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2011 (pdf, 4 MB) - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Neues aus der Literatur

Neues aus der Literatur qualität verbunden. Die Möglichkeit einer WEA-Erkrankung sollten sorgfältig bei jedem Beschäftigten mit Asthma auf den Bezug zum Arbeitsplatz und die Asthma-Symptome untersucht werden.Es gibt nur begrenzte Hinweise über den Verlauf von WEA. Die Expositionsvermeidung oder –reduzierung führt häufig zu einer Verbesserung der Asthma-Symptome. Vorschlag für die WEA-Falldefinition WEA bezeichnet in diesem Statement Asthma-Verschlimmerungen durch Arbeitsbedingungen, und zwar ungeachtet der Häufigkeit oder Dauer von Asthma-Verschlechterungen und ungeachtet dessen, ob es permanente Änderungen des Asthma-Schweregrades gibt. OA und WEA schließen sich nicht gegenseitig aus, d.h, dass jemand mit OA danach an WEA und umgekehrt erkranken kann. Die folgende Fall-Definition hat vier Kriterien und kann sowohl klinisch als auch im Forschungsbereich eingesetzt werden. Kriterium 1: Bereits vorbestehendes oder gleichzeitig arbeitsunabhängig auftretendes Asthma. Eine bereits bestehende Asthma-Erkrankung besagt, dass der Krankheitsbeginn vor der Aufnahme der in Frage kommenden Arbeit lag. Der in Frage kommende Arbeitsbereich kann ein neuer Tätigkeitsbereich sein oder mit Expositionsveränderungen am bisherigen Arbeitsplatz infolge der Einführung von neuen Verfahren oder Materialien zusammenhängen. Parallel oder gleichzeitig auftretendes Asthma (concurrent or co-incident asthma“) bedeutet, dass der Krankheitsbeginn während des Beschäftigungszeitraums in dem in Frage kommenden Arbeitsbereich lag, jedoch nicht infolge von Expositionen in diesem Bereich auftrat. Kriterium 2: Zeitliche Beziehung zwischen Asthma und Arbeit. Es muss dokumentiert sein, dass die Asthma-Verschlimmerung einen zeitlichen Bezug zur Arbeit hat, und zwar entweder auf der Grundlage von Patientenberichten über Symptome, Medikamenteinnahme oder auf der Basis von objektiven Indikatoren wie arbeitsbezogenen Veränderungen in seriellen PEF- bzw Lungenfunktions-Messungen. Kriterium 3: Die am Arbeitsplatz herrschenden Bedingungen können die Asthma-Erkrankung verschlimmern. Kriterium 4: Asthma, das durch die Arbeit verursacht wurde (z.B. OA), ist unwahrscheinlich. Mit WEA verbundene Tätigkeiten und Expositionen Die in der Berufskrankheitendatei SENSOR in den USA erfassten Überwachungsdaten zeigen, dass die Berufskategorien Technik, Verkauf und Verwaltung und industrieller Service die meisten WEA- Fälle aufwiesen (26). Aus dieser Studie geht auch hervor, dass die WEA-Fälle am häufigsten bei Maschinen- oder Gerätebedienern, bei Fertigungspersonal und Arbeitern auftraten, d.h. 5,8 WEA- Fälle/10 5 bei arbeitenden Erwachsenen mit Asthma pro Jahr. Die Industriekategorie mit dem höchsten Anteil war die öffentliche Verwaltung mit 14,2 WEA-Fällen/10 5 bei arbeitenden erwachsenen Asthmatikern pro Jahr (26). Die Berufe und Industriezweige mit WEA-Fällen unterschieden sich häufig von denen mit OA-Fällen (26). Eine Erhebung über Erwachsene mit Asthma zeigt, dass die Industriezweige mit einer erhöhten WEA-Prävalenz Groß- und Einzelhandel, öffentliche Verwaltung, Transportwesen und öffentliche Versorgungsbetriebe waren (21). Die Bedingungen am Arbeitsplatz, die Asthma verschlechtern können, sind weit verbreitet. WEA ist häufig mit Expositionen gegenüber Irritanzien (6, 26, 27) verbunden; auch störfallbedingte hohe Expositionen gegenüber Chemikalien können die bereits existierende Erkrankung verschlimmern (6). WEA wurde ebenfalls auf sensibilisierende Substanzen wie die weit verbreiteten Aeroallergene, die nicht spezifisch für die Arbeitsumgebung sind, zurückgeführt, aber auch auf andere Auslöser wie emotionaler Stress, deutlich abweichende Arbeitsplatz-Temperaturen und körperliche Anstrengungen (6, 9, 12, 17, 25, 27). In mehreren Untersuchungen wurde auch das Passiv-Rauchen als WEA-Ursache ermittelt (6, 14, 27, 28). Ähnlich wie bei Unterschieden in Berufs- und Industriezweigen differieren wahrscheinlich die häufigsten Expositionsarten bei WEA im Vergleich zu OA (6, 26). Die Untersuchungen in Tabelle 2 zeigen: 1. Viele unterschiedliche Arbeitsplatzfaktoren können zur Asthma-Verschlimmerung beitragen. 2. Die Expositionsfaktoren, die mit der Verschlimmerung außerhalb des Arbeitsplatzes verbunden sind, sind wahrscheinlich auch am Arbeitsplatz relevant. Passiv- Rauchen ist ein Beispiel hierfür. Letztendlich gibt es einen Mangel an quantitativen Expositionsdaten und Informationen darüber, welche Expositionswerte für Arbeiter mit Asthma sicher sein können. 165

