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2 MB - Bad Arolsen

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19. FNP-Änd., Stadt

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht Mengeringhausen vor allem in Form von schmalen Waldwiesentälern. Diese liegen jedoch außerhalb des Plangebietes. Insgesamt wird das Waldgebiet des Stadtwaldes im Landschaftsplan der Stadt Bad Arolsen (BÜRO ASP 2004) als großes, unzerschnittenes, stark reliefiertes Waldgebiet mit Laub-, Misch und Nadelwaldbeständen beschrieben. Hinsichtlich des Landschaftsbildes weist das Waldgebiet jedoch eine Zweiteilung auf. Der südöstliche Teil wird bis zum Trappenberg von einem monostrukturierten Fichtenwald geprägt und ist somit als stukturarm zu bezeichnen. Der nordwestliche Teil wird vor allem durch Laubmischwald charakterisiert. Hier besteht zudem in Teilbereichen eine enge Verzahnung zwischen den zum Teil sehr schmalen Waldwiesen-Tälern und dem angrenzenden Waldgebiet. Das Relief verfügt durch die Täler der Quellbäche über einen bewegten Verlauf. Der nordwestliche Teil weist dadurch insgesamt eine höhere Strukturvielfalt auf. Jedoch gibt es auch in diesem Teil Bereiche, die von Nadelgehölzen dominiert werden und eine geringere Strukturvielfalt aufweisen. Insbesondere ist das Tal des Glockenbrunnens durch ein reich gegliedertes Landschaftsbild geprägt. Dieser sensible Bereich wurde jedoch vom Geltungsbereich ausgenommen und wird dadurch von Windkraftanlagen freigehalten. Die Anlagen sollen vorwiegend im südlichen Teil des Stadtwaldes im Bereich vorhandener Nadelwälder konzentriert werden. Als Bewertungskriterium für das Landschaftsbild wird neben der Vielfalt auch die Eigenart und Naturnähe herangezogen. Von Natur aus ist der Naturraum „Waldecker Wald“ ein Luzulo-Fagetum-Gebiet, in dem die Buche überwiegt. Die vorhandenen Laubwaldbestände sind somit charakteristisch und für den Naturraum typisch. Jedoch sind auch die Laubwaldbestände durch den menschlichen Einfluss geprägt. Es handelt sich um genutzte Wirtschaftswälder, deren Baumartenzusammensetzung und Umtriebsintensität unter anderem nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten festgesetzt wird. Durch die vorherrschende, teilweise intensive Forstwirtschaft ist lediglich von einer mittleren Eigenart im Plangebiet auszugehen. Deutliche Zeichen einer Intensivierung stellen die vorhandenen Fichtenmonokulturen im Wald dar. Die Hochspannungsleitung westlich Mengeringhausen ist als landschaftsbildstörende Vorbelastung zu werten. Außerdem zählen der im Westen zwischen Adorf, Vasbeck und Helmscheid vorhandene Windpark, wie auch die im Norden zwischen Massenhausen, Kohlgrund und Helmighausen bestehenden Windkraftanlagen zu den Vorbelastungen. Als visuelle Störung sind ferner die vorhandenen Hauptverkehrswege und die am nordöstlichen und südlichen Ortsrand von Mengeringhausen angesiedelten Gewerbegebiete zu nennen. Prognose über die Entwicklung des Zustands bei Durchführung der Planung Bei der Errichtung von Windenergieanlagen ist fast immer von einer Beeinträchtigung oder zumindest von einer stärkeren Veränderung des Landschaftsbildes auszugehen, zumal die Windenergieanlagen seit den 90iger Jahren beachtlich an Größe gewonnen haben. Mit zunehmender Größe erhöht sich dabei die visuelle Wirksamkeit im Landschaftsbild. Das optische Erscheinungsbild der Landschaft wird durch das Einbringen technischer Bauwerke verändert. Die größten Auswirkungen des Vorhabens entstehen durch die Raumwirkung der Windkraftanlagen. Dies steht im Zusammenhang mit den Aspekten des Maßstabsverlustes, technischer Überfremdung, Kontrast zur spezifischen Eigenart der Landschaft, Horizontbeeinträchtigung, Blickfeldbelastung, Störung durch Rotorbewegungen sowie eine Störung der Nachtlandschaft durch die notwendige Nachtkennzeichnung. PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 40

