Aufrufe
vor 5 Jahren

Möbel, Pendulen, Bronzen, Spiegel, Tapisserien ... - Koller Auktionen

Möbel, Pendulen, Bronzen, Spiegel, Tapisserien ... - Koller Auktionen

Möbel

Möbel & Antiquitäten | Möbel, Uhren, Tapisserien, Bronzen 1083 (Front) 1083 PRUNK-KOMMODE „EN BUREAU“, Régence, von A.C. BOULLE (André Charles Boulle, 1642-1732) und seinen Söhnen, mit Restaurierungssignatur von E. LEVASSEUR (Etienne Levasseur, Meister 1766), Paris nach 1723. Braunes Schildpatt fein eingelegt mit gravierten Messingfilets sowie Ebenholz. Prismierter Korpus mit wellig ausgeschnittener Zarge auf markanten Volutenbeinen. Front mit Zentralmaskaron „au faune“, flankiert von je 1 Schublade. Ausserordentlich feine, matt- und glanzvergoldete Bronzebeschläge und -Applikationen in Form von Blättern, Maskaronen, Kartuschen und Zierfries. In profilierten Bronzestab gefasste „Rouge Languedoc“- Platte. 151x65,5x89 cm. Provenienz: - Ehemals Bestand der Sammlungen eines französischen Schlosses. - Aus einer Pariser Privatsammlung. - Privatsammlung, Schweiz. Mit dendrochronologischem Gutachten von Prof. Dr. P. Klein, Hamburg. Mit ausführlicher historischer Analyse von J.N. Ronfort, Paris, Mai 2009, in welchem Folgendes festgehalten wird: Die Bezeichnung „commode en bureau“ ist der Fachbegriff, der für diese seltene Form angewendet wird. Unsere Untersuchungen erlauben uns nunmehr zu erwägen, dass die Schöpfung dieses Kommodentyps durch André-Charles Boulle wahrscheinlich zwischen 1710 und 1720 stattfand. Im Jahr 1722 ist eine solche Kommode im Inventar des Hôtels von Pierre Gruyn, Wächter des „Trésor Royal“, aufgeführt. Diese Form ist bezeichnend für die Entwicklung des ästhetischen Empfindens von Boulle in den letzten Jahren der Régence und zu Beginn der Regierung von Louis XV. Wir schätzen, dass unter den seltenen noch erhaltenen Exemplaren, das erste Möbel dieses Typs Bestand der Fondation Jacquemart-André à l’Abbaye de Chaalis ist, ehemals aus der Sammlung von Sir Charles Welby stammend. Bei diesem ersten Entwurf bringt der Meister an den oberen Ecken der Füsse eine Satyrmaske an, in Erinnerung an jene, die er bereits vor 1702 auf Vorschlag des Ersten Sculpteur du Roi, François Girardon, kreierte. Die Sabots sind in Krallenform. Man kann die Analogien des hier untersuchten Möbels mit früheren Kreationen des „Ebéniste du Roi“ in | 54 mehrfacher Weise vergleichen. Die geglückte Verwendung der grossen Maskaronen, die 4 Jahreszeiten darstellend (hier ein Faun mit einem Weizenkorn und bekrönt von einem den Sommer darstellenden Diadem), darf als eine Art Signatur betrachtet werden: Es findet sich diese Maske wieder, mit leicht unterschiedlicher Anzahl Palmetten des Diadems, an einem „bureau à têtes de femmes“ , welches im Jahr 1719 für den Präsidenten de Machault (1) entstand sowie auf jenem, das 1720 für den Prince de Condé (Versailles, Musée National du Château) gefertigt wurde und auf einem weiteren „bureau à têtes de satyres“ des J. Paul Getty Museums (Inventarnr. 85 DA23) (2). Die Einrahmungen der Marketerie, die die Schildpattbeläge der Schubladen und der Füsse schmücken, dürfen als Eigenart seines Werkes bezeichnet werden wie auch die Zierleisten „à cuvette“. Die blattförmigen Bronzebeschläge an der äusseren Ecke der Füsse entspringen unmittelbar den sog. „chutes à nervures godronnées“ des für die Duchesse de Bourgogne, Mutter von Louis XV, im Jahr 1711 angefertigten Bureaus. (3) Die Grundform des oberen Teils dieser Kommode, eine ferne Anlehnung an jene, die er gegen Ende des 17. Jahrhunderts fertigte (damals noch unter der Bezeichnung „bureaux“), sieht nur anscheinend „archaisierend“ aus. Der bogenförmige Ausschnitt des Untergestells, die ausserordentlich reichen Bronzebeschläge, welche die Umrisslinien betonen, verleihen dem Möbel eine Kraft, die ausserhalb der klassischen Vorstellung liegt. Der Meister wandte sich nur allmählich dem Konzept der „Rocaillen“- Formensprache zu. Gleichermassen mit dieser Geschmackswandlung führte ein Brand im Jahr 1720, der die Werkstatt im Hof des Louvre beinahe vollkommen zerstörte, zu einer Neuausrichtung. Paradoxerweise erzeugten die Folgen dieses Desasters sowohl einen Bruch als auch eine Treue in seinem Werk. Treue zum Geist der während eines halben Jahrhunderts gefertigter Werke, zusammen mit der Verwendung zahlreicher Elemente, welche die einzigartige Noblesse bewirkten; er rettete entweder die Originale oder die Abdrucke von vielen seiner Bronze-Modellen. Abbruch, symbolisiert bei diesem grossen Entwerfer durch eine Unterbrechung der Linien, wie das am hier angebotenen Möbel bestens festgestellt werden kann. Niemals zuvor hätte man sich die ausgeprägten Schweifungen des Sockels vorstellen können. Treue und Bruch erscheinen noch deutlicher durch die publizierten Grafiken gegen Ende seines Lebens, wo sich unter die älteren Modelle neuere und noch nicht oder niemals verwirklichte Entwürfe mischen: Die Zargenbewegung der untersuchten Kommode, die Bogen,

(Kommode der Abbaye de Chaalis © CRHME, Paris 2009) (Entwurfszeichnung von A. C. Boulle, Tafel 3 © CRHME, Paris 2009) | 55

Auktion: Montag, 17. März 2008, 14.00 Uhr ... - Koller Auktionen
möbel, pendulen, bronzen, spiegel, tapisserien ... - Koller Auktionen
| 157 445* GROSSER LACKSCHREIN. Japan, 19 ... - Koller Auktionen
CHINA: SKLPTUREN UND KUNSTHANDWERK - Koller Auktionen
Jahresrückblick 2011 - Koller Auktionen
möbel, pendulen, bronzen, spiegel tapisserien ... - Koller Auktionen
möbel, pendulen, bronzen, spiegel, tapisserien ... - Koller Auktionen
Möbel, Pendulen, Bronzen, Spiegel, Tapisserien und Dekorative Kunst
Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen ... - Koller Auktionen
Möbel, Pendulen, Bronzen, Spiegel, Tapisserien ... - Koller Auktionen
| 152 Möbel & Antiquitäten | Möbel, Uhren ... - Koller Auktionen
möbel einrichtungsgegenstände dekorative kunst - Koller Auktionen
Louis XVI-Stil, Paris um 1920. Bronze matt- und ... - Koller Auktionen
| 202 Möbel & Antiquitäten | Möbel, Uhren ... - Koller Auktionen
70 1118* 1 PAAR APPLIKEN, Louis XV, Paris, 18 ... - Koller Auktionen
67 1134 1133 1 PAAR DECKELVASEN, spätes ... - Koller Auktionen