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Möbel, Pendulen, Bronzen, Spiegel, Tapisserien ... - Koller Auktionen

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Möbel & Antiquitäten | Möbel, Uhren, Tapisserien, Bronzen 1077 (Detail) Ähnlichkeiten in der ästhetischen und konstruktiven Formgebung und Aufteilung, im Einbau eines kleinen Spiegelkabinetts im Schrankaufsatz und in der Verwendung von vergleichbaren Rokokobeschlägen. Dem im Stadtarchiv Dresden aufbewahrten „Handwercksbuch Der Ehrsamen und löblichen Zunft der Dischler (...) 1724-1768“ ist zu entnehmen, dass der aus „Weitzenstein“ gebürtige Johann Christoph Hesse am 24. April 1720 bei dem Dresdener Stadttischler Johann Heinrich Graff (nachweisbar von 1716 bis 1748) seine Tischlerlehre aufnahm, die er - wie vorgeschrieben - am 26. Juni 1724 „richtig ausgestanden“ hatte. Nach einer 14-jährigen Wanderschaft meldete sich Hesse wieder bei seinem Dresdener Lehrmeister Graff, um hier seine Meisterwerdung entsprechend der Zunftgesetze anzugehen. So zahlte er am 4. Oktober 1738 den geforderten „Jahr Thaler“ für das zu absolvierende „Jahr“. Danach - am 25. Mai 1739 - begann er die sogenannte „Muthzeit“. Ein Jahr später erhielt er die Masse für sein Meisterstück nach der „Composito“-Ordnung. Der am 23. Mai 1740 fertiggestellte Riss zum Meisterstück wurde kaum bemängelt, jedoch rügten die Zunftmeister das am 19. September 1742 vorgestellte Meisterstück, da dessen Fertigstellung fast eineinhalb Jahre über die vorgeschriebene Zeit von einem Jahr dauerte. Seine künstlerische Begabung und wohl auch seine beruflichen Beziehungen ermöglichten dem Tischlermeister Johann Christoph Hesse relativ bald einen beruflichen Aufstieg. Er heiratete die Tochter seines Lehrmeisters Johann Heinrich Graff, Johanna Sophia, und übernahm dessen Wohnhaus in der Dresdener Altstadt nahe dem Zeughaus auf der Salzgasse Nummer 5. 1750 erhielt Hesse aufgrund seines Antrages und mit Befürwortung des damals ranghöchsten Oberland- Baumeisters Johann Christoph Knöffel (1686-1752) die Anwartschaft auf die Hoftischlerstelle des seit 1721 tätigen Hof- und Modelltischlers Peter Hoese. Nach dessen Tod im Jahr 1761 trat Hesse die Nachfolge an. Bis zu seinem Ableben am 16. Januar 1776 verzeichnet ihn der „Churfürstliche Sächsische Hof- und Staats-Kalender“ als Hoftischler beim Hausmarschallamt und Ziviloberbauamt in Dresden. Der Oberlandbaumeister Knöffel lobte 1750 in seinem Schreiben vor allem Hesses Tätigkeit „seit verschiedenen Jahren bey dem innerlichen | 42 Ausbau“ des nahe Leipzig gelegenen königlich-kursächsischen Jagdschlosses Hubertusburg. Noch 1757 wurden ihm dafür Zahlungen angewiesen. Aber auch die Inventare des Dresdener Schlosses und die Rentkammerrechnungen des Hofes verzeichnen Arbeiten von Hesse. Ab 1769 belegen Rechnungen seine Mitarbeit an der prächtigen Innenausstattung des kronprinzlichen Taschenbergpalais, hier speziell in der Bibliothek und im Kaffeezimmer. Es sind mehrere vergleichbare Möbel bekannt, alle gefertigt in den 1730er und 1740er Jahren. Die meisten wurden wohl als Meisterstücke hergestellt, allerdings gibt es darüber keine entsprechenden Dokumente. Eine der Schreibkommoden, ca. 1735 hergestellt, stammt aus dem Schloss Moritzburg und ist beschrieben und abgebildet in: R. Arps-Aubert, Sächsische Barockmöbel 1700-1770, Berlin 1939, S. 57. Eine weitere ähnliche Kommode ist Teil der Sammlung des Berliner