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2011 (pdf, 4 MB) - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Hygieneüberwachung auf

Hygieneüberwachung auf Kreuzfahrtschiffen „Is there any ill person on board? “- Hygieneüberwachung auf Kreuzfahrtschiffen Clara Schlaich In den Jahren 2010 und 2011 wurden drei bedeutsame internationale Empfehlungen zur Schiffshygiene veröffentlicht: • Handbook for inspection of ships and issuance of ship sanitation certificates • der WHOGuide to Ship Sanitation der WHO • European Manual for Hygiene Standards and Communicable Diseases Surveillance in passenger ships der EU Die Veröffentlichung wurden unter der maßgeblichen Mitarbeit des Hamburg Port Health Center des ZfAM in einem jahrelangen Beratungsprozess bei der WHO bzw. EU erstellt. Sie sind Grundlage für Schiffshygieneinspektionen der hafenärztlichen Dienste in Deutschland und weltweit verbindlich. Hamburg hat durch die Festlegung und Vereinheitlichung von Hygienestandards einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit von reisenden und der weltweiten Schifffahrt geleistet und damit auch eine langjährige Forderung der deutschen Reeder aufgegriffen. Hintergrund Ansteckende Erkrankungen an Bord von Kreuzfahrtschiffen sind gefürchtet. Sie können den Schiffsbetrieb empfindlich beeinträchtigen, kratzen am Image des unbeschwerten Reisens der Branche und können im ungünstigsten Fall zu Klagen unzufriedener Passagiere führen. Ob es nun die häufig auftretenden Durchfallerkrankungen, Grippeepidemien, Masern, Tuberkulose oder auch Windpocken sind, Infektionskrankheiten finden an Bord von Kreuzfahrtschiffen „ideale“ Bedingungen für eine Übertragung vor: Die große Zahl an Menschen auf engem Raum, das Zusammenkommen von Menschen aus vielen Länder, die Landgänge, aber auch die Essens- und Wasserzubereitung an Bord stellen Risikofaktoren für die Übertragung von Krankheiten dar. Die Kreuzfahrtindustrie hat darauf mit strengen Hygieneauflagen, Notfallplänen, Aufklärung von Passagieren und Crew sowierigorosen Qualitätssicherungsprogrammen im Bereich der Hygiene reagiert. Staatliche Stellen, in Deutschland die Hafenärztlichen Dienste, überwachen regelmäßig die Einhaltung der Hygiene an Bord und in den Häfen. Doch auch bei bestem technischen und organisatorischen Hygienestandard an Bord sind größere und kleinere Epidemien von Infektionskrankheiten an Bord unvermeidbar, da insbesondere die menschlichen Abwehrkräfte und Verhalten nicht kontrollierbar sind. Schiffshygienebescheinigung nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) Weltweit verbindlich sind die Internationalen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese legen fest, dass alle Schiffe im internationalen Verkehr eine amtliche Schiffshygienebescheinigung mit sich führen und diese alle sechs Monate erneuern müssen. Das „Ship Sanitation Certificate“ ersetzt das frühere „Deratting Certificate“. Geändert hat sich nicht nur der Name der Bescheinigung, mit dem neuen Zertifikat ist seit dem Jahr 2007 eine umfassende hafenärztliche Inspektion aller hygienerelevanten Bereiche an Bord von Schiffen erforderlich. Dabei unterscheiden die Internationalen Gesundheitsvorschriften nicht zwischen Schiffstypen und 151

