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2011 (pdf, 4 MB) - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Neues aus der Literatur

Neues aus der Literatur Die „Reichenhaller Empfehlung“ steht demnächst zum Download zur Verfügung auf: www.dguv.de Alexandra M. Preisser Beruf und Krebs – ein Follow-up von 15 Millionen Menschen in fünf skandinavischen Ländern Occupation and cancer - follow-up of 15 million people in five Nordic countries. Pukkala E , Martinsen JI , Lynge E , Gunnarsdottir HK , Sparén P , Tryggvadóttir L , Weiderpass E , K Kjaerheim . Acta Oncol. 2009; 48 (5) :646-790. Abstrakt Es werden Krebsinzidenzen nach Berufsgruppen in Skandinavien im Verlauf von über 45 Jahren dargestellt. Die Studie umfasst die 15 Millionen Einwohner im Alter von 30-64 Jahren während der Volkszählungen 1960, 1970, 1980/1981 und / oder 1990 in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden sowie die 2,8 Millionen Krebsfälle in dieser Population in einem Follow-up bis etwa 2005. Die Studie wurde als eine Kohortenstudie mit Verknüpfung einzelner Datensätze, die auf den persönlichen ID-Codes in allen skandinavischen Ländern basieren, durchgeführt. In den Volkszählungen wurden Informationen über jede Person durch freie Texte in selbst ausgefüllten Fragebögen zur Verfügung gestellt. Die Daten wurden zentral codiert und mittels EDV erfasst. Für die vorliegende Studie wurden die ursprünglichen beruflichen Codes in 53 Berufsgruppen und eine Gruppe von nicht erwerbstätigen Personen neu klassifiziert. Alle skandinavischen Länder hatten eine landesweite Registrierung von Krebsfällen während der gesamten Studiendauer. Für die vorliegende Studie wurden Krebsfälle in 49 primäre diagnostische Kategorien eingeteilt. Einige Kategorien wurden weiter nach Untergruppen oder morphologischem Typ untergliedert. Die beobachtete Zahl der Krebsfälle in jeder Personengruppe wurde nach Land, Geschlecht, Alter, Zeitraum und Beschäftigung definiert und mit der erwarteten Anzahl der aus dem Stratum bestimmten Personen-Jahre und mit der Inzidenz in der nationalen Bevölkerung verglichen. Das Ergebnis wurde als standardisiertes Inzidenzratio (SIR) dargestellt, wobei die beobachtete Anzahl der Fälle durch die erwartete Anzahl dividiert wurde. Für die Gesamtzahl der Krebsarten (mit Ausnahme von Nicht-Melanom-Hautkrebs) zeigte die Studie eine breite Variation mit einer SIR von 0,79 (95% Konfidenzintervall 0,66-0,95) unter inländischen Personen bis zu 1,48 (1,43-1,54) unter Kellnern. Berufe mit den höchsten SIRs sind u. a. Arbeitnehmer in der Produktion von Getränken und Tabak, Seeleute und Schornsteinfeger. Bei den Frauen schwankt die SIR zwischen 0,58 (0,37 bis 0,87) unter jenen, die zur See fahren, und 1,27 (1,19-1,35) unter Arbeiterinnen in der Tabakindustrie. Niedrige SIRs ergaben sich für Landwirte, Gärtner und Lehrer. Die Studie konnte die meisten der beschriebenen Zusammenhänge zwischen Berufen und Krebserkrankungen auch belegen. Es ist bekannt, dass fast alle Mesotheliome mit Asbest-Exposition assoziiert sind. Dementsprechend waren Klempner, Seeleute und Mechaniker die Berufe mit dem höchsten Risiko. Mesotheliom war die Krebsart, die die größten relativen Unterschiede zwischen den Berufen aufwies. Outdoor-Arbeiter wie Fischer, Gärtner und Landwirte hatten das höchste Risiko für Lippen- Krebs, während das geringste diesbezügliche Risiko unter Indoor-Beschäftigten wie Ärzten und Künstlern gefunden wurde. Die Studien über Nasen-Krebs haben zugenommen. Die Gefährdung durch Holzstaub ist sowohl für diejenigen im Möbelbau als auch für diejenigen, die nur Weichhölzern (Mehrzahl der skandinavischen Holzarbeiter) ausgesetzt sind, evident. Es wurde eine SIR von 1,84 (1,66- 2,04) bei männlichen und von 1,88 (0,90-3,46) bei weiblichen Holzarbeitern beobachtet. Für die nasalen Adenokarzinome betrug die SIR unter Männern 5,50 (4,60-6,56). Männliche Kellner und Tabak- Arbeiter hatten das höchste Risiko für Lungenkrebs, wahrscheinlich bedingt durch aktives und passives Rauchen. Bergleute und Steinbrecher zeigten hierfür auch ein hohes Risiko, wobei dabei auch 171

