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Jahresbericht 2007 - FGE - RWTH Aachen University

Jahresbericht 2007 - FGE - RWTH Aachen University

STUDIENBEISPIELE 4

STUDIENBEISPIELE 4 Ausgestaltungsmöglichkeiten 5 Schlussfolgerung Für die Implementierung des OMC bestehen zahlreiche Ausgestaltungsoptionen: 1. Geographische Reichweite • Die zunächst nächstliegende Ausgestaltungsoption dürfte jene des OMC an den Grenzen zu Frankreich, den Niederlanden und ggf. Dänemark bzw. Nordpool sein. Nicht nur existieren in allen genannten Ländern liquide Stromgroßhandelsmärkte und Engpässe für den grenzüberschreitenden Stromaustausch, sondern es ist auch geplant, an anderen Außengrenzen dieser Länder implizite Auktionen für grenzüberschreitende Übertragungskapazitäten einzuführen (z. B. Market Coupling zwischen Norwegen und den Niederlanden über das geplante NorNed Kabel) bzw. es existieren bereits Mechanismen für den grenzüberschreitenden Stromhandel mittels impliziter Auktionen (z. B. Schweden-Deutschland über das Kontek-Kabel und trilaterales Market Coupling zwischen Belgien, Frankreich und den Niederlanden). • Eine Ausdehnung von OMC auf weitere Länder wird derzeit noch durch fehlende liquide Großhandelsmärkte bzw. Handelsplattformen in der Schweiz, Tschechien und Polen erschwert. Allerdings ist zu bedenken, dass sich eine entsprechende Liquidität durch die Einführung eines OMC mit diesen Ländern entwickeln könnte. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Einführung von OMC auch bei konservativer Schätzung Nettowohlfahrtsgewinne von min. 7-11 Mio. EUR/Jahr erwarten lässt, wenn man alleine die Grenzen nach Frankreich und den Niederlanden betrachtet. Die Ausweitung auf weitere Grenzen würde tendenziell einen höheren Nutzenzuwachs erwarten lassen, während die Zusatzkosten nahezu unverändert blieben. Das Verfahren ist kompatibel mit den regulatorischen Rahmenbedingungen sowohl auf europäischer Ebene (insbesondere Verordnung 1228/2003) als auch auf nationaler Ebene (z. B. Einspeisevorrang für erneuerbare Energien). 6 Literatur • Zwischen Deutschland und Österreich liegen derzeit keine Kapazitätsengpässe vor, so dass sich an dieser Grenze auch nicht die Frage nach einer Engpassbewirtschaftung stellt. [4] IAEW • Auch innerhalb Deutschlands wäre die Anwendung eines OMC-Ansatzes denkbar, sollten in Zukunft systematische Engpässe innerhalb Deutschlands auftreten. Mit impliziten Auktionsverfahren innerhalb eines Landes liegen z. B. bereits Erfahrungen aus Norwegen und aus Italien vor. 2. Die Aufteilung der Engpassrenten, die beim OMC anfallen, könnte einerseits anhand ökonomischer Indikatoren über die Wertigkeit der Engpässe und andererseits lastflussbasiert erfolgen. Darüber hinaus sind mittels Gewichtungen und Kombinationen von Methoden diverse Untervarianten denkbar. Letztlich ist es eine Frage der Gewichtung der jeweiligen Vor- und Nachteile sowie Anreizwirkungen, welche Methode – oder Methodenkombination – aus regulatorischer Sicht zu favorisieren wäre. [1] Verordnung (EG) Nr. 1228/2003 des europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2003 über die Netzzugangsbedingungen für den grenzüberschreitenden Stromhandel Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L176/1, 15.07.2003 [2] Frontier Economics, Consentec, IAEW Ökonomische Bewertung verschiedener Engpassmanagementmethoden www.bundesnetzagentur.de [Stand 22.01.2007] [3] Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft der Universität Karlsruhe Rechtsgutachten über die Etablierung eines Auction Office im Rahmen des Open Market Coupling www.bundesnetzagentur.de [Stand 22.01.2007] Technische Fragen beim Open Market Coupling – OMC www.bundesnetzagentur.de [Stand 22.01.2007] 116 IAEW – FGE – JAHRESBERICHT 2007

