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2 MB - Bad Arolsen

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19. FNP-Änd., Stadt

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht Durch Windkraftanlagen können für störungsempfindliche Arten der Avi- und Fledermausfauna Lebensräume und Nahrungshabitate verloren gehen. Da sich diese Tierartengruppen in der Höhe der Rotoren bewegen, kann zudem von betriebsbedingten Störungen durch Windkraftanlagen ausgegangen werden. Deshalb wurden die Vögel und Fledermäuse im Vorfeld vertiefend untersucht. Hinsichtlich des Zugvogelbestandes fand eine Erfassung des Vogelaufkommens im Herbst 2011 statt. Die Ergebnisse sind in einem Ornithologischen Fachgutachten (PNL 2012a) dargelegt. Den im Rahmen dieses Fachgutachtens ermittelten Ergebnissen zufolge weist das Untersuchungsgebiet eine durchschnittliche Bedeutung für Zugvögel auf. Aufgrund der beobachteten Zugrichtung und –höhe der kollisionsgefährdeten Arten kann die Wahrscheinlichkeit negativer Auswirkungen auf die im Untersuchungsgebiet erfassten „windkraftempfindlichen“ Arten aufgrund erhöhter Kollisionsgefahr während des Zuges als gering angesehen werden. Auch relevante Beeinträchtigungen des Kranichs infolge Barrierewirkungen oder einer signifikanten Erhöhung des Kollisionsrisikos können anhand der vorliegenden Ergebnisse ausgeschlossen werden. Hinsichtlich der Relevanz als Aufenthaltsbereich „windkraftempfindlicher“ Vogelarten während des herbstlichen Durchzugs kommt insbesondere den Offenlandbereichen nördlich des Stadtwaldes die größte Bedeutung innerhalb des Untersuchungsgebietes zu. Für die südlich liegenden Offenlandbereiche liegen dagegen nur wenige Beobachtungen einzelner Individuen „windkraftempfindlicher“ Arten vor. Eine vertiefende Erhebung der relevanten Brutvögel wurde im Frühjahr 2012 durchgeführt. Die Ergebnisse sind ebenfalls in einem Ornithologischen Fachgutachten dargelegt (PNL 2012c). Den im Rahmen dieses Fachgutachtens ermittelten Ergebnissen zufolge erweist sich das Untersuchungsgebiet im Hinblick auf die Avifauna in erster Linie als typisches, weitgehend durchschnittlich strukturiertes Gebiet. Von den nachgewiesenen Brutvogelarten sind nur der Rotmilan und der Baumfalke als windkraftempfindlich einzustufen. Von den Rotmilanen wurden zwei besetzte Horste innerhalb bzw. knapp außerhalb der von der LAG- VSW (2007) empfohlenen Ausschlussbereiche ermittelt. Für die beiden besetzten Horste wurde eine separate Raumnutzungsanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse in einem standortspezifischen Ergänzungsgutachten dargestellt und im Rahmen des BImSchG-Verfahrens berücksichtigt werden. Das Revier des Baumfalken befindet sich nördlich Massenhausen mit einem Abstand von gut 3.000 m zum Geltungsbereich der Flächennutzungsplan-Änderung. Die Dichte der Vorkommen an windkraftempfindlichen Groß- und Greifvögeln ist für den Baumfalke als gering und für den Rotmilan als durchschnittlich zu werten. Bei der Brutvogelkartierung wurden innerhalb des Geltungsbereichs der Flächennutzungsplan-Änderung lediglich zwei Reviere planungsrelevanter Arten ermittelt, die bei einer Realisierung des Vorhabens besonders berücksichtigt werden müssen. Im Rahmen einer noch durchzuführenden Artenschutzprüfung ist zu klären, ob für diese Arten artspezifisch funktionale Maßnahmen erforderlich sind. Hinsichtlich der ermittelten Nahrungsgäste konnte anhand der vorliegenden Ergebnisse eine signifikante Erhöhung des Tötungsrisikos bzw. eine erhebliche Störung mit negativen Auswirkungen auf den Erhaltungszustand der lokalen Populationen ausgeschlossen werden. Auch bezüglich der Fledermausfauna wurde ein gesondertes Fachgutachten erstellt (ITN 2011). Es kommt dabei zu dem Ergebnis, dass für die geplanten Windenergieanlagen eine erhebliche Störung lokaler Populationen bzw. der relevante Verlust von Quartieren nicht anzunehmen ist. Eine erhebliche Beeinträchtigung nach § 44 (1) Nr. 1 BNatSchG durch eine signifikante Erhöhung des Kollisionsrisikos mit den Rotoren kann jedoch nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund ist eine PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 52

