Aufrufe
vor 5 Jahren

2 MB - Bad Arolsen

2 MB - Bad Arolsen

19. FNP-Änd., Stadt

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht anfallende Oberboden wird wieder eingebracht und geht dem Naturhaushalt dadurch nicht verloren. Die Fundamente werden aus Beton gefertigt. Zu einer Vollversiegelung kommt es dabei insbesondere an den Anlagensockeln. Außerhalb der Türme und der Windkraftanlagen wird die Versiegelung der Fundamente nicht sichtbar sein, da sie mit Oberboden überdeckt bzw. angeschüttet werden. Auf den zukünftig überdeckten Fundamenten sind die Bodenfunktionen in eingeschränktem Maße weiter gegeben. Im Bereich der Vollversiegelung wird der anstehende Boden jedoch vollständig beseitigt und dessen Funktionen im Naturhaushalt als Lebensraum, als Bestandteil von Stoff- und Wasserkreisläufen sowie als Filter- und Puffermedium gehen verloren. Durch die geringe quantitative Ausdehnung der versiegelten Fläche im Verhältnis zur Gesamtfläche der gesamten Sonderbaufläche „Windenergie“ ist jedoch grundsätzlich von einer geringen Beeinträchtigung der Bodenfunktionen auszugehen. Als eingriffsminimierend kann auch berücksichtigt werden, dass Rückbaubürgschaften die Wiederherstellung des Zustandes nach Ablauf der Laufzeit der Windkraftanlagen sichern. Die Fundamente werden dann wieder rückstandsfrei entfernt und der Waldboden entsiegelt. Schutzgut Wasser Das Schutzgut Wasser besitzt unterschiedliche Funktionen für den Naturhaushalt. Zu unterscheiden sind die Teilbereiche Grundwasser und Oberflächengewässer. Schutzziele sind die Sicherung der Quantität und Qualität des Grundwassers sowie die Erhaltung und Reinhaltung der Oberflächengewässer. Standortbeschreibung und Bewertung des derzeitigen Zustands Der Stadtwald Mengeringhausen wird insbesondere im nordöstlichen Bereich von einigen Gewässern geprägt. Es handelt sich dabei um die vier Quellbäche des Baches „Glockenbrunnen“, der im Mengeringhäuser Wald entspringt und in der Ortslage von Mengeringhausen in die Aar mündet. Daneben existieren entlang der Fließgewässer mehrere Fischteiche, die sich im Bereich „Weißer Stein“ konzentrieren. Das Glockenbrunnental selbst liegt außerhalb des Geltungsbereichs der Flächennutzungsplan-Änderung. Der Talraum wird somit von Windkraftanlagen freigehalten. Innerhalb des Geltungsbereiches befindet sich lediglich der südlichste Seitenarm des Glockenbrunnens, der mit den anderen Quellbächen zusammen dessen Oberlauf speist. Die Zuflüsse des Glockenbrunnens weisen nach Angaben aus dem Landschaftsplan der Stadt Bad Arolsen (BÜRO ASP GMBH 2004) insgesamt mäßige Veränderungen der Gewässerstruktur auf (mäßig naturnah). Nur der nördlichste Seitenarm weist eine geringe Veränderung der Gewässerstruktur auf, jedoch wird hier die Fichtenkultur entlang des Oberlaufs im Landschaftsplan als Beeinträchtigung genannt. Hinsichtlich der Gewässergüte ist entlang des Glockenbrunnens keine oder eine sehr geringe Belastung zu verzeichnen (Güteklasse I). Die intensiv genutzten Fischteiche sind dagegen als naturfern zu bezeichnen. Sie weisen eine hohe Nutzungsintensität mit hohem Fischbesatz und meist steile Uferböschungen auf. Hinsichtlich des Grundwassers weist das Plangebiet eine mäßige bis mittlere Grundwasserergiebigkeit auf (5-15 l/sec). Das Hauptgrundwasserstockwerk befindet sich meist in den Schichten des Mittleren Buntsandsteins. Aus geologischer Sicht liegt mit den Sand- und Tonsteinen des Buntsandsteins ein Kluftgrundwasserleiter vor. Die Verschmutzungsempfindlichkeit wird vor allem durch die Art und Mächtigkeit der über den Grundwasserleitern gelegenen Deckschichten bestimmt. Aufgrund vorhandener Hanglehm- und stellenweise Lößbe- PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 36

