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„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

zeigt einen kleinen

zeigt einen kleinen Ausschnitt von dem Zimmer. Die Tiefenebene spielt in dieser Einstellung aber keine große Rolle. Bei dem Mobiliar handelt es sich um sogenannte „Gisela-Möbel“, die ursprünglich aus den Schönbrunner Appartements von Elisabeths Tochter stammen. Die Möbel wurden grün gestrichen und mit Blumen verziert, um sie an die exotischen Wandmalereien von Johann Bergl anzupassen. 122 Neben dem Spiegel steht ein vierarmiger Kerzenständer, der neben den Scheinwerfern als künstliche Lichtquelle dient. Sissis Haar wird, wie bei der Venusdarstellung, gerade von einer Zofe gekämmt. Die Dienerin trägt ein schwarzes Kleid mit weißem Kragen und Armstulpen und ein Häubchen. Marischkas Zofe ist nicht dunkelhäutig, ist aber wie bei Rubens nur eine Assistenzfigur. Der Spiegel ist im Film dominanter als im Gemälde, da das Schminktischchen die gesamte rechte Bildhälfte einnimmt. Bei Rubens bildet die Rückenfigur das Zentrum des Gemäldes. Ernst Marischka stellt erneut einen intimen Moment dar. Sissi ist auf einem Fest bei Andrassy eingeladen und lässt sich von einer Zofe frisieren. Währenddessen spricht sie mit Oberst Böckl, welcher sich hinter einem Paravant befindet. So bleibt die Privatsphäre der Kaiserin gewahrt. 3.1.3 Johannes Vermeer Das Werk von Johannes Vermeer mit dem Titel „Brief lesendes Mädchen am offenen Fenster“ (Bild 69) zeigt eine junge Frau, welche vor einem geöffneten Fenster einen Brief liest. Das um 1659 entstandene Ölgemälde ist 83 x 64,5 cm groß und ist heute in der Gemäldegalerie Dresden ausgestellt. 123 Bild 69: Johannes Vermeer, Brief lesendes Mädchen am offenen Fenster, 1659, Öl auf Leinwand, 83x64,5 cm, Staatliche Kunstsammlung Dresden. 124 Bild 70: Sissi vor dem Fenster: Szene aus Sissi II. Im Vordergrund des hochformatigen Bildes von Vermeer ist ein grüner Samtvorhang zu sehen. Dahinter steht ein Möbelstück mit einer Obstschale. Eine weibliche Figur steht im Hintergrund vor einem Fenster, neben ihr steht ein Stuhl. Die junge Frau wird von der Seite wiedergegeben. Das Fenster ist geöffnet, Licht strömt ein, an der Fensterscheibe reflektiert sich das Gesicht der Dame. Das Möbelstück mit rotem Tuch und der Vorhang 122 Hofmobiliendepot, (zit. Anm. 6), Sissi im Film. 123 Information aus: http://bildarchiv.skd-dresden.de/skddb/SearchResult_RecordInfoPopUp.jsp?RecordView=SearchResult_RecordInfo&recordIndex=2,am 02.12.07. 124 Abbildung aus: http://bildarchiv.skd-dresden.de/skddb/SearchResult_RecordInfoPopUp.jsp?recordView=SearchResult_ Record Info &recordIndex=2,am 04.06.07. 47

trennen den Betrachter von der Frau. Der Vorhang kann entweder als Teil des Bildes gelesen werden, oder aber als trompe l’ oeil (französisch, eigentlich „Augentäuschung“: wenn Gegenstände so naturgetreu gemalt sind, dass sie dem Betrachter (im ersten Moment) als realistisch erscheinen) 125 , da man Bilder gerne hinter einem Vorhang verbarg. Durch diese Trennung wirkt das Gemälde sehr intim: Sie ist allein in einem unbeaufsichtigten Moment und liest aufmerksam einen Brief. Der Betrachter kann die Szene heimlich mit verfolgen, wie es bei Ernst Marischka der Fall ist. Ernst Marischka stellt Romy Schneider im Film Sissi – Die junge Kaiserin (1956) als „Frau vor dem Fenster“ dar. Die Einstellung (Bild 70) bildet Elisabeth als Dreiviertelfigur ab, welche dicht vor einem Fenster steht und hinaus blickt, wodurch das Bild mit Vermeers „Brief lesendes Mädchen vor dem offenen Fenster“ vergleichbar ist. Die Bildfläche wird von einer Diagonalen, welche aus der Wand besteht, beherrscht. Das Fenster, das im Unterschied zu Vermeer geschlossen ist, nimmt die gesamte rechte Bildhälfte ein. Obwohl das Fenster mit einem weißen Vorhang verdeckt wird, kann man erkennen, dass es schneit und das Licht vom Freien in das Zimmer strömt. Sissi steht in der Bildmitte, direkt hinter ihr befindet sich eine rote Gardine, welche gemeinsam mit Sissi optisch eine Grenze zwischen Fenster und Wand bildet. An der Wand sind ein barockes Sideboard und ein großer Spiegel angebracht. In Anlehnung an Vermeers Mädchen trägt Sissi ein grünes Samtkleid und weiße Perlen im Haar. Die Gardinen sind rot und im Spiegel wird ein Teil des Raumes reflektiert. Im Unterschied zu Vermeer ist Sissi in der Einstellung Halbnah zu sehen. Sie füllt das Format aus und zieht die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Der Zuseher wird durch keine leere Fläche im Vordergrund (oder Möbelstücke) von der Figur distanziert, wodurch das Gefühl von Nähe suggeriert wird. Der Zuschauer nimmt Anteil an Sissis Gefühlswelt. Sehnsüchtig, nachdenklich wirkt Elisabeth in dieser Einstellung, da sie aus dem Fenster blickt. 3.1.4 William Hogarth Im Film Sissi (1955) wird Prinzessin Helene für den Empfang in der Kaiservilla herausgeputzt. Ernst Marischka stellt die Schauspielerin Uta Franz (Nené) in dieser Szene als Mädchen bei der Toilette dar. Die Einstellung erinnert dabei an das Werk „Morgendlicher Empfang der Comtesse“ aus dem Zyklus „Mariage à la Mode“, das William Hogarth um 1743/45 angefertigt hat. 126 125 Information aus: http://lexikon.meyers.de/meyers/Trompe-l'%C5%92il, am 02.12.07. 126 Information aus: http://www.nationalgallery.org.uk/cgi-bin/WebObjects.dll/CollectionPublisher.woa/wa/work?workNumber=ng116, am 20.09.07. 48

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