19. FNP-Änd., Stadt Bad Arolsen, STT Mengeringhausen Umweltbericht Betriebszeitenkorrektur in den Monaten August und September erforderlich. Mittels eines zweijährigen automatisierten Monitorings in Gondelhöhe kann dieser Anlagenalgorithmus geprüft und basierend auf den so gewonnen Daten dann evtl. verändert werden. In diesem Stadium der Flächennutzungsplan-Änderung ist eine dezidierte artenschutzrechtliche Prüfung noch nicht möglich. Deshalb erfolgt in diesem Umweltbericht zunächst eine Einschätzung, für welche potenziell betrachtungsrelevanten Arten ggf. artenschutzrechtliche Konflikte im Zusammenhang mit dem geplanten Vorhaben zu erwarten sind. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind insgesamt keine nicht ausräumbaren Hindernisse durch den Besonderen Artenschutz bekannt. Die Auswirkungen auf die Schutzgüter Boden, Wasser und Klima/ Luft sind als vergleichsweise gering zu klassifizieren. Die relativ kleinflächige Vollversiegelung im Verhältnis zur Gesamtfläche des Geltungsbereichs führt zu einem geringen Verlust der Funktionen für Boden, Versickerung und Frischluftentstehung. Die geplanten Anlagen werden auf Waldstandorten fußen, unter denen sich zumeist Böden mit natürlichem oder naturnahem Aufbau befinden. Die detaillierte Bilanzierung der Flächeninanspruchnahme erfolgt jedoch erst im nachfolgenden Genehmigungsverfahren gem. BImSchG. Die dauerhafte Zerstörung oder Minderung einzelner Bodenfunktionen ist in der Landschaftspflegerischen Begleitplanung entsprechend zu kompensieren. Teilflächen des Plangebietes liegen innerhalb der Schutzzone III B des Wasserschutzgebietes „Tiefbrunnen Massenhausen und Tiefbrunnen Berndorf“. Weiterhin befinden sich Teile des Geltungsbereiches innerhalb der Zone IV und D des Heilquellenschutzgebietes „Schlossbrunnen“ der Stadt Bad Arolsen. Auflagen, die bei der Bauausführung im Wasserschutzgebiet evtl. zu beachten sind, können im Zulassungsverfahren von der zuständigen Wasserbehörde festgelegt werden, so dass eine Beeinträchtigung der Belange des Grundwasserschutzes nicht zu erwarten ist. Eine Beeinträchtigung von oberirdischen Gewässern kann durch die Wahl von Anlagenstandorten außerhalb von Uferbereichen vermieden werden. Erhebliche Auswirkungen sind durch das geplante Vorhaben für das Schutzgut Klima/ Luft nicht zu erwarten. Durch die notwendigen Baumfällungen ergeben sich allenfalls kleinräumige Klimaänderungen, die die Entstehung von Frischluft nur unwesentlich verändern. Die baubedingten Emissionen sind als vernachlässigbar zu betrachten Die Nutzung der regenerativen Energie Windkraft leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur CO2-Minderung und damit unmittelbar zum Klimaschutz. Die größten Auswirkungen sind für das Schutzgut Landschaftsbild zu verzeichnen. Durch die Errichtung von Windenergieanlagen sind Eingriffe in das Landschaftsbild unvermeidlich, zumal die Anlagen funktionsbedingt an einem visuell exponierten Standort errichtet werden. Das geplante Vorhaben führt insgesamt zu einem ästhetischen Funktionsverlust der Landschaft. Festzuhalten wäre in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes innerhalb des Waldes geringer ist als im Offenland, da die Anlagen erst aus größerer Entfernung wahrnehmbar sind und dann nur noch mit mäßiger Dominanz auf den Betrachter wirken. Auch durch den hohen Anteil sichtverschattender Bereiche wird die Wirkung der Windenergieanlagen eingeschränkt. Dies ist auch für die naturbezogene Erholung bzw. die Erholungsfunktion des Stadtwaldes relevant, da durch die sichtverstellende und –verschattende Vegetation des Waldgebietes die Anlagen nicht überall im gleichen Maß wahrgenommen werden und somit noch Landschafts- und Erholungsräume mit verhältnismäßig geringen Belastungen verbleiben. PNL – Planungsgruppe für Natur und Landschaft, Raiffeisenstr. 5, 35410 Hungen, Tel.: 06402/512540 Seite 53

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