Kunstgewerbemuseums und abgebildet in: G. Haase, Dresdener Möbel des 18. Jahrhunderts, Leipzig 1983, Kat. 92. Ein drittes Stück, ebenfalls aus Schloss Moritzburg, wurde von Johann Gottfried Leuchte 1744 bis 1746 als Meisterstück gefertigt und ist abgebildet in: R. Arps-Aubert, ibid, Kat. 58. Die Dresdener Möbelkunst des 18. Jahrhunderts steht im engen Zusammenhang mit der hohen Qualität aller künstlerischen Leistungen jener Zeit in Dresden. Fast alle Künste erlebten kurz nach der Krönung 1697 des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I zum polnischen König einen starken Aufschwung. In der Goldschmiedekunst waren mit dem „Goldenen Kaffeezeug“ und dem „Hofstaat des Grossmoguls Aureng-Zeb“ schon 1701 und 1708 Höchstleistungen zu verzeichnen, in der Architektur mit dem Zwingerbau im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts; im Möbelbau sind erst zwischen 1720 und 1730 hervorragende Erzeugnisse nachweisbar. Der Auftraggeber für die Mehrzahl der noch erhaltenen Dresdener Möbel des 18. Jahrhunderts war der Hof. Adlige oder bürgerliche Auftraggeber, wie sie beispielsweise für das Meissner Porzellan eindeutig belegbar sind, konnten nur vereinzelt für Möbelstücke ermittelt werden. Sie unterscheiden sich aber kaum von solchen, die für den Hof gefertigt wurden, da auch sie von zurückhaltender sachlicher Noblesse sind. Der Vorzug des Dresdener Möbels ist darin zu sehen, dass es selten seine Gebrauchsfunktionen negierte. Die sachliche, der Form und dem Zweck adäquate künstlerische Gestaltung wurde auch durch die im Rokoko auftretenden Schweifungen und Bauchungen nicht beeinflusst. Die logische Folge dieser Tatsache war ein fliessender Übergang zum klassizistischen Möbel der Zopfzeit. Am Möbel wurde innerhalb der angewandten Künste vermutlich am auffälligsten und am deutlichsten der von Sachlichkeit und Nützlichkeit geprägte, in der Endkonsequenz bürgerliche Charakterzug der Dresdener Kunst im 18. Jahrhundert verwirklicht. Auf dieser Tatsache beruht die künstlerische Eigenständigkeit und Bedeutsamkeit des Dresdener Möbels, sowohl innerhalb des „Dresdener Gesamtkunstwerks“ als auch innerhalb der deutschen und europäischen Möbelgeschichte des 18. Jahrhunderts. Friedrich August II., mit vollem Namen Friedrich August Albert Maria Clemens Joseph Vincenz Aloys Nepomuk Johann Baptista Nikolaus Raphael Peter Xaver Franz de Paula Venantius Felix von Sachsen, geboren 1797 in Pillnitz, gestorben 1854 im Tirol, stammte aus dem Haus der albertinischen Wettiner war von 1836 bis zu seinem Tod dritter König von Sachsen. Der ausgesprochen liebenswerte und intelligente Mann war beim Volk sehr beliebt und befreite 1832 die Bauern durch ein Edikt von Frondienst und erblicher Untertänigkeit. Das Strafgesetzbuch von 1836 schuf einheitliche Rechtssprechung für Sachsen. Während der Revolutionswirren 1748/49, wurden liberale Minister in die Regierung berufen, die Zensur aufgehoben und ein liberales Wahlgesetz erlassen, allerdings änderte Friedrich August seine Haltung später wieder. Während einer Reise 1854 im Tirol verunglückte sein Pferdewagen bei Brennbichl. Friedrich August II. starb im Gasthof Neuner, nachdem er aus dem Wagen gestürzt war und von einem Pferd einen Tritt gegen den Kopf erhalten hatte. Lit.: G. Haase, Dresdener Möbel des 18. Jahrhunderts, Leipzig 1983. CHF 200 000.- / 400 000.- (€ 132 450.- / 264 900.-)

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