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19. FNP-Änd., Stadt

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht Die Beurteilung der Immissionen durch Schall und durch Schattenwurf hängt neben der Lage im Raum aber auch direkt vom Anlagentyp und von der Anlagenkonfiguration ab. Diese Angaben sind jedoch normalerweise auf der Ebene der vorbereitenden Bauleitplanung noch nicht bekannt. Deshalb ist auch noch kein aktuelles Schallgutachten vorhanden. Dieses wird für das Genehmigungsverfahren gem. BImSchG erstellt. Dabei sind die nach der TA-Lärm einzuhaltenden Werte maßgeblich. Für das Wohngebiet „Feldflosse“ am westlichen Ortsrand von Mengeringhausen, das als Reines Wohngebiet ausgewiesen ist, gilt beispielweise ein nächtlicher Immissionsrichtwert von 35 dB(A). Der Nachweis der Einhaltung der Immissionsrichtwerte bleibt dem nachgeschalteten Genehmigungsverfahren nach dem BImSchG vorbehalten. Bei möglichen Überschreitungen von Richtwerten besteht die Möglichkeit einer entsprechenden Regulierung der Anlagen (z.B. ein schallreduzierter Betrieb im Nachtzeitraum durch Reduzierung der Drehzahl), so dass die gesetzlichen Bestimmungen zum Gesundheitsschutz und die entsprechend der aktuellen Regelwerke in Deutschland geltenden Grenzwerte eingehalten werden. Auch die Thematik zur Gesundheitsgefahr durch niederfrequente Geräusche („Infraschall“) wird im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach BImSchG Beachtung finden. „Messtechnisch kann nachgewiesen werden, dass Windenergieanlagen Infraschall verursachen. Die festgestellten Infraschallpegel liegen aber weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Menschen und sind damit völlig harmlos“ (LUA-Materialien Bd. Nr. 63-Windenergieanlagen und Immissionsschutz, Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen 2002). Diese Aussage wird durch verschiedene Veröffentlichungen und Messungen, u.a. durch das Bundesgesundheitsamt, bestätigt. Bei Einhaltung der üblichen Abstände von Windenergieanlagen zur Wohnbebauung sind im Allgemeinen keine erheblichen Belästigungen durch Infraschall zu erwarten. Bei direkter Sonneneinstrahlung erzeugen Windenergieanlagen in Abhängigkeit vom Einfallswinkel des Sonnenlichts und der Stellung des Rotors periodische Helligkeitsschwankungen, die als Schattenwurf bezeichnet werden. Mit zunehmendem Abstand von der Windenergieanlage nimmt die Hell-Dunkel-Schwankung ab und es tritt ein immer diffuserer Lichtschatten auf, der weniger beeinträchtigend empfunden wird. Für die Beurteilung der Einwirkung durch bewegten, periodischen Schattenwurf durch den Rotor einer Windenergieanlage hat der Gesetzgeber bisher keine rechtsverbindlichen Vorschriften mit Grenz- oder Richtwerten erlassen oder in Aussicht gestellt. Für die Beurteilung der optischen Immissionen können hilfsweise die „Hinweise zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windenergieanlagen“ (WEA-Schattenwurfhinweise) des Länderausschusses für Immissionsschutz (LAI) herangezogen werden. Ziel ist eine sichere Vermeidung erheblicher Belästigungen, die durch optische Immissionen entstehen können. Diese ist nach Angaben des LAI gewährleistet, wenn die astronomisch maximal mögliche Beschattungsdauer 30 Stunden pro Kalenderjahr und 30 Minuten pro Tag nicht überschreitet. Der Nachweis der Einhaltung der Richtwerte hinsichtlich Schatten bleibt ebenfalls dem nachgeschalteten Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz vorbehalten. Bei ggf. möglichen Überschreitungen dieses Immissionsrichtwertes ist eine gezielte Abschaltung von Windenergieanlagen möglich, so dass die gesetzlichen Bestimmungen zum Gesundheitsschutz eingehalten werden. Die oben genannten Hinweise der LAI können auch Anwendung bei der Beurteilung der optischen Wirkungen von Lichtreflexen („Disco-Effekt“) finden. Lichtreflexe entstehen durch Reflexionen des Sonnenlichts bei metallisch blanken Rotorblättern. Da jedoch die Anlagen neuester Technik durch das Aufbringen matter, diffus reflektierender Farben Lichtreflexe na- PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 12