Neues aus der Literatur Expositionen gegenüber Quarzfeinstaub und Radon-Spaltprodukten eine Rolle spielen. Unter den Frauen hatten Arbeiterinnen in der Tabakindustrie und Maschinen-Bedienerinnen ein mehr als vierfach höheres Risiko als Landwirtinnen, Gärtnerinnen und Lehrerinnen. Das berufliche Risiko- Muster war bzgl. aller wichtigen histologischen Subtypen des Lungenkrebses sehr ähnlich. Blasenkrebs ist eine der Krebsarten, die am ehesten auf berufliche Karzinogene zurückgeführt werden kann. Unter den Männern hatten Kellner das höchste Risiko für Blasenkrebs, unter den Frauen wiesen Arbeiterinnen in der Tabakindustrie das höchste Risiko auf. Berufsgruppen mit geringen Risiko- Kategorien waren die gleichen wie für Lungenkrebs. All dies kann auf das Rauchen zurückgeführt werden. Die zweithöchsten SIRs gehörten Schornsteinfegern und Friseuren. Schornsteinfeger sind Karzinogenen, wie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen aus dem Schornstein-Ruß, ausgesetzt. Das Arbeitsumfeld von Friseuren ist reich an Chemikalien. Die Exposition gegenüber den bekannten Hepatocarcinogenen, Hepatitis B-Virus und Aflatoxin, ist selten in den nordischen Ländern; ein großer Teil der primären Leberkrebsfälle kann daher auf den Alkoholkonsum zurückgeführt werden. Die höchsten Risiken an Leberkrebs wurden in Berufsgruppen mit einfachem Zugang zu Alkohol am Arbeitsplatz oder mit der kulturellen Traditionen eines hohen Alkoholkonsums, wie Kellner, Köche, Getränkehändler, Journalisten und Seeleute, gesehen. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, steht mit sitzender Tätigkeit in Verbindung. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie weisen keine schützende Rolle von körperlicher Aktivität aus. Darmkrebs gehört zu den Krebsarten mit der geringsten relativen Abweichung zwischen der Inzidenz Berufsgruppen. Die berufliche Variation bzgl. des Brustkrebs- Risikos bei Frauen (die häufigste Krebsart in der vorliegenden Serie, 373 361 Fälle) war größer, und es gab eine Tendenz in den körperlich belastenden Berufen zu erniedrigten SIRs. Frauen in Berufen mit höherer Bildung weisen im Durchschnitt ein höheres Alter bei der ersten Geburt eines Kindes und ein vermehrtes Auftreten von Brustkrebs auf. Frauen in Berufsgruppen mit der höchsten durchschnittlichen Zahl der Kinder hatten eine deutlich geringere Inzidenz. Bei männlichem Brustkrebs (2 336 Fälle), der nicht durch dominierende reproduktive Faktoren beeinflusst wird, gab es eine Erhöhung des Risikos in Berufen mit Schichtdienst. Nacht-Schicht-Arbeit wurde kürzlich als wahrscheinlich krebserregend eingestuft, mit einer Erhöhung des Brustkrebses. Die häufigste Krebsart bei Männern in der vorliegenden Kohorte war Prostatakrebs (339 973 Fälle). Trotz der großen Zahl von Fällen konnten nicht für jeden Beruf das damit verbundene Risiko dargestellt werden. Die beobachteten geringen beruflichen Veränderungen könnten leicht durch Variationen der PSA-Test-Frequenz erklärt werden. Die nordischen Länder sind für Gleichbehandlung und freien und gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Bürger bekannt. Die vorliegende Studie zeigt, dass das Krebsrisiko, auch unter diesen Umständen, stark abhängig von der Person ist und der Position in der Gesellschaft. Direkte Gefahren am Arbeitsplatz scheinen nur ein kleiner Prozentsatz der beobachteten Schwankungen zu erklären - aber immer noch eine große Anzahl von Fällen - während indirekte Faktoren wie Lebensstil-Änderungen, verbunden mit höherer Bildung und abnehmender körperlicher Aktivität, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Diese Veröffentlichung ist die erste aus dem umfangreichen Nordic Arbeitsschutz Cancer (NOCCA)- Projekt. Nachfolgende Studien werden sich auf Zusammenhänge zwischen spezifischen arbeitsbedingten Faktoren und Krebserkrankungen mit dem Ziel, Ursache- Wirkungs-Muster zu identifizieren, konzentrieren. Zusätzlich zu den in der vorliegenden Publikation gezeigten Krebsdaten produzierte das NOCCA-Projekt eine Nordic Job Exposure Matrix (beschrieben in separaten Artikeln in dieser Ausgabe der Acta Oncologica), die Informationen über berufliche Vorgeschichten in quantitative Abschätzungen der spezifischen Exposition transformiert. Die dritte wesentliche Komponente ist die methodische Weiterentwicklung in Bezug auf die Analyse und Interpretation der Ergebnisse auf gemittelte Informationen von Engagements und Co-Faktoren in den beruflichen Kategorien. Xaver Baur 172

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