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Möbel, Pendulen, Bronzen, Spiegel, Tapisserien ... - Koller Auktionen

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Möbel & Antiquitäten | Möbel, Uhren, Tapisserien, Bronzen 1072 (Detail) 1072* GEFASSTE PRUNK-KONSOLE „AUX CARTOUCHES“, Louis XV, wohl nach Entwürfen von J.C. HOPPENHAUPT (Johann Christian Hoppenhaupt, 1719-1785), aus der Werkstatt von J.G. SCHLEU- NIG (Johann Georg Schleunig, geb. 1715) oder J. SCHNEGG (Johann Schnegg, 1724-1784), Potsdam um 1750. Linde ausserordentlich fein beschnitzt mit Kartuschen, Voluten, Blättern, Muschel, Beeren und Zierfries sowie polychrom gefasst und teils vergoldet. Geschweifte, trapezförmige und mehrfach profilierte „Brocatello Siciliano“-Platte auf wellig ausgeschnittener, durchbrochener Zarge mit 4 durch markanten Muschelsteg verbundenen Doppelvolutensützen. 142x73x88 cm. Provenienz: - Ehemals Sammlung Bernheimer, München. - Aus einer deutschen Sammlung. Hochbedeutende Konsole von bestechender Qualität, die innovative und eigenständige Formensprache des Potsdamer Rokoko in exemplarischer Weise manifestierend; sie ist abgebildet in: G. Ehret, Deutsche Möbel des 18. Jahrhunderts, Barock - Rokoko - Klassizismus, München 1986; S. 36f. (Tafel IIIa). Es wird festgehalten, dass ähnliche Konsolentische von J.C. Hoppenhaupt für das Neue Palais in Potsdam gefertigt worden und die ausserordentlich feinen Ausführungen, dem französischen Einfluss folgend, in ihrer kräftigen und naturalistischen Darstellung typisch für das friderizianische Rokoko seien. J. C. Hoppenhaupt war zusammen mit seinem Bruder Johann Michael als Dekorationsbildhauer für Friedrich II von Preussen tätig und wurde 1746 Nachfolger von Johann August Nahl als „Directeur des ornements“ an Friedrichs Hof. Er gilt als Hauptmeister des späteren friderizianischen Rokoko. J.G. Schleunig arbeitete als Bildhauer und Dekorateur und ist ab ca. 1741 in Bayreuth nachweisbar. Ab 1756 war er an der Kunstakademie als Bildhauer und Formengiesser tätig und zudem an der dekorativen Ausstattung der Bayreuther Eremitage und des Neuen Schlosses beteiligt. 1763 übersiedelte Schleunig nach Potsdam. J. Schnegg war Bildhauer und Elfenbeinschnitzer und übernahm 1749 die Werkstatt von J.G. Ziegler. Ab 1756 arbeitete Schnegg als Hofbildhauer und Lehrer an der Bayreuther Kunstakademie, 1761-1769 für Friedrich den Grossen in Berlin. | 34 Mit der grossen Bautätigkeit in Kurbrandenburg während der letzten Jahre des 17. Jahrhunderts - 1694 Ausbau des Stadtschlosses Potsdam, 1695 Beginn des Schlossbaues in Charlottenburg, 1703 Bau des Schlosses Montbijou in Berlin - wurde auf dem Gebiet der lokalen Möbelherstellung ein neues, wesentliches Kapitel eröffnet, zu dem anfänglich die Architekten die eigentlichen stilistischen Vorlagen lieferten. Die neu errichteten Paläste brauchten zahlreiche Einrichtungsgegenstände, wodurch das einheimische Möbelhandwerk während des gesamten 18. Jahrhunderts einen Aufschwung erlebte. Die Lackmöbel, die frühesten dieser Art im Deutschen Reich, entstanden in den Jahren um 1700; eingelegte Möbel wie Tische, Kommoden, Sekretäre usw. blieben bis Ende des 18. Jahrhunderts „en vogue“. Die qualitativ herausragenden Schreibmöbel orientierten sich anfänglich stark an englischen und russischen Vorbildern, fanden aber während der ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts zu einer sehr eigenwilligen Formgebung: starke, gewagte Bombierung des Kommodenunterteils, fein gefriestes Palisander- und Wurzelmaserfurnier, bewusst kontrastierender Aufsatz mit klassizistischen Elementen und ausserordentlich reiche Bronzebeschläge. Während der Regentenzeit von Friedrich dem Grossen von 1740 bis 1786 erlebte das höfische Kunsthandwerk eine Sternstunde; die bedeutendsten Architekten, Ebenisten und Bildhauer des friderizianischen Rokoko waren G.W. von Knobelsdorff, J.A. Nahl und die Gebrüder Hoppenhaupt und Spindler. Im ausgehenden 18. Jahrhundert war Berlin eine der wichtigsten deutschen Metropole der Möbelkunst. Die klassizistischen Stilmerkmale wie z.B. der sogenannte „Zopfstil“ wurden durch J.G. Fiedlers Prunkmöbel und seine Ernennung zum „Königlichen Hoftischler“ salonfähig. Typisch für diese Zeit war auch die „anglophile“ Verarbeitung, das heisst der Gebrauch von hochwertigem Mahagoni und die Zurückhaltung bei der Verwendung von Bronzezierat. Lit.: G. Ehret, Deutsche Möbel des 18. Jahrhunderts - Barock, Rokoko, Klassizismus, München 1986. H. Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels - Spätbarock und Rokoko, München 1970; II, S. 20-39 (Angaben zur Entwicklung des Berliner Möbels). H. Schmitz, Deutsche Möbel des Barock und Rokoko, Stuttgart 1923. CHF 150 000.- / 250 000.- (€ 99 340.- / 165 560.-)

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