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht deckung folgt für das Plangebiet eine wechselnd große bis mittlere Verschmutzungsempfindlichkeit. In den Bachtälern besteht eine höhere Gefährdung des Grundwassers, da hier das Grundwasser häufig hoch ansteht. Teilflächen des Plangebietes befinden sich in der weiteren Schutzzone III B des festgesetzten Wasserschutzgebiets für die Trinkwassergewinnungsanlagen „Tiefbrunnen Massenhausen und Tiefbrunnen Berndorf“. Weiterhin befinden sich Teile des Geltungsbereichs innerhalb der Zone IV und D des Heilquellenschutzgebietes für die staatlich anerkannte Heilquelle „Schlossbrunnen“ der Stadt Bad Arolsen. Prognose über die Entwicklung des Zustands bei Durchführung der Planung Wie bereits im Kapitel „Schutzgut Boden“ dargelegt, kommt es im Zuge der Realisierung der geplanten Windenergieanlagen zu Neuversiegelungen. Auf den zukünftig neu versiegelten Grundflächen der Windenergieanlagen inkl. Fundamente kann das anfallende Niederschlagswasser nicht mehr oder nur sehr begrenzt versickern und zur Grundwasserneubildung beitragen. Aufgrund der vergleichsweise kleinflächigen Vollversiegelung im Bereich der Anlagensockel hat das geplante Vorhaben jedoch keine erheblichen Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung und die Erhöhung des oberflächlichen Abflusses. Ein Großteil des anfallenden Oberflächenabflusses kann zudem auf angrenzenden, unversiegelten Flächen versickert werden. Im Bereich der teilversiegelten Flächen (Zuwegungen und Stellflächen) bleibt die Versickerungsfähigkeit des Bodens durch die Schotterung in eingeschränktem Umfang gewährleistet. Als weitere Minimierungsmaßnahme ist vorgesehen, die Anlagenstandorte an bereits ausgebauten Wegen zu orientieren und die Transformatoren in die Windenergieanlagen zu integrieren. Dadurch wird der Flächenverbrauch und die Versiegelung reduziert bzw. vermindert. Beim Betrieb von Windenergieanlagen finden wassergefährdende Stoffe z. B. in Form von Ölen (Getriebeöle, Transformatorenöl) oder Fetten (z. B. Zahnradfett, Wälzlagerfett) Verwendung. Die Menge der verwendeten Füllmengen schwankt in Abhängigkeit vom Anlagentyp. Auch die Art der Befüllung und die entsprechenden Sicherheitseinrichtungen unterscheiden sich je nach Anlagentyp. Da der Anlagentyp auf Ebene der vorbereitenden Bauleitplanung noch nicht endgültig feststeht, kann das Risiko erst auf der Ebene der Genehmigung endgültig bewertet werden. Durch die geplante Verwendung von umweltfreundlichen, biologisch schnell abbaubaren Schmierstoffen / Hydraulikflüssigkeiten (Ölen) aller eingesetzten Maschinen kann das Gefahrenpotenzial während der Bauphase minimiert werden. Da sich die geplanten Anlagenstandorte zum Teil im Wasserschutzgebiet Zone III B und im Heilquellenschutzgebiet befinden, sind zudem die Ver- und Gebote der Schutzgebietsverordnungen zu beachten. Auflagen, die evtl. bei der Bauausführung im Wasserschutzgebiet zu beachten sind, werden von der zuständigen Wasserbehörde im Zulassungsverfahren festgelegt. Eine Beeinträchtigung der Belange des Grundwasserschutzes ist unter Einhaltung der zu beachtenden Vorgaben und der gebotenen Vorsorgemaßnahmen nach dem Stand der Technik nicht zu erwarten, zumal die konkreten Anlagenstandorte in höher gelegenen und damit grundwasserfernen Bereichen vorgesehen sind. Inwieweit dennoch Grundwasserleiter beim Aushub der Baugruben angeschnitten werden, lässt sich mit dem derzeitigen Stand der Planungen noch nicht abschließend bestimmen. Hinsichtlich der vorhandenen Oberflächengewässer sind die allgemeinen Sorgfaltspflichten des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und des Hessischen Wassergesetzes (HWG) zu beachten. Demnach sind oberirdische Gewässer und ihre Gewässerrandstreifen zu schützen. Als Gewässerrandstreifen gilt nach § 23 HWG eine Fläche in einer Breite von 10 Metern ge- PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 37

Happy Info August 2013 - 9 MB - Bad Arolsen
Happy Info Winterausgabe 2013 / 2014 - Bad Arolsen
Stadtjournal Ausgabe 2/2013 - Stadt Bad Saulgau
Handbuch (PDF, 35 Seiten, 2 MB) - Amt für Landschaft und Natur
Heft 2 (PDF, 4,11 MB) - Speyer
Ausgabe 2/2011 (Dateigröße: 5,99 MB) - Raiffeisenbank Bad ...
Ornith Ornithologisches Fachgutachten chgutachten - Bad Arolsen
WEA_Mengeringhausen_Zugvogelgutachten - Bad Arolsen
Naturschutzfachliche Stellungnahme des NABU Bad Arolsen zum ...
Flyer der 29. Arolser Barock-Festspiele 2014 - 2 MB - Bad Arolsen
Gruppe Bad Arolsen - NABU Bad Arolsen
Fledermäuse Mengeringhausen Endbericht 29.02.2012 - Bad Arolsen
2. 7. Verschiedenes - Bad Arolsen
Beteiligungsbericht 2010 der Stadt Bad Arolsen
2 NIEDERSCHRIFT über die 6. öffentliche Sitzung ... - Bad Arolsen
Wirtschaftlichkeitsbewertung Strandbad - 4 MB - Bad Arolsen
Ortsbeirat Helsen - Bad Arolsen