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht Zur Vermeidung von Turbulenzwirkungen der benachbarten Baumwipfel werden im Plangebiet voraussichtlich Windkraftanlagen mit einer Anlagenhöhe weit oberhalb der Baumkronen gewählt. Die Errichtung solch hoher Windenergieanlagen führt zweifellos zu einer erhebliche Landschaftsbildveränderung, zumal die Anlagen funktionsbedingt an einem visuell exponierten Standort errichtet werden und sich somit insgesamt eine hohe Sichtbarkeit der Anlagen ergibt. Mit der Errichtung der vorgesehenen Windkraftanlagen wird der gewohnte vertikale Höhenmaßstab überlagert. Die geplanten Anlagen stellen eine den Wald überragende technische Großstruktur dar, die das landschaftliche Erscheinungsbild beeinträchtigt und einen deutlichen Kontrast zur spezifischen Eigenart der Landschaft darstellt. Die charakteristischen Fernsichten und Horizonterlebnisse werden durch die geplanten hohen Windkraftanlagen ästhetisch abgewertet. Dennoch ist festzuhalten, dass es Bereiche geben wird, in denen die Wahrnehmbarkeit der Windenergieanlagen topografiebedingt oder durch Vegetation und Gebäude eingeschränkt wird, so dass diese Räume nur mäßige Belastungen erfahren. Zudem nimmt die Sichtbarkeit der Anlagen mit zunehmender Entfernung zu den Anlagen ab. In der fachlichen Ausarbeitung zum ehemals angestrebten Zielabweichungsverfahren zum Bauvorhaben „Windpark Mengeringhausen“ (WPD ONSHORE 2011), das mit dem Urteil des Hess. Verwaltungsgerichtshofes zur Unwirksamkeit der Vorranggebiete für Windenergienutzung im Regionalplan Nordhessen 2009 entbehrlich wurde, wurde eine Landschaftsbildanalyse durchgeführt. Dabei wurde die Wirkung auf das Landschaftsbild in einem 10 km Radius bewertet und in einer Karte der sichtbare Bereich dargestellt. Die Landschaftsbildanalyse bezieht sich dabei auf den Stand der technischen Planung zum Zielabweichungsverfahren. Darin war die Ausweisung eines Windvorranggebietes zur Windenergienutzung auf einer deutlich größeren Fläche von ca. 260 ha mit geplanten 15 Windenergieanlagen vorgesehen. Die sich darauf beziehende Landschaftsbildanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass durch die großen zusammenhängenden Waldgebiete und die bewegte Geländetopologie im östlichen und zentralen Teil der betrachtete Raum vorwiegend im Westen von dem Eingriff betroffen ist. Dort dominieren die offenen, anthropogen stark überformten, landwirtschaftlich genutzten Bereiche, die aufgrund ihrer Strukturarmut und hohen visuellen Verletzlichkeit großflächig von dem visuellen Einfluss betroffen sind. Nach der o.g. Landschaftsbildanalyse besitzen nur etwa 30 % der Flächen des betrachteten Raumes Sichtbeziehungen zum geplanten Windpark. In Bezug auf den 10 km Radius ist insgesamt von einer eher mittleren Eingriffsintensität auszugehen. Im unmittelbaren Nahbereich ergibt sich eine größere Beeinträchtigung vor allem durch den Maßstabsverlust. Bedingt durch die atmosphärische Auflösung nehmen die Beeinträchtigungen im Landschaftsbild jedoch grundsätzlich mit zunehmender Entfernung ab. Festzuhalten wäre in diesem Zusammenhang noch, dass es prinzipiell immer dem subjektiven Empfinden des einzelnen Betrachters unterliegt, ob die Errichtung von Windkraftanlagen das Landschaftserleben des Einzelnen schmälert oder nicht, wobei auch die allgemeine Einstellung zur Windenergienutzung dabei eine entscheidende Rolle spielt. Zur Beurteilung der visuellen Beeinträchtigungen durch die anlagebedingten Veränderungen des Landschaftsbildes wurde zudem eine Visualisierung erstellt. Die Ergebnisse dieser Visualisierung werden im folgenden Kapitel (Kultur- und Sachgüter) ausführlich dargestellt. Für die Altstadt von Mengeringhausen besteht von den meisten Sichtpunkten kaum eine Relation zum geplanten Windpark, da sich diese in einer Tallage befindet. Nur in Ausnahmefällen könnte in Mengeringhausen ein Rotorblatt sichtbar werden. Auch aus den historischen Ortslagen Bad Arolsen und Twiste heraus ist der geplante Windpark nicht sichtbar. Nach der Rechtsprechung des OVG NRW (Urteil vom 18.11.2002, 7 A 2140/00) darf bei der rechtli- PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 41

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