Aufrufe
vor 5 Jahren

2 MB - Bad Arolsen

2 MB - Bad Arolsen

19. FNP-Änd., Stadt

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht Vermeidung und Minimierung Im vorliegenden Planungsfall sind bisher folgende Maßnahmen zur Vermeidung vorgesehen: Wahl umweltverträglicher Standorte − Bevorzugung von WEA Standorten mit geringerem naturräumlichen Wert. − Die artenreichen Kerbtäler samt ihrer Hangbereiche werden freigehalten. − Die Standorte werden an bestehenden Forstwegen platziert. − Die Standorte werden zudem bevorzugt auf Flächen mit Nadelgehölzen (überwiegend Fichtenmonokultur) oder auf ehemaligen Windwurfflächen, auf denen sich aktuell noch relativ junge Aufforstungen befinden, geplant. − Altbuchenbestände von 100 und mehr Jahren sind Tabubereiche für die WEA. − Zur Wahrung der Flugplatzrunde des benachbarten Flugplatzes Mengeringhausen wurde der Geltungsbereich im Norden verkleinert. Dadurch weist der geplante Windpark auch einen größeren Abstand zu den schwerpunktmäßig genutzten Aufenthaltsbereichen rastender Vogelarten auf. − Die Lage des Plangebietes ist so gewählt, dass ein Mindestabstand von mehr als 1.000 m zu geschlossenen Ortschaften gewahrt bleibt. Vermeidung baubedingter Beeinträchtigungen − Durch einen gezielten Bauzeitenplan, der die Abläufe der einzelnen Bauphasen regelt, wird für einen reibungslosen Ablauf und damit für eine möglichst kurze Bauphase gesorgt. Auch die angestrebte einfache Bauweise der Erschließung (Schotterwege) führt zu einer erheblich verkürzten Bauphase. − Notwendige Baustraßen werden nach Abschluss der Bauarbeiten auch der Erschließung der Windkraftanlagen dienen. Zudem werden die zu errichtenden Wege der forstwirtschaftlichen Nutzung dienlich sein und ggf. Rückegassen ersetzen oder sich an diesen orientieren. Dadurch können unnötiger Flächenverbrauch und eine Beeinträchtigung anderer Flächen vermieden werden. − Der durch Bodenaushub von Fundamenten, Zuwegungen und Stellflächen anfallende Oberboden wird wieder eingebracht, damit er dem Naturhaushalt nicht verloren geht. Der ausgehobene Unterboden, welcher nicht weiter vor Ort eingebracht werden kann, wird ordnungsgemäß abgefahren. − Durch die Verwendung von umweltfreundlichen, biologisch schnell abbaubaren Schmierstoffen / Hydraulikflüssigkeiten(ölen) bei allen baubedingt eingesetzten Maschinen, wird das Gefahrenpotenzial hinsichtlich einer Verschmutzung des Bodens oder Grundwassers minimiert. − Im Vorfeld von Gehölzarbeiten bevor die Baustraßen und Stellflächen definitiv festgelegt werden, sind die Bäume nach Horsten sowie auf eine Nutzung als Quartierbäume für Fledermäuse zu kontrollieren, so dass eine Beeinträchtigung der Fauna vermieden werden kann. Gegebenenfalls sind die Wege und Stellflächen zu verlegen. − Die Gehölzarbeiten sollen in den normalen forstlichen Arbeitsablauf integriert werden. Um keine Windangriffsflächen für den bestehenden Wald zu bieten, werden die Standorte dabei forstwirtschaftlich optimiert. − Die Waldrodung hat in Abstimmung mit dem Jahresholzeinschlag zu erfolgen. Der Standardjahresholzeinschlag wird auch im Jahr der Errichtung der WEA nicht überschritten. PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 46

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht − Die Waldrodung hat möglichst von November bis Mitte Februar zu erfolgen (außerhalb der Aktivitätsphasen von Fledermäusen und außerhalb der Brutperiode von Vögeln). Vermeidung anlagebedingter Beeinträchtigungen − Die Zuwegungen und Stellflächen werden so angelegt, dass der Flächenverbrauch und die Versiegelung möglichst gering sind. Dies geschieht durch die Orientierung an bestehenden Strukturen bzw. ausgebauten Wegen sowie durch die Anlage der Weg- und Stellflächen in wasserdurchlässiger Bauweise. − Durch die Integration der Transformatoren in die Windenergieanlagen kann die Versiegelung von Flächen reduziert werden. − Die Farbgebung der Windenergieanlagen ist so zu wählen, dass sie sich bestmöglich in ihre Umgebung einpassen. − Durch die Wahl von Anlagen neuester Technik und den von den Herstellern garantierten niedrigen Reflektormeterwerten bei Rotorblättern neuester Generation (durch die Verwendung matter Lackfarben) lassen sich Lichtreflexe nahezu vollständig vermeiden. − Durch das Anfüllen der Fundamente mit Oberboden kann die Funktion des Bodens als Pflanzenstandort wiederhergestellt werden. Vermeidung betriebsbedingter Beeinträchtigungen − Das allgemeine Kollisionsrisiko von Tieren mit den Rotoren kann durch eine farbliche Kennzeichnung der Rotoren und eine entsprechende Nachtkennzeichnung der Anlagen (nach neuestem Stand der Technik) minimiert werden. − Mit der Berücksichtigung einer Nachtabschaltung der Anlagen im August und September und bei Windgeschwindigkeiten unter 6 m/sec kann eine Beeinträchtigung für die Fledermausfauna gemindert werden. − Zur Minimierung der visuellen Wirkung der Leuchtfeuer sollen die Windkraftanlagen zudem mit einer Sichtweitenmesstechnik ausgerüstet werden. Dadurch kann die Lichtstärke der Lampen für die Nachtkennzeichnung stark reduziert werden. Bei einer Sichtweite von mehr als 5 km ist eine Reduzierung der Lichtleistung um 70 % und bei einer Sichtweite größer 10 km um 90 % möglich. − Die überwiegende Anlagenüberwachung soll per Datenfernabfrage erfolgen, so dass die verbleibende Störung durch Wartungsfahrzeuge deutlich reduziert ist. − Durch den Einsatz einer Abschaltautomatik kann ggf. ein übermäßiger Schattenwurf vermieden bzw. die Jahresbeschattungsdauer gesenkt werden. Durch geeignete Platzierung der Windenergieanlagen ggf. in Kombination mit einer nächtlichen Leistungs- und Schallreduzierung wird die Schallausbreitung auf das gesetzliche Maß gemäß TA-Lärm dauerhaft begrenzt. Damit kann der Anwohnerschutz gewahrt werden. Im Rahmen des weiterführenden Genehmigungsverfahrens sind grundsätzlich die Auswirkungen auf besonders oder streng geschützte Arten durch ergänzende standortbezogene Untersuchungen zu bestimmen. Hieraus ergeben sich gegebenenfalls weitere Vermeidungsmaßnahmen, die im nachgeordneten Genehmigungsverfahren festgelegt werden. Ausgleichsmaßnahmen Gem. § 15 BNatSchG ist der Verursacher eines Eingriffs verpflichtet, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen sowie unvermeidbare Beeinträchti- PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 47