Neues aus der Literatur Wahrscheinlich sind die bestehenden berufsbezogenen Gesundheitstandards nicht geeignet, WEA bei vielen Asthma-Kranken zu verhindern. In den meisten Fällen wurden diese Standards nicht aufgestellt, um anfällige Menschen wie Asthma-Kranke zu schützen, und es gibt eine bermerkenswerte Heterogenität bei der Sensibilisierung von Asthma-Patienten. Demographische und klinische Charakteristiken In einer begrenzten Anzahl von Studien wurden die klinischen Charakteristiken von WEA-Patienten untersucht (Anhang EC). Bei klinischen Serien, in denen spezifische inhalative Provokationsteste angewandt wurden, um WEA von OA zu unterscheiden, stellten die Forscher ähnliche Asthma-Befunde (10, 29) und ähnliche tägliche Dosen von inhalierten Corticosteroiden (29) für beide Krankheitsbilder fest, was auf einen vergleichbaren Krankheitsgrad hinweist. Der Schweregrad der unspezifischen bronchialen Hyperreaktivität war entweder vergleichbar (11,29) oder geringer bei WEA (10). Eine Übersicht über berufsbedingtes Asthma in den USA zeigt, dass die Anzahl von Behandlungen in Notaufnahmen und von Krankenhausaufenthalten wegen Asthma bei WEA- und OA-Fällen gleich war (26). Epidemiologische Erhebungen bei HMO-Mitgliedern (health maintenance organisation = Organisation zur Gesundheitserhaltung) mit Asthma zeigen, dass der Anteil an symptomatischen Tagen bei Personen mit WEA höher ist als bei denen, die keine Verschlimmerung der Asthma-Symptome während der Arbeit aufweisen. Der Asthma-Schweregrad in Arztberichten war jedoch niedriger als der von Patienten-Berichten (17). Außerdem war die Anwendung von Arznei-Erhaltungsdosen bei Personen mit oder ohne WEA ähnlich, obwohl WEA-Patienten mehr Symptome aufwiesen (17, 21). Es ist interessant, dass gemäß einer Untersuchung des finnischen Krankversicherungs-Registers die Forderung nach einer kontinuierlichen Asthma-Behandlung häufiger bei WEA-Patienten als bei anderen Menschen mit Asthma aber ohne OA vorkam (25). Die Anzahl von Asthma-Verschlimmerungen, die eine spezifische Behandlung (21,30), Arztbesuche (30) und Notaufnahmen (30) erforderlich machten, war in einigen Studien bei WEA-Patienten höher als bei anderen Asthma-Patienten, in anderen Untersuchungen jedoch nicht (9, 17). In einer kürzlich erstellten Studie auf der Basis von Quebec’s Public Health Insurance Plan-Daten (11) suchten Patienten mit berufsbedingtem Asthma – einschließlich WEA und OA – einen Arzt oder die Notaufnahme auf und wurden häufiger stationär aufgenommen als Patienten ohne berufsbedingtes Asthma. WEA war im Vergleich zu OA nicht mit einer größeren Verschlechterung, wie in dieser Studie definiert, verbunden. In beiden Gruppen reduzierte sich die Arzneimittelanwendung, nachdem die Beschäftigten vom Arbeitsplatz mit der ursächlichen Exposition umgesetzt wurden. In einer einzigen Studie wurden die Langzeit-Ergebnisse von WEA-Fällen, definiert durch arbeitsbedingte Symptome und negativen spezifischen inhalativen Provokationstest mit am Arbeitsplatz auftretenden Substanzen, untersucht (29). Asthma-Symptome, Lungenfunktionswerte und Sputumzellen wurden in einer umschriebenen Gruppe von Patienten mit WEA und immunologisch verursachtem OA in Intervallen von einem bis vier Jahren, nachdem die Diagnose durch SIC gesichert worden war, neu beurteilt (29). Alle Patienten mit WEA und alle außer einem mit OA wurden aus dem für ihre Symptome ursächlichen Expositionsbereich entfernt. WEA- und OA-Patienten zeigten signifikante und äquivalente Symptomverbesserungen. Bei WEA-Patienten wurde eine geringere Verbesserung der unspezifischen bronchialen Hyperreaktivität gegenüber Methacholin und eine geringere Reduzierung in der ICS-Dosis als bei OA-Patienten festgestellt. Außerdem hatten WEA-Patienten eine geringere Anzahl von Sputum-Neutrophilen, während Personen mit OA eine Reduzierung von Sputum-Eosinophilen aufwiesen. Klinischer Ansatz WEA sollte bei jedem Patienten mit Asthmaverschlimmerung und/oder mit arbeitsbezogenen Asthma- Symptomen in Betracht gezogen werden. Der erste diagnostische Schritt ist die Klärung, ob der Patient an Asthma erkrankt ist. Die Asthma-Diagnose ist besonders in den Bereichen wichtig, in denen die Expositionen am Arbeitsplatz ursächliche oder mitwirkende Faktoren aufweisen und Management- Entscheidungen für den Einsatz der Beschäftigten verantwortlich sein können. Die Asthma- Erkrankung vor dem Einsatz in dem aktuellen Arbeitsbereich sollte auf der Grundlage von Symptomen, medizinischer Vorgeschichte einschließlich Allergien, Asthma im Kindesalter und Arzneimittelanwendung geprüft werden. Die Feststellung von WEA war am besten dort möglich, wo der spezifische inhalative Provokationstest umfangreich eingesetzt wurde und in Fällen, die mit arbeitsbezoge- 166

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