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„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

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Perspektive dient

Perspektive dient lediglich dazu den Raum zu konzipieren. Durch die Untersicht wird dem Betrachter auferlegt, dass es sich bei dem Gemälde um ein Andachtsbild handelt. Der Betrachter selbst ist den Figuren im Bild gegenüber unterprivilegiert und blickt aus der Froschperspektive auf das Geschehen. Die Sehstrahlen des Betrachters werden von der grauen Wand im Mittelgrund aufgehalten. Das Auge springt automatisch auf den Engel zurück und gleitet über die Hand des Engels zur Madonna. Erst nachdem man sich lange genug mit der Madonna beschäftigt hat, schweift der Blick in die Landschaft ab. Wie geht Ernst Marischka mit der Zentralperspektive um? Ernst Marischka bediente sich der Perspektive, um den entgegengesetzten Eindruck zu vermitteln. Zwischen dem Betrachter und der Szene ist viel Raum. Durch die Obersicht nimmt der Zuseher an dem Spektakel in der Rolle einer privilegierten Person teil. In dieser Einstellung schlüpft der Zuseher in die Rolle von Sissi, die ihrem Mann zum Altar folgt. Der Blick des Betrachters folgt den horizontalen Linien bis hin zum Fluchtpunkt. Die Bewegung von Franz Joseph (von Kirche zu Chor) unterstützt die Blickrichtung des Betrachters. Dadurch wird der Zuseher gleichsam ins Bild gesogen und sein Blick schweift in den Chor ab. b) Verwendung der Perspektive in Sissi II anhand eines für Ernst Marischka charakteristischen Einzelbildes Wenn eine Komposition eine starke Tiefenwirkung suggeriert, kann der Grund dafür auch die Farb- und Luftperspektive (siehe Bild 8) sein: Bild 8: Die Farb- und Luftperspektive. Die Formen im Vordergrund sind klar und haben starke Konturen. Mit zunehmender Entfernung verschwimmen die Umrisse der Objekte. Die Farben im Vordergrund sind kräftig und rein. Die Kontraste nehmen von vorne nach hinten ab und die Helligkeit nimmt zu. Dadurch wirken die Farben im Hintergrund wie ausgewaschen. Die folgende Abbildung (Bild 9) zeigt eine Panoramaaufnahme aus dem Film Sissi – Die junge Kaiserin (1957). Die Einstellung der Bergkulisse vermittelt durch die Luftperspektive eine starke Tiefenwirkung. Die weit entfernten Berge wirken, als ob sie mit einem Grauschleier überzogen wären. Die Farben im Hintergrund scheinen heller zu sein als die im Vordergrund und haben einen Blaustich. In dieser Kameraeinstellung ist die Kamera statisch, was zur Folge hat, dass der Zuseher nur das Vorbeiziehen der Wolken als 11

Bewegung wahrnimmt. Zudem ist aus dem Off ein Donnern zu hören. Dadurch wird dem Zuschauer die Assoziation auferlegt, dass sich ein Gewitter zusammenbraut, das die Protagonisten dazu zwingt eine Schutzhütte aufzusuchen. Welche Intentionen verfolgte Ernst Marischka? Er versuchte mit Hilfe der Luftperspektive eine bedrohliche Stimmung zu suggerieren und baut Dramatik auf, indem er mit den Assoziationen des Publikums spielt. Bereits Leonardo da Vinci erkannte die Gesetzmäßigkeiten der Luftperspektive, welche er zum Beispiel in dem Gemälde „Madonna mit der Nelke“ von 1475 umsetzte. Das Gemälde befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München und ist 62 x 47 cm groß. 48 Bild 9: Luftperspektive: Szene aus Sissi II. Bild 10: Ausschnitt: Leonardo da Vinci, Madonna mit der Nelke, 1474-1478, Öl auf Leinwand, 62x47,5cm, Alte Pinakothek. 49 Der Hintergrund des Gemäldes „Madonna mit der Nelke“ (Bild 10) gibt den Ausblick auf eine Landschaft frei. Im Vordergrund sind einige Sträucher und eine Wiese zu erkennen. Dahinter erhebt sich eine felsige Bergkulisse, die von vorne nach hinten immer heller wird und sich in einem blauen Dunst aufzulösen scheint. In der Malerei wird dieser Effekt sfumato (italienisch: verraucht) genannt. Dieser Begriff bezeichnet die von Leonardo eigens entwickelte Maltechnik, indem er die Konturen mittels Lasuren unscharf gestaltete, um seine Landschaften in einer Rauchschwade verschwinden zu lassen. 50 Leonardo da Vinci legte die Konzentration des Betrachters auf die Madonna mit dem Kind. Im Unterschied zu Ernst Marischka ist die Landschaft in der „Madonna mit der Nelke“ ein Detail im Hintergrund. Die Luftperspektive dient dazu, das Gemälde realistischer wirken zu lassen. c) Verwendung der Perspektive in Sissi III anhand eines für Ernst Marischka charakteristischen Einzelbildes Die folgende Einstellung (Bild 11) stammt aus dem Film Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin (1957) und zeigt den Platz von San Marco in Venedig. Ernst Marischka wählte 48 Information aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Madonna_mit_der_Nelke_(Leonardo), am 16.08.07. 49 Abbildung aus: http://www.kunstkopie.de/kunst/leonardo_da_vinci/madonna_mit_der_nelke.jpg, am 15.08.07. 50 Mayers Taschenlexikon, (zit. Anm. 41), S. 37. 12

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