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„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

wird frontal in der

wird frontal in der Aufsicht gefilmt, während sie einen Blumenstrauß pflückt. Ernst Marischka platziert die Figur in der rechten Bildhälfte und lässt ihr viel Raum. Der Hintergrund wird gänzlich von der Landschaft geprägt. Der blaue Himmel dominiert das obere Drittel des Bildes, die unteren zwei Drittel bestehen aus der Blumenwiese und einer Gebirgslandschaft. Die Bildkomposition entspricht somit den Gesetzmäßigkeiten des Goldenen Schnitts. Der Hügel im Vordergrund teilt das Bild in zwei diagonale Teile und betont dadurch die Horizontebene. Der Fluchtpunkt befindet sich ungefähr bei Sissi, da von einem niedrigen Standpunkt aus gefilmt wurde. Bei den Farben dominieren Grün, Weiß und Blau, wobei das Kleid von Elisabeth einen starken Kontrast zu den Naturfarben bildet. Die von Ernst Marischka inszenierte Farbkomposition entspricht ganz dem Konzept der Pleinairmalerei (franz: en plein air: Freilichtmalerei) 73 , welche zu Anfang des 19. Jahrhunderts von William Turner und John Constable begründet wurde. Die Methode fand besonders bei den französischen Impressionisten großen Anklang. Künstler wie Jean Baptiste Camille Corot, Jean-Francois Millet, Camille Pissarro, Pierre Auguste Renoir und nicht zuletzt Claude Monet trugen mit ihren Werken dazu bei, dass sich die Freilichtmalerei etablierte. 74 Das Gemälde „In der Blumenwiese“ (Bild 27) wurde von Claude Monet um 1876 angefertigt und befindet sich heute in Privatbesitz. Das 82 x 60 cm große Werk zeigt eine junge Frau in einer Blumenwiese. 75 Bild 27: Claude Monet, In der Blumenwiese, um 1876, Öl auf Leinwand, 82x60cm, vermutlich in Privatbesitz. 76 Bild 28: Freilichtmalerei: Szene aus Sissi III. Die Dame „In der Blumenwiese“ ist im Zentrum des Bildes zu sehen und liest gerade ein Buch. Sie trägt ein weißes Kleid und einen Hut, der mit roten Blumen verziert ist. Das Gras ist sehr hoch gewachsen und besitzt eine Vielzahl von weißen Blumen. Im Hintergrund ist eine hügelige Landschaft zu erkennen. Die weibliche Figur nimmt die gesamte Bildfläche ein, woraus sich eine Diagonale (von rechts unten nach links oben) bildet. Die impressionistische Malweise betont das natürliche Licht, wobei der Effekt einer bestimmten Tages- und Jahreszeit hervorgehoben wird (Frühling/Mittag). Darüber hinaus 73 Information aus: http://lexikon.meyers.de/meyers/Freilichtmalerei, am 11.02.08. 74 Information aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Freilichtmalerei, am 11.02.08. 75 Information aus: http://www.copia-di-arte.com/a/claude-monet/in-the-flower-meadow-dan.html, am 11.06.07. 76 Abbildung aus: http://www.copia-di-arte.com/a/claude-monet/in-the-flower-meadow-dan.html, am 11.06.07. 21

verleiht die Malweise, dem Bild einen spontanen, flüchtigen Charakter. Der Duktus ist deutlich zu erkennen. Kurze, dicke Pinselstriche, die dicht aneinandergesetzt sind, vermitteln den Eindruck von einem einheitlichen Farbauftrag. Die Farbe ist somit das primäre Gestaltungsmittel, wodurch die graphischen Elemente automatisch in den Hintergrund treten. Die Tiefenebene wird durch die Farb- und Luftperspektive erzeugt. Die Farbintensität nimmt von vorne nach hinten ab, wodurch die Gebirgslandschaft im Hintergrund erscheint, als ob sie mit einem blauen Schleier überzogen wäre und sich weit weg befindet. Ernst Marischka versuchte in dieser Szene (Bild 28), wie zuvor Claude Monet, einen flüchtigen Moment festzuhalten. Nach den Strapazen am Wiener Hof, denen Elisabeth ausgesetzt war, unternimmt Franz Joseph mit seiner Frau eine Reise nach Bad Ischl, wo die Liebesgeschichte im ersten Teil der „Sissi“-Trilogie begann. Auch in dieser Einstellung spürt der Zuseher die Glücksgefühle des Paares. Die luftige Stimmung wird durch die Frühlingslandschaft gesteigert. Zusammenfassung von Farbe und Kontrast Ernst Marischkas Verwendung von Farbe/Kontrast wirkt plakativ aber keinesfalls banal. Die Analyse hat gezeigt, dass die Farbwirkung der Sissi-Filme stark von der Dekoration (Ausstattung der Innenaufnahmen), den Kostümen und dem Set (Drehort für Außenaufnahmen) beeinflusst wird. Im Allgemeinen dominieren die Farben Rot, Grün und Blau. Bei den Kostümen wurden auch Pastellfarben wie Himmelblau und Rosarot verwendet, wodurch sich die Figur besonders stark vom Hintergrund abhebt. Zudem wirken die Filme sehr farbintensiv, da Ernst Marischka mit Kontrasten arbeitet. In einer von der Farbe Grün dominierten Umgebung setzt er die Komplementärfarbe Rot als Kontrast ein. In einem von der Farbe Blau dominierten Einzelbild bringt er durch die Farbe Gelb Dynamik in die Bildkomposition. 2.1.5 Licht und Schatten Grundsätzlich kann man aber zwischen zwei Lichtführungen unterscheiden: realistischeund dramatische Lichtführung. • Realistische Lichtführung Bei einer realistischen Lichtführung werden die vorhandenen Lichtquellen berücksichtigt und durch Scheinwerfer nur verstärkt. Dies tritt bei Außenaufnahmen auf. 77 77 Monaco, Lexikon (zit. Anm. 61), S. 99. 22

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