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19. FNP-Änd., Stadt

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht Die relevanten Beeinträchtigungen, die sich durch das geplante Vorhaben im Stadtwald Mengeringhausen auf die Avifauna ergeben werden in den angefertigten Ornithologischen Fachgutachten (PNL 2012a, 2012c) aufgezeigt und analysiert. Die jeweiligen Ergebnisse werden im Folgenden zusammengefasst wiedergegeben. Wie im vorangehenden Kapitel ausgeführt, weist das Untersuchungsgebiet aufgrund der ermittelten Ergebnisse hinsichtlich des herbstlichen Zugvogelaufkommens im Jahr 2011 eine durchschnittliche Bedeutung für Zugvögel auf. Neun der im Rahmen der Zugvogelerfassung beobachteten Arten sind als „windkraftempfindlich“ anzusehen. Bezüglich der kollisionsgefährdeten Arten ist vor allem von zentraler Bedeutung, in welcher Intensität und in welcher Höhe sie den Standort der geplanten Windenergieanlagen überqueren. Hinsichtlich der Zughöhe ist vor allem der Bereich ab 100 m von besonderer Bedeutung, da sich die Rotorblätter der geplanten Windenergieanlagen in diesen Höhenbereich hineindrehen. Während des herbstlichen Wegzuges wurden im Untersuchungsgebiet lediglich Rotmilane in einer Höhe beobachtet, in der es zu einer Kollision mit den Rotorblättern einer Windenergieanlage kommen kann. Bei dieser Art besteht das Kollisionsrisiko allerdings vor allem während und kurz nach der Brutzeit. Zur Zugzeit ist die Zahl von an Windkraftanlagen verunglückten Rotmilanen dem bisherigen Kenntnisstand zufolge gering (vergl. DÜRR 2009). Während des Zuges kann die Wahrscheinlichkeit negativer Auswirkungen auf die im Untersuchungsgebiet beobachteten „windkraftempfindlichen“ Arten aufgrund erhöhter Kollisionsgefahr deshalb als gering angesehen werden. Hinsichtlich des Kranichzuges ist festzuhalten, dass die Flughöhe im Bereich des Untersuchungsgebietes durchschnittlich bei etwa 400 - 1.000 m über EOK lag, ohne dass diese durch die Topografie und Landschaftsstruktur beeinflusst wurde. Anhand der vorliegenden Ergebnisse können relevante Beeinträchtigungen des Kranichs infolge von Barrierewirkungen oder eine signifikante Erhöhung des Kollisionsrisikos im Bereich des Untersuchungsgebiets ausgeschlossen werden. Die für Rastvögel relevanten Bereiche liegen im nördlichen Teil des Untersuchungsgebietes („Massenhauser Höhe“, Petersberg sowie insbesondere zwischen Massenhausen und „Gut Höhe“, Hülloh). Hier wurden häufig mehrere Individuen „windkraftempfindlicher“ Vogelarten beobachtet. Für die im südlichen Teil liegenden Offenlandbereiche, d.h. zwischen Twiste und Mengeringhausen sowie zwischen Twiste und Gembeck, liegen dagegen nur wenige Beobachtungen einzelner Individuen „windkraftempfindlicher“ Arten vor. Da im Zuge der Planung im Norden bereits eine Verkleinerung des Geltungsbereiches erfolgte und somit der geplante Windpark einen größeren Abstand zu den schwerpunktmäßig genutzten Aufenthaltsbereichen aufweist, können mögliche negative Auswirkungen auf rastende „windkraftempfindliche“ Vogelarten ausgeschlossen werden. Eine detaillierte Bewertung der Auswirkungen der geplanten Windenergieanlagen auf den Brutvogelbestand erfolgte ebenfalls in einem Ornithologischen Fachgutachten (PNL 2012c). Darin kommen die Gutachter abschließend zu folgendem Ergebnis: Das Untersuchungsgebiet erweist sich im Hinblick auf die Avifauna in erster Linie als typisches, weitgehend durchschnittlich strukturiertes Gebiet mit einer guten Ausstattung an wertgebenden Waldarten, für die insbesondere die Bestände alter Laubbäume von Bedeutung sind. Diese sollten bei der konkreten Standortwahl unangetastet bleiben. Von den nachgewiesenen Brutvogelarten sind nur der Rotmilan und der Baumfalke als windkraftempfindlich einzustufen. Bei diesen Arten kann es durch den Betrieb von Windkraftanla- PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 26

