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2 MB - Bad Arolsen

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19. FNP-Änd., Stadt

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht von Fichtenbeständen sind in der Regel keine bedeutenden Fledermauslebensräume betroffen. In jüngeren Fichtenbeständen (Fichtendickicht) mit sehr hohem Raumwiderstand können im Allgemeinen nur sporadisch auf Wegen vorbeifliegende Fledermäuse festgestellt werden. Zur Verhinderung von baubedingten Tötungen wird im Fledermauskundlichen Fachgutachten (ITN 2011) empfohlen, die Waldrodung von November bis Mitte Februar außerhalb der Aktivitätsphasen von Fledermäusen durchzuführen. Diese zeitliche Einschränkung ist im Zuge des Genehmigungsverfahrens als Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahme in den Landschaftspflegerischen Begleitplan aufzunehmen. Nach dem Vermeidungsprinzip soll auf eine Rodung von Quartierbäumen verzichtet werden. Neben dem Lebensraumverlust und den baubedingten Tötungen ist für Fledermäuse vor allem die Schlagwirkung von Windenergieanlagen relevant. Fledermäuse können durch direkte Kollision mit den Rotoren von Windenergieanlagen oder vermutlich auch durch Unterdruckverhältnisse im Verwirbelungsbereich (sog. „Barotrauma“) zu Tode kommen. „Eine Kollisionsmöglichkeit besteht sowohl während der Nahrungssuchflüge als auch während der kleinräumigen Transferflüge zwischen Quartier und Jagdgebiet, vor allem aber während der großräumigen Migrationsflüge“ (ITN 2011). Im Allgemeinen ist die Kollisionshäufigkeit und – wahrscheinlichkeit nach aktuellem Forschungsstand von der Aktivität der Fledermäuse in Gondelhöhe und somit auch von der Windgeschwindigkeit, dem Monat und der Jahreszeit abhängig. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse wird im Fledermauskundlichen Fachgutachten eine signifikante Erhöhung des Kollisionsrisikos nicht vollständig ausgeschlossen. Daher sieht das Gutachten verschiedene artspezifische Vermeidungsmaßnahmen vor. Hierzu gehört u. a. eine Betriebszeitenkorrektur in den Monaten August und September. Hinsichtlich der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände gemäß § 44 BNatSchG kommt das Fledermauskundliche Fachgutachten (ITN 2011) in seiner abschließenden Beurteilung zu folgendem Ergebnis: „Nach derzeitigem wissenschaftlichem Erkenntnisstand kann eine erhebliche Beeinträchtigung nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG (Tötung) durch Kollision von Fledermäusen mit den Rotoren der WEA nicht vollständig ausgeschlossen werden. Aus diesen Gründen ist eine Betriebszeitenkorrektur mit einer Abschaltung der Anlagen in den Nächten des August und Septembers (01.08.-20.09.) und bei Windgeschwindigkeiten unter 6m/sec erforderlich. Während eines zweijährigen automatisierten Monitorings in Gondelhöhe in vier der geplanten Anlagen kann der Betriebsalgorhythmus verändert werden. Durch die zeitweise Abschaltung kann nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand die Beeinträchtigung für die Fledermausfauna so weit gemindert werden, dass kein Verbotstatbestand nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG mehr gegeben ist.“ Hinsichtlich der Fledermausfauna beschränken sich die artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände gemäß § 44 BNatSchG zusammenfassend auf den Verlust von Quartieren und die Annahme von Schlagopfern. Für die eingriffsrelevanten Beeinträchtigungen von Lebensräumen gemäß § 15 BNatSchG sind in der Landschaftspflegerischen Begleitplanung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens gem. BImSchG fledermausspezifische Ausgleichsmaßnahmen darzustellen und festzusetzen. Diese sind im Fledermauskundlichen Fachgutachten dargestellt (Verbesserung von Lebensraumstrukturen im Wald, Extensivierungsmaßnahmen im Wald). PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 28

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht Auf Ebene des nachgeordneten immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens sind grundsätzlich die Auswirkungen auf besonders oder streng geschützte Arten durch ergänzende standortbezogene Untersuchungen zu bestimmen. Dabei sind auch artenschutzrechtliche Vermeidungsmaßnahmen zu konkretisieren, um Gefährdungen zu vermeiden. Auf Ebene des Flächennutzungsplanes können im Allgemeinen konkrete Beeinträchtigungen geschützter Arten noch nicht abschließend ermittelt werden, da im Zuge der Flächennutzungsplan-Änderung lediglich Flächen für die Windkraftnutzung ausgewiesen werden und keine detaillierte Ausgestaltung des Windparks erfolgt. Somit steht auch der konkrete Eingriff derzeit noch nicht fest. Eine dezidierte artenschutzrechtliche Prüfung ist daher in diesem Stadium der Planung noch nicht möglich. In diesem Gutachten erfolgt demzufolge zunächst nur eine Abschätzung des Konfliktpotenzials im Hinblick auf mögliche oder nachgewiesene Vorkommen von relevanten Arten, die dem gesetzlichen Artenschutz unterliegen. In der unten stehenden Tabelle wird für pot. betrachtungsrelevante Arten im UG ermittelt, ob für diese ggf. artenschutzrechtliche Konflikte im Zusammenhang mit dem geplanten Vorhaben zu erwarten sind. Artenschutzrechtliche Vorgaben finden sich im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG vom 29.07.2009) im Kapitel 5, Abschnitt 3, dabei insbesondere die §§ 44 und 45 BNatSchG. Dort sind in § 44 (1) BNatSchG Zugriffsverbote (= Verbotstatbestände) definiert, die bei Planungs- und Zulassungsverfahren im Hinblick auf alle europarechtlich geschützten Arten (europäische Vogelarten sowie für die Arten des Anhangs IV der FFH-RL) zu berücksichtigen sind. Tabelle 5: potenzielle Konflikte der artenschutzrechtlich relevanten Arten des UG mit dem geplanten Vorhaben Gruppe oder Taxa artenschutzrechtlich relevante Arten im UG Status Konflikte mit Verbotstatbeständen des § 44 (1) Nr. 1-4 Bauzeitlich 1 Anlagebedingt 2 Betriebsbedingt 3 Pflanzen keine 3 3 3 Säuger (ohne Fledermäuse) Pot. Vorkommen: Haselmaus Muscardinus avellanarius 1 2 3 Wildkatze Felis silvestris 1 2 3 Brutvögel alle relevanten Arten (PNL 2012c): Amsel Turdus merula BV 1 2 2 Baumfalke Falco subbuteo BV 1 2 1 Blaumeise Cyanistes caeruleus BV 1 2 2 Buchfink Fringilla coelebs BV 1 2 2 Buntspecht Dendrocopos major BV 1 2 2 Dorngrasmücke Sylvia communis BV 1 2 2 Eichelhäher Garrulus glandarius BV 1 2 2 Elster Pica pica BV 1 2 2 1 V.a. Störwirkungen und Tötungsrisiko 2 Ggf. Barriere- und Zerschneidungseffekte oder Entnahme von Fortpflanzungs- und Ruhestätten 3 Im Wesentlichen Kollisionsrisiko PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 29

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