STUDIENBEISPIELE Bewertung des Optimierungspotenzials zur Integration des Windstroms in das Verbundsystem Potentials to Optimize the Integration of Wind Energy into the German Interconnected System Dipl.-Ing. Philipp Siemes, IAEW; Dr.-Ing. Hendrik Vennegeerts, FGH; Dipl.-Ing. Simon Ohrem, IAEW philipp.siemes@iaew.rwth-aachen.de, hendrik.vennegeerts@fgh-ma.de, simon.ohrem@iaew.rwth-aachen.de Die große Anzahl der in Deutschland installierten Windenergieanlagen (WEA) erfordert bereits heute hohe Anstrengungen zur Integration in das bestehende Energieversorgungssystem. Aufbauend auf den Erkenntnissen der dena- Netzstudie soll die vorgestellte Studie neue Lösungsansätze für die Integration von WEA untersuchen und mögliche Lösungsansätze und weiteren Forschungsbedarf aufzeigen. Die vom IAEW bearbeiteten und im Folgenden genauer dargestellten Themenschwerpunkte umfassen die Untersuchung verschiedener Strategien eines Einspeisemanagements, Einrichtung eines Intraday-Handels, Nutzung von Lastmanagement, Ansätze zur Reduktion des mit dem Lastprognosefehler verbundenen Reservebedarfs, Potenziale von kurz- bis mittelfristig verfügbaren Speichertechnologien und Möglichkeiten zur Verringerung der Auswirkungen auf angrenzende ausländische Netze. At this stage, the large number of wind turbines in Germany is already causing troubles with their integration into the existing power system. Therefore the scope of this study is the investigation of new approaches for integration of wind turbines on the basis of the dena Grid Study’s outcomes. This study is intended to provide a new basis for continuative projects. The parts handled by IAEW, which are presented in the following, comprehend the investigation of various strategies for generation management of wind turbines, establishment of an intraday trade, use of load management, approaches for reduction of reserve demand due to load forecast error, potentials of short- and medium-termed available storage technologies and options to reduce the wind turbines’ impacts on bordering foreign interconnected systems. 1 Hintergrund Das Ziel nationaler und europäischer Energiepolitik ist, den Energiebedarf zunehmend durch regenerative Quellen und vor allem durch Windenergieanlagen (WEA) zu decken. Der fluktuierende Charakter der Einspeisung aus WEA führt aber bereits heute in Verbindung mit ihrer ungenauen Prognose dazu, dass kurzfristige Reserveleistung in erheblichem Umfang bereitgehalten werden muss. Zudem kann die Ballung von WEA in last- und strukturschwachen Netzbereichen in Starkwindzeiten zu evtl. unzulässig hohen Belastungen der Übertragungsnetze führen. Das Ziel der vorgestellten Studie ist, aufbauend auf den Erkenntnissen der im Jahr 2003 abgeschlossenen dena-Netzstudie [1], neue Lösungsansätze für die Integration von WEA zu untersuchen und weiteren Forschungsbedarf aufzuzeigen. Dazu hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ein Konsortium bestehend aus IAEW und FGH mit der vorgestellten Studie beauftragt. Die im Weiteren aufgelisteten, vom IAEW untersuchten, Themenschwerpunkte werden in den folgenden Kapiteln detailliert dargestellt. • Potenziale eines Einspeisemanagements in Hinblick auf die Optimierung des Regel- und Reserveenergiebedarfs • Potenziale zur verbesserten Integration der Windenergie durch die Schaffung eines Intraday-Handels • Potenziale eines kurz- bis mittelfristig realisierbaren Lastmanagements speziell in Bezug auf die Anforderungen der verbesserten Integration der Windenergie • Bewertung des Lastprognosefehlers sowie des damit im Zusammenhang stehenden Regel- und Reserveenergiebedarfs • Potenziale kurz- und mittelfristig verfügbarer Speichertechnologien Die von der FGH untersuchten Themenschwerpunkte werden im Weiteren nicht genauer ausgeführt. Es handelt sich um die Module • Darstellung der Anlageneigenschaften für Systemdienstleistungen und Bewertung der Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von Anschlussbedingungen für WEA • Darstellung netz- und anlagenseitiger Lösungsmöglichkeiten der Spannungstrichterproblematik • Potenziale eines Leitungstemperaturmonitorings IAEW – FGE – JAHRESBERICHT 2007 117

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