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht gen zu einem erhöhten Kollisionsrisiko (Rotmilan) bzw. zur Meidung der näheren Umgebung des Standortes von Windenergieanlagen (Baumfalke) kommen. Aus diesem Grund werden lediglich diese beiden Arten näher betrachtet. Von den Rotmilanen wurde ein besetzter Horst in ca. 300 m, der andere in ca. 1.300 m Entfernung zum Geltungsbereich der Flächennutzungsplan-Änderung ermittelt. Diese Horste befinden sich innerhalb bzw. knapp außerhalb der von der LAG-VSW (2007) empfohlenen Ausschlussbereiche. Für diese beiden Horste, insbesondere für den „Am Freudenbrunnen“ gelegenen, ist zunächst generell von einem erhöhten Konfliktpotenzial auszugehen, welches aber erst standortspezifisch betrachtet und bewertet werden kann, nachdem die konkreten Anlagenstandorte festgelegt wurden. Für die im unmittelbaren Waldgebiet vorkommenden Rotmilanpaare wurde deshalb eine separate Raumnutzungsanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sowie deren Bewertung hinsichtlich eines möglichen Konfliktpotenzials mit dem geplanten Bau der Windenergieanlagen sind Gegenstand eines standortspezifischen Ergänzungsgutachtens und werden im Zuge des BImSchG-Verfahren berücksichtigt. Für den Baumfalken ist von einem mittleren Kollisionsrisiko auszugehen, das Meideverhalten dieser Art gegenüber Windenergieanlagen ist allerdings als hoch anzusehen. Nach den Empfehlungen der LAG-VSW (2007) ist bei der Planung von Windenergieanlagen ein Mindestabstand von 1.000 m um bekannte Vorkommen dieser Art einzuhalten. Das im nördlichen Teil des Untersuchungsgebiets ermittelte Baumfalkenrevier befindet sich jedoch in einem Abstand von etwa 3.000 m zum Geltungsbereich der Flächennutzungsplan-Änderung. Zudem konnte keine intensive Nutzung der näheren Umgebung des geplanten Windparks ermittelt werden. Aus diesen Gründen kann eine signifikante Erhöhung des Tötungsrisikos bzw. eine erhebliche Störung mit negativen Auswirkungen auf den Erhaltungszustand der lokalen Population dieser Art ausgeschlossen werden. Die Dichte der Vorkommen an windkraftempfindlichen Groß- und Greifvögeln innerhalb des Untersuchungsgebiets ist für den Baumfalke als gering und für den Rotmilan als durchschnittlich zu bewerten. Innerhalb des Geltungsbereichs der FNP-Änderung wurden lediglich zwei Reviere von planungsrelevanten Arten ermittelt (je ein Revier des Schwarzspechts und der Hohltaube). Für diese Arten kann es zur Vermeidung der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände erforderlich sein, artspezifisch funktionale Maßnahmen umzusetzen. Sie sind deshalb bei der Realisierung des geplanten Vorhabens besonders zu berücksichtigen. Hinsichtlich der im Untersuchungsgebiet auftretenden Nahrungsgäste (Schwarzmilan, Graureiher, Schwarzstorch) kann eine signifikante Erhöhung des Tötungsrisikos bzw. eine erhebliche Störung mit negativen Auswirkungen auf den Erhaltungszustand der lokalen Population dieser Arten ausgeschlossen werden, da keine regelmäßige, intensive Nutzung des Untersuchungsgebiets durch diese Arten festgestellt werden konnte. Bezüglich der Fledermausfauna hat das angefertigte Fachgutachten (ITN 2011) die Beeinträchtigungen, die sich durch das Vorhaben der Errichtung des Windparks Mengeringhausen auf die dortigen Fledermäuse ergeben, aufgezeigt und analysiert. Es kommt dabei zu dem Ergebnis, dass für die geplanten Windenergieanlagen eine erhebliche Störung lokaler Populationen bzw. der relevante Verlust von Quartieren nicht anzunehmen ist. Die vorgesehenen Standorte liegen vorwiegend in Fichtenbeständen, auf Waldlichtungen und Windwurfflächen. Durch die Standortwahl ist eine Gefährdung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten sowie essentiellen Nahrungsräumen nicht gegeben. Mit der Inanspruchnahme PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 27

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