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht hezu ausschließen, spielt der „Disco-Effekt“ gegenwärtig keine Rolle mehr. Die Hersteller von Rotorblättern neuester Generation garantieren diesen niedrigen Reflektormeterwert. Durch die Höhenüberschreitung von 100 m ist für die geplanten Windenergieanlagen eine Tages- und Nachtkennzeichnung verpflichtend. Derzeit besteht folgende Kennzeichnungspflicht am Tage: In der Regel sind die Rotorblätter im äußeren Bereich durch zwei orange/ rote Farbstreifen zu kennzeichnen. Das Maschinenhaus von Anlagen mit einer Höhe von mehr als 150 m über Grund ist auf beiden Seiten mit einem 2 m breiten orange/ rotem Streifen in der Mitte des Maschinenhauses und der Mast mit einem 3 m breiten Farbring in orange/rot, beginnend in 40 ± 5 m über Grund zu versehen. Aktuell gilt für die Nachtkennzeichnungspflicht Folgendes: Kennzeichnung durch ein Gefahren- oder Hindernisfeuer, entsprechend dem Stand der Technik und können gegebenenfalls mit einem Sichtweitenmessgerät kombiniert werden. Bei Anlagenhöhen von mehr als 150 m über Grund sind zusätzliche Hindernisbefeuerungsebene(n) am Turm erforderlich. Dabei müssen aus jeder Richtung mindestens zwei Hindernisfeuer sichtbar sein. Derzeit wird in den Fachgremien diskutiert, die Befeuerung zu reduzieren und nur im Bedarfsfall einzuschalten (bedarfsgerechte Befeuerung). Wie die Kennzeichnungspflicht im Einzelnen definiert ist, kann erst im Genehmigungsverfahren unter Berücksichtigung der dann geltenden Richtlinien geklärt werden. Zur Minimierung der visuellen Wirkung der Leuchtfeuer (Nachtkennzeichnung) ist vorgesehen, die Windkraftanlagen mit einer Sichtweitenmesstechnik auszurüsten, welche sicherstellt, dass bei einer Sichtweite von mehr als 5 km die Lichtleistung der Leuchtfeuer um 70 % und bei einer Sichtweite größer 10 km die Lichtleistung um 90 % reduziert wird. Der Abschlussbericht zum BMU-Forschungsvorhaben zur „Akzeptanz und Umweltverträglichkeit der Hinderniskennzeichnung (HK) von WEA“ (BMU 2010) kommt u.a. zu dem Ergebnis, dass der Stand der Technik Möglichkeiten zur Verringerung der Belastung für Anwohner bietet. Hierbei handelt es sich u.a. um die Synchronisation bzw. die bedarfsgerechte Befeuerung (gesteuert durch Sichtweiten-Regulierung) und den Verzicht auf den Einsatz der Xenon-Befeuerung. Für die naturbezogene Naherholung und den Tourismus wirken sich Windkraftanlagen als solche mindernd auf die Ressource Ruhe aus, sowohl im optischen als auch im akustischen Bereich. Die optische Wirksamkeit ist dabei abhängig von der Lage und den Sichtbeziehungen der betreffenden Erholungseinrichtungen zu Windkraftanlagen. Je nach Lage und Wegeführung kann z.B. bei Wanderwegen die Relevanz variieren, z. B. wenn Windkraftanlagen nur auf einem kurzen Wegestück sichtbar bzw. hörbar werden. Dies bedeutet für dieses Vorhaben, dass durch die sichtverstellende und –verschattende Vegetation des Waldgebietes die Anlagen nicht überall im gleichen Maß wahrgenommen werden. Zudem ist man in Wäldern durch Vegetation, wie auch in Siedlungsgebieten durch Gebäude daran gehindert, entfernter liegende potenziell störende Eingriffsobjekte visuell zu erfassen. Deshalb und aufgrund des temporären Charakters des Aufenthaltes sowie des überwiegenden Fortbewegens der Erholungssuchenden innerhalb der Flächen können die Beeinträchtigungen durch Schattenwurf und Schallimmissionen auf die Erholungsfunktion nicht als erheblich bewertet werden. Eine bundesweite, repräsentative Bevölkerungsumfrage zum Thema „Wirkung der Windenergie auf Urlauber“ kommt im Fazit dazu, dass Windkraftanlagen eine vergleichsweise geringe Beeinträchtigung des Landschaftserlebnisses darstellen (SOKO Sozialforschung & Kommunikation, 2005). Ein Verlust an Attraktivität des Gebietes durch Windenergieanlagen ist demnach nicht zu erwarten. Zudem wurde bei vergleichbaren Vorhaben zum Teil auch eine hohe Frequentierung der Anlagenstandorte durch interessierte Wanderer, welche die Anlagen gezielt aufsuchen, beobachtet. Durch die Anlage eines Energielehrpfades könnte dieser Anziehungseffekt noch erhöht und gelenkt werden. PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 13

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