Aufrufe
vor 5 Jahren

Aspekte der Hygienisierung.pdf - Ingenieure ohne Grenzen

Aspekte der Hygienisierung.pdf - Ingenieure ohne Grenzen

2.2 Fäzes Mit 50 Litern

2.2 Fäzes Mit 50 Litern pro Jahr und Person, was je nach Ernährung durch z.B. sehr fetthaltige oder sehr ballaststoffreiche Nahrung, 25 und 60 kg Trockenmasse entspricht[2], [4], beträgt der volumenmäßige Anteil der Fäzes ca. 10% der Gesamtmenge. Nach etwa 30 Minuten ist die Oberfläche getrocknet und die anfänglich oftmals stark riechende Aus- scheidung geruchsfrei. Die Trocknungsrate ist abhängig von Ventilation und Raumtemperatur, sowie Luftfeuchtigkeit am Lagerort[1]. 2.2.1 Medizinische Risiken Aus medizinischer Sicht gelten Fäzes, vor allem im Vergleich zu Urin, als bedenklich. Neben Bakterien sind vor allem resistente Wurmeier problematisch. Abbildung 5 zeigt in Fäzes potentiell enthaltene Pathogene und ihre durchschnitt- liche Überlebensrate in Tagen bei Lagerung unter verschiedenen Umgebungsbedingungen. Abbildung 5: Fäkale Pathogene und ihre Überlebensraten bei Lagerung zu Umgebungstemperatur[13] Wurmeier werden über Fäzes ausgeschieden und können bei einer Lagerung unter normalen Umgebungsbedingungen teils über Jahre überleben. Deshalb stellen sie bei der Hygienisierung der Fäzes das größte Problem bzw. Herausforde- rung dar. Weltweit ist davon auszugehen, dass etwa eine Milliarde Menschen von Spulwürmern befallen sind; die Zahl der Menschen die sich mit Hakenwürmern infiziert haben wird auf etwa 700 Millionen geschätzt[10]. Da vor allem Regionen betroffen sind, in denen die Menschen zusätzlich oft mit dem Problem der Mangel- oder Unterernährung zu kämpfen haben, hat der Parasitenbefall oftmals tödliche Folgen. Abbildung 6 zeigt, dass besonders in Afrika, wo ein großer Mangel an sanitären Versorgungen mit angemessener hygienischer Bearbeitung der Fäkalien herrscht, die Bedrohung durch Übertragung von Wurmerkrankungen über den Boden, d.h. die Nahrungsproduktion, sehr groß ist. Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissstand reicht eine normale Kompostierung nicht aus um die Eier zu inaktivieren[25]. Durch natürliche Prozesse können bei einer Kompostierung zwar notwendige Inaktivierungstempera- 10

Abbildung 6: Globale Verteilung von Wurmerkrankungen, die über den Boden übertragen wurden[10] turen von über 50 ◦ C erreicht werden, dieses Temperaturniveau muss aber über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden. Allgemein ist davon auszugehen, dass bei einer Temperatur von über 50 ◦ C während einer Dauer von meh- reren Stunden die Eier abgetötet werden. Bei Temperaturen von über 80 ◦ C ist davon auszugehen, dass selbst nach unter einer Stunde keine lebensfähigen Organismen dieser Spezies vorhanden sind[26]. 2.2.2 Aufbereitungsmöglichkeiten Im Folgenden soll auf bekannte und angewandte Möglichkeiten der Aufbereitung von Fäzes eingegangen werden. Austrocknung durch Lagerung Durch Austrocknung kann in trockenen und warmen Regionen in 4 Monaten eine Volumenreduzierung auf unter 20 % der Ursprungsvolumens erreicht werden[10]. Im Bezug auf die Inaktivierung z.B. von Wurmeiern, einschließlich der resistentesten im Kot befindlichen Ascaris Wurmeier, wird bei Umgebungstemperaturen von 20 ◦ C, eine Lagerungszeit von 1,5 bis 2 Jahren benötigt[3]. Wichtig ist, dass aus Hygienegründen ein direkter Kontakt in dieser Zeit unbedingt vermieden werden muss. Deshalb sollte z.B. beim Umschichten oder Umgraben des Substrats geeignetes Werkzeug und Handschuhe verwendet werden. Kompostieren Beim Kompostieren erzeugen aerobe Rottebakterien Temperaturen von etwa 50 bis 55 ◦ C, so dass davon auszugehen ist, dass Krankheitserreger in wenigen Tagen abgetötet werden. Bei der aeroben Kompostierung ist darauf zu achten, dass meist noch kohlenstoffhaltiges Material beigemischt werden muss, um ein optimales C/N-Verhältnis von ca. 25/1 zu erreichen[27]. Außerdem muss die Population der für den Kompostierungsprozess wichtigen Mikroorganismen eine gewisse Mindestgröße haben. Um unerwünschte Faulungsprozesse zu vermeiden muss außerdem auf eine ausreichende Luftzufuhr und eine Reduktion der Feuchte, z.B. durch Abfuhr der befeuchteten Luft, geachtet werden[9]. Spezielle Varianten der Kompostierung sind: 11

Pressemappe Ingenieure ohne Grenzen.pdf
Grenzen von Wunsch- und Wahlrechten unter dem Aspekt der ...
Informationsbroschüre Ingenieure ohne Grenzen.pdf
Präsentation Ingenieure ohne Grenzen - Elli
110515_Newsletter_2011-01 1 - Ingenieure ohne Grenzen
CaSa Konzeptbeschreibung.pdf - Ingenieure ohne Grenzen
Wasser in Simbabwe - Ingenieure ohne Grenzen
Newsletter - Ingenieure ohne Grenzen
Ingenieure ohne Grenzen e.V.
diesem Link - Ingenieure ohne Grenzen
Kidane Mehret - Ingenieure ohne Grenzen
Newsletter - Ingenieure ohne Grenzen
Abschlussbericht - Ingenieure ohne Grenzen
111107_Newsletter_2011-03 1 - Ingenieure ohne Grenzen
Newsletter 1/11 - Ingenieure ohne Grenzen
Newsletter 1/13 - Ingenieure ohne Grenzen
Newsletter 1/12 - Ingenieure ohne Grenzen
Freiwillige in Projekten 2010 - Ingenieure ohne Grenzen
Newsletter 2/13 - Ingenieure Ohne Grenzen eV
Newsletter 3/13 - Ingenieure Ohne Grenzen eV
Freie Lüftung - Möglichkeiten, Grenzen, rechtliche Aspekte