Ziel: Die Schüler/innen befassen sich mit dem Darfur-Konflikt. > Recherche Die Schüler/innen recherchieren im Internet die Ursachen für den Darfur-Konflikt. > Brainstorming Die Schüler/innen sammeln auf Zuruf an der Tafel das erworbene Wissen über die Ursachen für den Darfur- Konflikt. > Diskussion Die Schüler/innen diskutieren Ähnlichkeiten und Unterschiede, die zwischen dem sudanesischen Nord-Süd- Konflikt (Kapitel 3.2.) und dem Darfur-Konflikt bestehen und bilden sich eine Meinung darüber, ob die Konflikte im Sudan in naher Zukunft beigelegt werden können. 4. KINDERSOLDATEN John Kon Kelei: Vom Kindersoldaten zum Juristen John Kon Kelei ist Dinka, er stammt aus dem Süden und war einer der vielen Kindersoldaten im Alter zwischen vier und zwölf Jahren, die für die Südsudanesische Befreiungsarmee rekrutiert und in ein militärisches Trainingscamp in Äthiopien gebracht wurden. Das Militärtraining begann für Slatin Pascha – Im Auftrag Ihrer Majestät 12 von 21

John etwa im Alter von sechs bis sieben Jahren. Im Alter von zehn Jahren konnte er aus dem Trainingscamp entkommen, anschließend irrte er fünf Jahre lang auf der Suche nach seinen Eltern durch das Land. Mit 15 Jahren erreichte er Khartum, nach drei Jahren hatte er so viel Geld gespart, dass er Schlepper bezahlen konnte, die ihn nach Holland brachten. Dort suchte er um Asyl an, studierte Jura und ist heute, noch nicht 30-jährig, auf dem Weg Anwalt zu werden. Kindersoldaten Kinder werden Berichten von Amnesty International und UNICEF zu Folge in über 85 Ländern als Soldaten rekrutiert. Diese Kinder werden als Lastenträger, als Wachposten, zum Aufspüren und Auslegen von Minen und an vorderster Front eingesetzt. Sie werden von älteren Soldaten sexuell missbraucht, ihnen werden Alkohol und Drogen verabreicht, um Hemmungen abzubauen und sie werden misshandelt, um sie unempfindlich zu machen. Gelegentlich schließen sich Kinder aus armen Familien oder Kriegs- und AIDS-Waisen den Soldaten freiwillig an, meisten werden sie aber von Regierungstruppen oder Guerillaeinheiten zwangsrekrutiert. Der Einsatz von Kindersoldaten ist ein Verstoß gegen die Kinderrechtskonvention und kann als Kriegsverbrechen vor dem Strafgerichtshof in Den Haag verfolgt werden. (Engelmann 2008) Unterrichtsvorschlag 1 (Textarbeit, Diskussion) Ziel: Die Schüler/innen reflektieren den Zusammenhang des persönlichen Schicksals von John Kon Kelei mit der politischen Situation im Südsudan. Link zum Unterrichtsvorschlag: http://www.austrianfilm.at/assets/Slatin%20Pasha/EPK/EPK_Clip_05_John%20Kon%20Kelei%20Kindersoldat.mov > Textarbeit Die Schüler/innen beantworten den Fragenkatalog zu John Kon Kelei (siehe Arbeitsblatt 4 im Anhang). > Diskussion Die Schüler/innen vergleichen die Kindheitserfahrungen von John Kon Kelei mit ihren eigenen. Abschließend bilden sie sich eine persönliche Meinung darüber, welche Haltung er zum nunmehr unabhängigen Südsudan hat, für den er als Kind kämpfen musste. Tipp: Einsatz von Google Maps und Google Earth im Unterricht Zur Visualisierung und zum Vergleich der Stationen der (freiwilligen oder erzwungenen) Reisen von Rudolf Slatin, George Galitzine und John Kon Kelei können Google Maps und Google Earth genutzt werden. Slatin Pascha – Im Auftrag Ihrer Majestät 13 von 21

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