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Aspekte der Hygienisierung.pdf - Ingenieure ohne Grenzen

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Tabelle 5:

Tabelle 5: Physikochemische und biologische Faktoren[13] Temperatur Die meisten Mikroorganismen weisen einen Toleranzbereich von unter 5 ◦ C bis etwa 40-50 ◦ C auf. Damit kann das Abtöten der meisten Pathogene, bis auf Bakteriensporen und einige Viren sowie Wurmeier, bei Temperaturen von 55-70 ◦ C in wenigen Stunden gewährleistet werden. pH Da die meisten Mikroorganismen an einen neutralen Bereich angepasst sind, kann, unter Berücksichtigung eines Toleranzbereichs, bei hohen pH-Werten von einer Inak- tivierung der Organismen ausgegangen werden. Ammoniak (NH3) Die Zugabe von Ammoniak (z.B. umgesetzter Harnstoff), das natürlich von Bakte- rien produziert wird oder chemisch durch Hydrolyse entstehen kann, wirkt auf viele Organismen schädlich. Feuchtigkeit Bekannterweise favorisieren die meisten Mikroorganismen eine feuchte Umgebung. Solarstrahlung / UV- Licht Andere Mikroorganis- men Durch eine Feuchtereduzierung kann damit auch ein Wachstum der Mikroorganismen verhindert oder deren Anzahl sogar reduziert werden. UV-Licht reduziert die Zahl an pathogenen Stoffen. Bei Vergrößerung der Oberfläche der gelagerten Fäkalien kann von diesem Effekt profitiert werden. Viele Organismen beeinflussen sich gegenseitig durch Prädation, Ausscheidung von antagonistischen Substanzen und Konkurrenz. Daher ist eine sterile Umgebung, das heißt eine Reduzierung anderen Mikroorganismen, vorzuziehen. Nährstoffe Viele Bakterien und Organismen der Darmflora, die an den Verdauungstrakt des Körpers angepasst sind, können, im Bezug auf knappe Nährstoffe, außerhalb des Körpers oftmals nicht mit anderen sich dort befindlichen Organismen konkurrieren. Ih- re Wachstumsfähigkeit und Überlebensfähigkeit in der Umgebung kann dadurch stark eingeschränkt oder unterbunden werden. Weitere Sauerstoffverfügbarkeit, Partikelgröße, Durchlässigkeit, Chemikalien u.a. 6

Allgemein sind urinal-oral übertragbare Krankheiten im Vergleich zu den fäkal-oral übertragbaren Krankheiten, zu vernachlässigen. Somit wird durch eine Separation des Urins von den Fäkalien dem Risiko einer Krankheitsübertragung stark vorgebeugt[13]. Die in Abbildung 3 dargestellte Tabelle zeigt eine Übersicht der potentiell in Urin enthaltenen Krankheitserreger, sowie ihre Wichtigkeit im Bezug auf ein hohes Risiko der Übertragung durch Urin. Abbildung 3: Pathogene des Urins und mögliche Übertragungswege[13] Nach aktuellem Wissensstand ist nur bei akuten Erkrankungen wie Bilharziose, Typhus, Cholera, Hepatitis A und B, Tuberkulose oder HIV/AIDS Vorsicht geboten und eine Aufbereitung bzw. Behandlung des Urins vor der Benut- zung zwingend notwendig[8]. Im Fall einer bestimmten Gruppe des Bilharziose-Erregers (Schistosoma haematobium), die hauptsächlich über das Urin aus dem menschlichen Körper ausgeschieden wird, wird so zum Beispiel bei Um- gebungstemperatur von etwa 20 ◦ C eine Lagerungszeit des Urins von einigen Tagen benötigen um ein Risiko der Erregerübertragung ausschließen zu können[13]. Urin kann jedoch auch Medikamentrückstände und Hormone beinhalten[2], [16]. Skeptiker der Urindüngung sehen vor allem im Bezug auf letzteres Wissensdefizite und sprechen sich daher gegen eine Verwendung von Urin zur Düngung aus. Es muss dabei allerdings beachtet werden, dass das Problem der Medikament- und Hormonrückstände auch oder vor allem in den industrialisierten Ländern mit einer konventionellen Abwasserbehandlung ein großes Problem im Bezug auf die Klärschlammausbringung, bzw. -entsorgung, darstellt[14]. Zwar sind für viele dieser Inhaltsstoffe Behandlungsverfahren theoretisch bekannt, allgemein ist hierbei jedoch zu sagen, dass eine Behandlung auf Medika- mentrückstände allein durch die Vielzahl der Arzneimittel aufwendig und damit teuer ist[14]. Da diese Rückstände hauptsächlich im Urin zu finden sind, ist anzunehmen, dass durch eine Trennung von Fäkalien und Urin, Verfahren zur Reduktion dieser Inhaltsstoffe, wenn möglich, leichter anzuwenden wären. 2.1.2 Aufbereitungsmöglichkeiten Allgemein sind bei der Hygienisierung von Urin folgende, sich teilweise gegenseitig beeinflussende, Parameter aus- schlaggebend: • pH • Temperatur 7

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