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„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

gerade einmal 1,45 bis

gerade einmal 1,45 bis 3,56 Sekunden. In dieser kurzen Zeit kann nur ein Kommentar, eine Geste oder eine bestimmte Mimik eines Darstellers festgehalten werden. b) Beschreibung der Einstellungslänge/Tempo in Sissi II anhand einer für Ernst Marischka charakteristischen Szene In der nächsten Szene wird deutlich, dass Ernst Marischka ein weiteres Gestaltungsmittel einsetzt – die Musik. Die Einstellungslänge und das Tempo der Schnitte sind dabei auf die Musik abgestimmt. Die Sequenz dauert von 0:28:50 bis 0:35:40 und hat insgesamt 26 Schnitte. Die Szene (25. Bild 105 ) wird aufgeblendet und der Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß ertönt. Mit Hilfe einer Kranfahrt konnte das Kaiserpaar inmitten des Ballsaals in der Aufsicht festgehalten werden (Bild 52). Die Kamera schwenkt langsam in die Normalsicht zurück, vorbei an dem großen Luster. Man hat den Eindruck, als würde man Sissi und Franz Joseph vom Balkon aus beim Tanzen beobachten. Bild 52: Kranfahrt: Szene aus Sissi II. Bild 53: Walzer: Szene aus Sissi II. Nach den ersten Walzertakten, folgt ein Schnitt auf das Kaiserpaar in der Einstellung Nah (Bild 53). Während sie über die Tanzfläche gleiten, werden sie von der Kamera begleitet. Mit einer flüchtigen Handbewegung fordert Franz Joseph die beistehenden Leute zum Tanz auf. Nach der zweiten „Strophe“ des Walzers folgt ein Schnitt auf den Ballsaal in der Totale (Bild 54). Bild 54: Ballsaal: Szene aus Sissi II. 105 Ernst Marischka, Drehbuch Sissi II, Wien 1956, S. 69-79. Die Kamera schwenkt von rechts nach links und hält den gesamten Saal mit den Menschen fest. Am oberen Bildrand der Aufnahme ist ein Teil eines roten Vorhanges zu erkennen. Man könnte meinen, man säße in einer Loge und würde die Szene von dort aus beobachten. 37

c) Beschreibung der Einstellungslänge/Tempo in Sissi III einer für Ernst Marischka charakteristischen Szene Die folgenden zwei Außenaufnahmen aus Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin (1957) stellen eine Jagdszene dar. Die Sequenz (1. Bild 106 ) dauert von 0:02:05 bis 0:03:52 und besitzt 17. Schnitte. Das Bild wird aufgeblendet und Illustrationsmusik ertönt. Die Szene beginnt mit einer Einstellung, welche einen Reiter zeigt, der von der Kamera begleitet durch den Wald reitet, um eine Fährte für die Verfolger zu legen (Bild 55). Sissi und Graf Andrassy sind an der Spitze. Die Reiterin ist aber nicht die Schauspielerin Romy Schneider, sondern ein Double. 107 Zwei Schnitte, welche eine andere Stelle des Praters darstellen, folgen, bis Sissi und Graf Andrassy zu einem See gelangen. Im Anschluss folgen Schnitte auf die restlichen Verfolger. Die Musik untermalt die Szene dramatisch. Die Schnitte erfolgen im Gegensatz zu Innenaufnahmen schneller, da mehr Dynamik suggeriert werden soll. Während die Verfolger versuchen den See zu überqueren, stürzen einige von ihrem Pferd (Bild 56). Die Gefahr ist erst gebannt, als ein Schnitt auf den Reiter folgt, der die Papier-Fährte legt. Die Kamera schwenkt von rechts nach links. Die Musik die zuvor dramatisch angestiegen war, wird wieder ruhiger. Bild 55: Jagdszene: Szene aus Sissi III. Bild 56: Jagdszene: Szene aus Sissi III. Diese Sequenz bringt Elisabeths Lebensgefühl zum Ausdruck, das sie in Ungarn hatte. Dort konnte Sissi frei leben, so wie sie es als Mädchen gewohnt war, ohne Zwang, ohne das spanische Hofzeremoniell und ohne auf Schritt und Tritt von Hofdamen oder von Geheimpolizisten verfolgt zu werden. Die Schnitte folgen rasch aufeinander, um einerseits die Szene lebendig wirken zu lassen, andererseits um Dramatik aufzubauen. Zusammenfassung der Einstellungslänge/Tempo Alle Sequenzen sind in sich geschlossen. Obwohl die Schnittfolge innerhalb einer Sequenz reich ist, wirken die Filme langatmig. Dies hat vordergründig mit der Dauer der Einstellungen zu tun. Innerhalb einer Unterhaltung ist das Tempo der Schnitte gering, da dem Zuschauer ein gewisses Maß an Information und Emotion überliefert werden soll. 106 Ernst Marischka, Drehbuch Sissi III, Wien 1957, S. 1. 107 Ebenda, (zit. Anm. 106), S. 2. 38

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