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Aspekte der Hygienisierung.pdf - Ingenieure ohne Grenzen

Aspekte der Hygienisierung.pdf - Ingenieure ohne Grenzen

Abbildung 1:

Abbildung 1: Möglichkeiten zur Unterbrechung der Infektionswege durch Fäzes[1] Abbildung 1 zeigt Möglichkeiten auf, durch die mit entsprechenden Maßnahmen an verschiedenen Stellen mögliche Infektionswege unterbrochen werden können. Um bei der landwirtschaftlichen Düngung auf die in den menschli- chen Ausscheidungen enthaltenen Wertstoffe zurückgreifen zu können und gleichzeitig das Ausbringen und somit die potentielle Verbreitung von Krankheitserregern 3 zu vermeiden, werden verschiedene Hygienisierungsverfahren ange- wendet. Diese sollen gewährleisten, dass die in den Fäkalien bzw. Klärschlamm befindlichen Pathogene inaktiviert oder extrahiert werden und so keine direkte und indirekte Gefahr für Mensch und Umwelt mehr darstellen können. Ein wichtiger Effekt ist hierbei auch, dass durch das Abtöten von Bakterien nicht nur Infektionskreisläufe bakterieller Krankheiten unterbrochen werden, sondern auch eine Verbreitung von Bakterienstämmen, die im Menschen bereits Antibiotikaresistenzen entwickelt haben, unterbunden wird[9]. Ein weiteres Problem aus soziologischer bzw. soziokultureller Sicht ist die weitverbreitete Tabuisierung des Themas. Diese ist zwar unter hygienischen Aspekte, die nicht vernachlässigt werden dürfen, begründet, jedoch hat sie lange Zeit auch dazu geführt, dass wenige Fortschritte in diesem Bereich erzielt wurden. Die German Toilet Organisation (GTO) stellt zur Recht die Frage in den Raum ” Wenn das Thema so wichtig ist, warum gibt es dann so wenig Fort- schritt?“[10]. Ein wichtiger Punkt, gerade im Hinblick auf die technische Entwicklung von Hygienisierungsverfahren, ist das Infektionspotential, das mit der Handhabung der Exkremente verbunden ist. Es ist daher wichtig, dass die Hygienisierung an die Bedingungen vor Ort angepasst ist und von Beginn an bei der Planung und Konstruktion, alle Infektionsmöglichkeiten vermieden werden. Besonders in Schulen ärmerer Länder bringen die gängigen Systeme mit Grubenlatrinen erhebliche Gesundheitsprobleme mit sich, da diese regelmäßig entleert werden müssen (siehe Bild 2) bzw. sonst überlaufen. Auf neue Ansätze für sanitäre Einrichtungen soll im abschließenden Teil weiter eingegangen werden. Es folgt zunächste eine erarbeitete Übersicht der verschiedenen Hygienisierungsverfahren, deren Ansätze und Wirksamkeit um anschlie- ßend das entwickeltet, neue Sanitärkonzept einordnen zu können. 3 germs (engl.) = ” Bakterien, Keime“ 4

Abbildung 2: Entleerung einer Grubenlatrine in einer Schule in Burkina Faso[11] 2 Hygienisierung von Fäkalien Im Folgenden soll sowohl auf die medizinischen Risiken als auch auf mögliche Behandlungs- bzw. Aufbereitungsmöglich- keiten, d.h. Hygienisierung von Urin und Fäzes, näher eingegangen werden. Die Hygienisierung der Fäkalien 4 von Schadstoffen und Organismen geschieht vor allem unter Berücksichtigung der in Tabelle 5 5 dargestellten physikoche- mischen und biologischen Faktoren. 2.1 Urin Mit durchschnittlich 500 Litern pro Person und Jahr macht Urin 90% des Volumens der menschlichen Ausschei- dungen aus[4]. Frisch ist Urin geruchlos. Der Harnstoff wird jedoch nach wenigen Tagen in Ammonium/Ammoniak umgesetzt[14], womit in der Folge die für Urin typische Geruchsbelästigung einhergeht. 80% aller mineralischen Sub- stanzen (N,P,K), die ein Mensch ausscheidet befinden sich im Urin, was ihn zu einem wertvollen Dünger macht[1], [4]. 2.1.1 Medizinische Risiken Bei einer stofflichen Weiterverwendung des Urins als Düngemittel zur Rückführung der darin enthaltenen Nährstoffe ist hinsichtlich der medizinischen Risiken Folgendes zu beachten: Urin gilt in den meisten Fällen als unbedenklich und bakteriologisch steril[15] und kann deshalb im Prinzip ohne weitere Aufbereitung nach einer kurzen Lagerungszeit, die z.B. zur Umwandlung von Harnstoff zu Ammonium notwendig ist, als Dünger verwendet werden. Die Lagerung sollte dabei unverdünnt erfolgen, da durch den höheren pH-Wert mögliche Pathogene abgetötet werden können. Zur Düngung kann der Urin dann je nach Nutzpflanze und Stickstoffgehalt des Urins direkt in den Boden eingearbei- tet werden oder im Fall eines hohen Stickstoffgehaltes eine Verdünnung mit Wasser erstellt werden um eine lokale Überdüngung und Eutrophisierung naheliegender Gewässer zu verhindern. Die Urindüngung sollte spätestens einen Monat vor der Ernte erfolgen. 4 Fäkalien = Fäzes + Urin 5 Zu Prädation: Als Prädator wird ein Organismus bezeichnet, welcher sich von anderen Lebewesen ernährt. Im Unterschied zum Parasitismus wird der andere Organismug dabei sehr schnell getötet[12]. 5

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