Hygieneüberwachung auf Kreuzfahrtschiffen Fahrtgebieten: Alle See- und Binnenschiffe im internationalen Verkehr - ob Fracht- oder Passagierschiffe, gewerblich, privat oder im staatlichen Auftrag genutzt, müssen die Schiffshygienebescheinigung mit sich führen. Damit die Inspektionen der Gesundheitsbehörden weltweit nach einheitlichen Grundsätzen verlaufen, hat die WHO im Mai 2011 das International Health Regulations (2005) Handbook for Inspection of Ships and Issuance of Ship Sanitation Certificates herausgegeben. http://www.who.int/ihr/publications/handbook_ships_inspection/en/index.html Die Hafenärztlichen Dienste erhalten damit eine fachliche Grundlage für ihre Inspektionen und zur Ausstellung eines Schiffshygienezertifikats. Das Handbuch ist öffentlich verfügbar, Verfahren und Anforderungen sind somit transparent für alle Beteiligten. Schiffsführungen, Reedereien und Agenten können sich auf Inspektionen vorbereiten und bei der Planung eines Schiffsbaus oder – umbaus die Empfehlungen berücksichtigen. Nur Häfen mit entsprechend geschulten Personal und den erforderlichen strukturellen Ressourcen, um Gefahren für die öffentliche Gesundheit zu entdecken, fachkundig zu bewerten und abzustellen, können staatlich für die Hygienkommission zugelassen werden. In der Vergangenheit wurden immer wieder Zertifikate durch nicht autorisierte Stellen erstellt. Da diese von den deutschen Häfen nicht anerkannt werden können, müssen sich Reedereien, Agenten und Kapitäne vor der Beauftragung zur Ausstellung eines Schiffshygienezertifikats versichern, dass die Anbieter von ihren jeweiligen Regierungen zugelassen sind. Die WHO veröffentlicht hierzu eine wöchentlich aktualisierte Liste. http://www.who.int/ihr/ports_airports/portslanding/en/index.html Weitergehende Anforderungen an die Hygiene auf Kreuzfahrtschiffen Zusätzlich sind in den letzten Jahren spezielle, auf die Bedarfe der Kreuzfahrtindustrie zugeschnittene Programme entstanden, zu den beiden einflussreichsten zählen das U.S. amerikanische “Vessel Sanitation Programm“ und das EU Projekt „ShipSan TrainNet“. Das U.S. amerikanische „Vessel Sanitation Program“ Kreuzfahrtschiffe, die US-amerikanische Häfen anlaufen, unterliegen den strengen Vorgaben des United States Public Health Service. Vor Anlaufen in einen amerikanischen Hafen müssen Durchfallerkrankungen an Bord gemeldet werden. Die Schiffe unterziehen sich „freiwillig“ einer umfangreichen, kostenpflichtigen Hygieneinspektion, deren Ergebnisse im Internet veröffentlicht werden. Das „Vessel Sanitation Program“ ist ein seit Jahrzehnten etabliertes Programm der US- Regierungen mit einem Schwerpunkt auf der Vermeidung von den über Lebensmittel übertragenen Erkrankungen. Formal ist es zwar nur für das U.S. Hoheitsgebiet verbindlich, de facto sind das detaillierte, im Internet verfügbare Inspektionsmanuals und die Konstruktionsempfehlungen ein global akzeptierter Standard, der auch die Dominanz der U.S. amerikanischen Kreuzfahrtindustrie widerspiegelt. http://www.cdc.gov/nceh/vsp/ Das EU Projekt ShipSan TrainNet Die Europäische Kommission fördert seit dem Jahr 2005 das Projekt ShipSan und das Folgeprogramm ShipSan TrainNet, um eine einheitliche europäische Strategie für die Sicherung der Hygiene und des Gesundheitsschutzes auf Kreuzfahrtschiffen herbeizuführen. Die staatliche gesundheitliche Überwachung in den europäischen Häfen hat über Jahrhunderte ganz unterschiedliche administrative Strukturen, rechtliche Vorgaben und inhaltliche Verfahren entwickelt. So muss zum Beispiel in Deutschland durch jedes Kreuzfahrtschiff im internationalen Verkehr die Abgabe einer Seegesundheitserklärung erfolgen; die Apothekenausrüstung und Hygiene werden regelmäßig überwacht. In den meisten skandinavischen Ländern gibt es dagegen keine eigenen Hafenärztlichen Dienst, die Aufgaben werden zu weiten Teilen von privaten Firmen wahrgenommen, die Gesundheitsbehörden treten nur bei Problemen in Erscheinung, während in der Türkei allen Schiffen bei der Durchfahrt durch den Bosporus „Transit Free Pratique“ durch einen Beamten der Gesundheitsbehörde erteilt wird. Erfahrungsgemäß akzeptieren Reedereien und Schiffsführungen diese lokalen Besonderheiten, wenn diese nicht von Willkür, Korruption, Unverhältnismäßigkeit der Auflagen und Kontrollen ge- 152

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