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Möbel, Pendulen, Bronzen, Spiegel, Tapisserien ... - Koller Auktionen

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Möbel & Antiquitäten | Möbel, Uhren, Tapisserien, Bronzen 1083 (Detail) die Zierleisten der Schubladen, die ähnlich der Entwurfszeichnung des Unterbaus des „coffre de toillette“ angebracht sind. Treue und Bruch ebenfalls bei der technischen Umsetzung der Möbel: Boulle behielt seine erste Wohnung unter der „Grande Galerie“ und richtete hier eine kleinere Werkstatt ein. Die Ebenisterie stellte als Element des Fortbestands den wesentlichen Teil seiner Tätigkeit dar. Die Bronzearbeiten wurden nun teilweise an Zulieferbetriebe vergeben. Die Giessarbeit wurde auswärts ausgeführt und manchmal, jedoch nicht immer, unter den Augen des Meisters ziseliert. Ein anderes Atelier übernahm die Vergoldung. Es lassen sich Anzeichen dieser Neuausrichtung bereits während der letzten Dekade des Ateliers feststellen; bei der ganz speziellen Ziselierung der matten Bronzeteile, des Blattwerks und in der Mitte des den Marmor umgebenden Bronzestabs. Das hier untersuchte Möbel wurde unter diesen Gegebenheiten angefertigt und es muss anhand dieser neuen Situation verstanden werden. Der Werkkatalog von André-Charles Boulle, vom Autor der hier vorliegenden Untersuchung verfasst, enthält nur neun mit unserem vergleich- (Detail Kommode der Abbaye de Chaalis © CRHME, Paris 2009) | 56 bare Möbel. Die Analyse der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Unterlagen sowie die Untersuchung der betreffenden Möbel bestätigen die Seltenheit von Wiederholungen oder Varianten von „commodes en bureau“, die zwischen 1720 und 1732 das Atelier von André-Charles Boulle verliessen. Jede dieser Kommoden zeigt eine andere Ausführung und bemerkenswerte Unterschiede im Erhaltungszustand. In „premièrepartie“ - das untersuchte Exemplar ausgeschlossen - lässt sich dies feststellen beim bereits erwähnten Möbel von Chaalis, jenem des Duc de Buccleuch im Château de Bowhill, bei zwei weiteren aus einer grossen Pariser Privatsammlung (wovon eine aus der Sammlung Victor de Rothschild stammt), bei jener die von Kaiser Napoleon im Jahr 1805 erworben und in seinem Gemach im Schloss Fontainebleau platziert wurde (heute Bestand des Musée du Louvre). Eine weitere, seinerzeit in England in Newby Hall (ehemals aus dem Besitz des Comte de Vaudreuil) und jene der ehemaligen Sammlung des Barons von Ketteler im Schloss Schwarzenraben. In „contre-partie“ sind erhalten eine Ausfertigung im Louvre (seit 1829 Teil der „collections nationales“, Inventarnr. OA5478) und eine aus der ehemaligen Sammlung von Lady Ravensdale. Zu diesen Möbeln darf das ursprünglich in Amarant gefertigte Exemplar gezählt werden, das im 20. Jahrhundert neu furniert wurde und bei Sotheby’s New York am 4. Mai 1984 (Katalognr. 72) angeboten wurde, jedoch inzwischen einem Brand zum Opfer gefallen sein soll. Es lässt sich nachweisen, dass der bekannte, von Levasseur signierte Sekretär, heute im Besitz der Königin von England im Schloss Windsor, gegen Ende der Regierungszeit von Louis XV aus einer Kommode des gleichen Typs umgebaut wurde. Besondere Merkmale der begutachteten Kommode: Die hier angebotene Kommode gleicht derjenigen von Chaalis am meisten, der ersten dieser Gruppe. Sie ist von allen die einzige, bei der Boulle die harmonische Anordnung der Seitenwände übernommen hat. Die Logik und Ästhetik der Ausarbeitung dürfen besonders erwähnt werden. Die Maske, welche die Kommode schmückt, stellt den im Werk Boulles immer wiederkehrenden Heraklit dar. Der Meister verwendete diese Bronze vor allem für die Zentralschubladen seiner grossen Bureau-Plats. Sie findet sich auch auf den drei oben erwähnten Exemplaren wieder. Die Harmonie zeigt sich insbesondere in der perfekten Verbindung seiner Elemente mit den Zierstücken der Messing-Marketerie auf Schildpatt, welche die Einrahmung bilden. Jeder Teil des Musters scheint aus den hauptsäch-

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