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Slatin Pascha - Austrianfilm

Slatin Pascha - Austrianfilm

2. BIOGRAFIE: RUDOLF

2. BIOGRAFIE: RUDOLF SLATIN Rudolf Slatin wurde 1857 als Sohn eines böhmischen Seidenfärbers in Ober St. Veit geboren. Sein Vater kam in den 1820er-Jahren nach Wien und erkannte rasch, dass er als Jude in der Kaiserstadt keine allzu großen Karrierechancen haben würde und so konvertierte der offensichtlich sehr pragmatisch veranlagte Mann zum Katholizismus, eine Vorgangsweise, die – wie noch zu sehen sein wird – auch der Sohn eines Tages für angebracht halten würde. Rudolf Slatin ging am Schottenfeld ins Gymnasium und wechselte dann an die Wiener Handelsakademie am Karlsplatz. Als knapp 17-Jähriger verließ er die Schule und brach nach Ägypten auf, um zunächst in Kairo den Beruf eines Buchhändlers zu erlernen. Bald schloss er sich verschiedenen Expeditionen Richtung Sudan an. Auf einer dieser Reisen lernte der gesellige junge Mann den deutschen Arzt Eduard Schnitzer kennen, ein Zusammentreffen, das für Slatin noch bedeutsam werden sollte. Zwei Jahre trieb sich Slatin zwischen Kairo und den Nuba-Bergen herum, ehe ihn der Stellungsbefehl der k.u.k. Armee erreichte: Er musste in Österreich einrücken. Dort wurde er bald zum Leutnant der Reserve ernannt und lag mit der Armee gerade im Feld an der bosnischen Grenze, als ein Schreiben des englischen Generals Charles Gordon aus dem Sudan eintraf, in dem dieser den jungen Mann einlud, nach Khartum zu kommen und in seine Dienste zu treten. Am 21. Dezember 1878 schiffte sich Slatin in Triest abermals Richtung Afrika ein. Slatin wurde von Gordon zunächst mit der Aufgabe eines Steuereintreibers betraut, aber schon bald machte Gordon den gerade 22-Jährigen zum Gouverneur des riesigen Darfur im Südwesten des Landes. Kurz nach Slatins Ankunft in Darfur erklärte sich 1881 Mohammed Ahmed, der Sohn eines Bootsbauers aus Dongola, zum Mahdi (siehe Kapitel 3.1.). Als solcher führte er eine Aufstandsbewegung gegen die ägyptische – und somit auch gegen die britische – Besatzungsmacht an. Die Mahdisten schlugen 1883 eine ägyptische Armee unter britischem Kommando und stießen Richtung Darfur vor. Das brachte Rudolf Slatin in arge Bedrängnis, da er weder genügend Truppen noch ausreichend Nachschub hatte, um ernsthaft Widerstand leisten zu können. Seine Soldaten ließen ihn wissen, dass er als Christ unmöglich gegen den Mahdi bestehen könne und da bewies Slatin Pascha – Im Auftrag Ihrer Majestät 4 von 21

der anpassungsfähige Wiener die gleiche Flexibilität, wie schon sein Vater: Um seine Autorität wieder herzustellen, konvertierte der Provinzgouverneur – zum Schein, wie er später sagte – zum Islam. Doch es nützte alles nichts, Slatins strategische Lage wurde immer unhaltbarer und er entschloss sich zur Kapitulation. Fast zwölf Jahre lang war Rudolf Slatin anschließend persönlicher Gefangener zunächst des Mahdi, und danach von dessen Nachfolger, des Kalifen Abdallahi ibn Muhammad. Als ehemaliger Gouverneur war Slatin für die beiden Anführer von größter strategischer Bedeutung. Dass der Kalif ihn als eine Art persönlichen Sekretär betrachtete, ihm Frauen schickte und ihm ein eigenes Wohnhaus genehmigte, täuschte Slatin nicht darüber hinweg, dass er der Unberechenbarkeit eines Despoten ausgeliefert war. Mitte der 1890er-Jahre schlug in England die Stimmung um: Eine neue Regierung beschloss – unter dem Vorwand, der Terrorherrschaft des Kalifen ein Ende zu bereiten – den Sudan zu erobern. Ein Mann wie Slatin war da nützlich: Er hatte nicht nur genaue Kenntnisse der Verhältnisse im Umfeld des Kalifen, sondern er konnte auch die Grundlagen für die erforderliche Propaganda liefern. Nach knapp zwölfjähriger Gefangenschaft machte sich Slatin, begleitet von zwei Helfern, auf eine beschwerliche Flucht, die nach 24 Tagen in Assuan endete. Alle europäischen Zeitungen berichteten von Slatins jahrelangem Aufenthalt unter arabischen Aufrührern und seiner abenteuerlichen Flucht. Er wurde verpflichtet, ein Buch über seine Abenteuer im Sudan zu schreiben. „Feuer und Schwert im Sudan“ wurde ein Bestseller und machte Slatin zu einem europäischen Medienstar und brachte ihm Reichtum und Ruhm ein – aber es war im Grunde ein vom Geheimdienst inspiriertes (vielleicht sogar teilweise diktiertes) Propagandainstrument, die „smoking gun“, die für die Rechtfertigung des Einmarsches in den Sudan erforderlich war. Rudolf Slatin war nun auch ständiger Gast am Hofe von Victoria, der Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, die ihn auch in den Adelsstand erhob. Ab 1900 war er 14 Jahre lang im Auftrag der britischen Regierung als Generalinspekteur des Sudan tätig. Erst der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und der damit verbundene Loyalitätskonflikt des österreichischen Untertanen in englischen Diensten beendeten diese Arbeit. In schon recht vorgerücktem Alter heiratete der Frauenliebling und Charmeur Alice von Ramberg. Sie schenkte ihm 1916 die Tochter Anna-Marie, ehe sie nach nur sieben Ehejahren verstarb. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Slatin auf Grund seiner hervorragenden Beziehungen in ganz Europa mehrmals vom damaligen österreichischen Staatskanzler Karl Renner um Unterstützung gebeten, unter anderem um seine Mitwirkung in der Friedensdelegation von St. Germain. Rudolf Slatin starb im Oktober 1932. Nach dem Tod ihres Vaters blieb seine Tochter Anna-Marie in England. Sie heiratete drei Mal, einer ihrer Ehemänner war ein Fürst Galitzin(e), mit dem sie die Söhne George und Alexander hatte. Slatin Pascha – Im Auftrag Ihrer Majestät 5 von 21

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