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2011 (pdf, 4 MB) - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Muskel-sketlettale

Muskel-sketlettale Erkranknmgem von Seeleuten • Tragen von Lastgewichten mit 50 kg oder mehr auf der Schulter; • die Lasten müssen mit einer gewissen Regelmäßigkeit und Häufigkeit in der überwiegenden Zahl der Arbeitsschichten getragen worden sein. Ein entsprechendes Belastungsprofil ist im Bereich der Seeschifffahrt nicht mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen (keine Haftungsbegründung). Voraussetzungen einer Berufskrankheit Nr. 2110 sind "Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjährige, vorwiegend vertikale Einwirkung von Ganzkörper- Schwingungen im Sitzen, ...“. Derartigen arbeitsbedingten Belastungen der LWS sind laut Merkblatt zur Berufskrankheit u. a. Besatzungen von Wasserfahrzeugen in Gleitfahrt bei Seegang ausgesetzt (Bovenzi und Hulshof 1998, Schwarze 1999). Im maritimen Bereich werden periodische Vibrationen an Bord im Wesentlichen durch die Schiffsschraube sowie durch (Hilfs-) Maschinen erzeugt. Die Besatzung ist permanent Ganzkörpervibrationen in allen drei Achsen ausgesetzt, die von der Schiffsmaschine über den Sitz oder die Füße übertragen werden. Die Entwicklung immer stärkerer Schiffsantriebssysteme mit größeren Antriebswellen hat in den letzten Jahren das Problem der Schiffsvibrationen noch verschärft. Hohe und in Schiffslängsrichtung schmale Deckshäuser werden in verstärktem Maße zu mechanischen Schwingungen angeregt, besonders wenn Deckshäuser und Hinterschiffe in leichter Bauart ausgeführt sind. In der DIN ISO 6954 und I6 Richtlinien der See-BG wurden zulässige mechanische Schwingungen auf Seeschiffen definiert. Schiffsschrauben mit einem Durchmesser zwischen 5 und 6 Meter haben heute eine Drehfrequenz von 20 Hz, größere zwischen 8 und 10 Meter von 10 Hz. Die Vibrationsfrequenz der Maschinen liegt in Abhängigkeit von der Art der Maschine und der Schiffsgeschwindigkeit zwischen 3 und 30 Hz. Zusätzlich kann Seegang eine unregelmäßige niedrig-Frequenzvibration zwischen 0,01 Hz (bei ruhiger See) und 1,5 Hz (bei Sturm) erzeugen. Insgesamt bestehen an Bord durch Antriebswelle und Motoren periodische sowie Seeganginduziert nicht-periodische Vibrationen mit einer durchschnittlichen Frequenz zwischen 3 und 30 Hz. Diese Vibrationen werden an Bord z. B. durch den Schiffs-Doppelboden, Deck, Wände und Aufbauten gut weitergeleitet. Gemäß Merkblatt zur Berufskrankheit Nr. 2110 kann die Gleitfahrt bei Seegang zu einer Wirbelsäulenbelastung führen. In der Einzelfallbetrachtung ist daher bei einer Worst-Case Annahme zu prüfen, wie hoch der Anteil der Gleitfahrt bei Seegang gewesen ist. Im Allgemeinen ist jedoch davon auszugehen, dass die niederfrequenten Schwingungen an Bord keine entscheidenden Risiken für einen außergewöhnlichen Wirbelsäulen- und Kniegelenksverschleiß darstellen. Zusammenfassend erfüllen die typischen Belastungseinwirkungen an Bord nicht die in den entsprechenden Berufskrankheitennummern definierten arbeitstechnischen Voraussetzungen. Außerdem fehlt eine epidemiologische Sicherung einer signifikanten Überhäufigkeit von Wirbelsäulen- oder Kniegelenksverschleißerscheinungen unter Seeleuten, so dass eine entsprechende Expositionskausalität (auch unter Worst-Case-Betrachtung) insgesamt eher unwahrscheinlich ist. Literatur Bovenzi M, Hulshof CTJ. An updated review of epidemiologic studies on the relationship between exposure to whole-body vibrations and low back pain. J Sound and Vibration 1998, 215:595-611 Chan OY, Tan K. Study of lumbar disk pathology among a group of dockworkers. Ann. Acad. Med. 1979, 8: 81-85 Hansen HL, Tüchsen F, Hannerz H. Hospitalization among seamen on merchant ships. Occup Environ Med 2005, 62:145-150 Jäger M, Luttmann A, Bolm-Audorff U, Schäfer K, Hartung E, Kuhn S, Paul R, Francks H-P. Mainz- Dortmunder Dosismodell (MDD) zur Beurteilung der Belastung der Lendenwirbel-säule durch Heben oder Tragen schwerer Lasten oder durch Tätigkeiten in extremer Rumpfbeugehaltung bei Verdacht auf Berufskrankheit Nr. 2108. Umweltmed. 1999, 34:101-111 Kaerlev L, Jensen A, Nielsen PS, Olsen J, Hannerz H, Tüchsen F. Hospital contacts for injuries and muscu- 149

Muskel-sketlettale Erkranknmgem von Seeleuten loskeletal diseases among seamen and fishermen: A population-based cohort study. BMC Musculoskeletal Disorders 2008, 9:8 Lipscomb HJ, Loomis D, McDonald MA, Kucera K, Marshall S, Li L. Musculoskeletal symptoms among commercial fishers in North Carolina. Appl Ergon 2004, 35:417-426 Luttmann A, Jäger M, Laurig W, Schlegel KF. Orthopaedic diseases among transport workers. Int. Arch. Occup. Environ. Health 1988, 61:197-205 Schwarze S. Auswirkungen von Ganzkörper-Schwingungen auf die Lendenwirbelsäule. Arbeitsmed Sozialmed Umweltmed 1998, 33:429-442 Törner M, Almstrom C, Karlsson R, Kadefors R. Working on a moving surface – a biomechanical analysis of musculo-skeletal load due to ship motions in combination with work. Ergonomics 1994,37: 345-362 Törner M, Zetterberg C, Andén U, Hansson T, Lindell V. Workload and musculoskeletal problems: a comparison between welders and office clerks (with reference also to fishermen). Ergonomics 1991, 34(9):1179- 1196 Törner M, Zetterberg C, Hansson T, Lindell V, Kadefors R. Musculo-skeletal symptoms and signs and isometric strength among fishermen. Ergonomics 1990, 33:1155-1170 150

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