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„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

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Schnitt auf Sissi in der

Schnitt auf Sissi in der Einstellung Halbnah. Während sie Carl Ludwigs Frage nach ihren Lieblingsblumen beantwortet, blickt sie sich um – Es sind rote Rosen. Obwohl die oben beschriebene Szene den Tatsachen entspricht, sind die Dinge in Wirklichkeit nicht so zuckersüß gewesen, wie sie im Film dargestellt wurden. Ernst Marischka stellt das Treffen dar, als wäre es ein harmloses Essen mit der Familie. Es wird Smalltalk geführt über Herzog Max und über das Aussehen von Elisabeth. Keine Rede von den Plänen der beiden Mütter. Franz Joseph (und Carl Ludwig) liebäugelt mit seiner Kusine Sissi, die seine Blicke nicht erwidert, da sie sich kurz zuvor in ihn verliebt hat und weiß, dass er ihrer Schwester Helene versprochen ist. Auch Franz hat sich während des Spazierganges im Wald in Sissi verliebt. Zum Glück hat sich ja herausgestellt, dass Elisabeth eine Prinzessin ist. Der Liebe der beiden steht scheinbar nichts mehr im Weg, wenn man außer Acht lässt, dass Prinzessin Sisi in Wahrheit keine andere Wahl hatte: Einem Kaiser gibt man keinen Korb. 3.3.1.3 „Sissi“-Trilogie im Vergleich zu Ludwig II (1955) Obwohl Ernst Marischka versucht hat, das Leben der österreichischen Kaiserin minuziös nachzustellen, wirkt die „Sissi“-Trilogie im Vergleich zu Helmut Käutners Film Ludwig II (1955) wie ein „historisches Märchen“ 189 . Helmut Käutners Historienfilm behandelt das Leben des bayerischen Märchenkönigs bis zu seinem Tod am 13. Juni 1886. Unter den Darstellern sind O. W. Fischer, Ruth Leuwerik, Marianne Koch, Paul Bildt, Friedrich Domin, Rolf Kutschera, Herbert Hübner, Robert Meyn und Rudolf Fernau zu sehen. Der Film beginnt mit der Botschaft an Kaiserin Elisabeth, dass König Ludwig II. und Dr. Gudden ertrunken sind. Nach dem Leichenzug des Königs blendet der Film in die Zeit zurück, als Ludwig gerade erst den bayerischen Thron bestiegen hat. Er wird als Romantiker präsentiert, der sich nicht fügen will und der um das Wohl seines Volkes besorgt ist. Während die Vertrauten des Königs in den Krieg ziehen wollen, sind dem König die Kunst und die Kultur ein Anliegen. Richard Wagner ist für Ludwig II. ein kühner und erhabener Mensch. Er ist in den Augen des Königs nicht nur ein Komponist, sondern ein Genie. Helmut Käutner schmückt die Geschichte nicht aus und thematisiert auch die Schattenseiten im Leben Ludwigs. Dadurch wirkt der Film Ludwig II (1955) sehr realistisch. Die Musik von Richard Wagner unterstreicht die Melancholie des Königs und seine Sehnsucht nach Freiheit. Ludwig verzehrt sich nach Sissi, wie Tristan nach Isolde. Doch ihre Liebe zueinander hat keine Zukunft. Aufgrund 189 Pierre J. B. Benichou, Sylvianne Pommier, Renate Reimann, Romy Schneider. Ihre Filme – Ihr Leben, München 1981, Paris 1976, S. 30. 75

der Verehrung für Richard Wagner macht Ludwig II. viele Schulden. Von seinen Beratern wird er gezwungen den Komponisten nach Hause zu schicken. Er vergrault auch Sissis Schwester, Sophie (Bild 125), die ihn liebt, da er sich nicht verstanden fühlt. Nach der Gründung des deutschen Reiches beginnt der König seine eigenen Träume aufzugeben. Ludwigs jüngerer Bruder, Prinz Otto, verfällt gänzlich dem Wahnsinn. König Ludwig zieht sich in die Einsamkeit zurück und überlässt seinen Ministern die Regentschaft. Sein verschwenderischer Lebensstil und der Bau seiner Märchenschlösser bewirken, dass man ihn schließlich für geisteskrank erklärt und entmündigt. Sogar der Selbstmord von Ludwig II. wird thematisiert. Gegen Ende des Films erhält Ludwig einen Brief von Sissi, die ihm zur Flucht verhelfen will. Der König unternimmt mit seinem Psychiater, Dr. Gudden, am Starnberger See einen Spaziergang. Dr. Gudden versucht den König aufzuhalten und wird von ihm ermordet, woraufhin Ludwig II. schlussendlich Selbstmord begeht. Bild 125: Szene aus Ludwig II (1956). 190 Bild 126: Szene aus Ludwig II (1956). 191 Der Film Ludwig II (1955) setzt Filme wie z.B. Das Schicksal derer von Habsburg (1929) stilistisch fort. Elisabeth spielt nur eine Nebenrolle (Bild 126). Sie wird als reife Frau dargestellt, die eine enge Freundschaft mit Ludwig II. verbindet. Beide sind Persönlichkeiten, welche sich vom Rest der Welt missverstanden werden. In der „Sissi“- Trilogie besitzt Elisabeth die Hauptrolle. Doch das Leben der Kaiserin Elisabeth war für Ernst Marischka zu „problembeladen“, als das er es hätte nicht romantisieren müssen. Aus diesem Grund setzte er die Tatsachen als diffuse Eckpunkte ein, um die herum er mit großem handwerklichem Geschick ein historisches Märchen konstruierte. 192 Dies erweckt den Anschein, dass die Sissi-Filme einen durch den Blick der 50er Jahre gebrochenen Habsburg-Mythos verbreiten. 193 Im Gegensatz zu Käutner ließ Marischka alle tragischen Ereignisse aus dem Leben Sisis weg. Selbst schlimme Momente, wie das Zerwürfnis mit ihrer Schwiegermutter oder ihre Krankheit, wurden mit Hilfe von Heimatfilmszenen verharmlost, welche Glück, Harmonie und Freiheit zum Ausdruck bringen. Die Filme enden mit einem Happy End und der Aussage: „Die Liebe der Kaiserin hat mehr genutzt als alle Armeen seiner Majestät“. 190 Abbildung aus: http://www.filmportal.de/df/b5/Uebersicht,91B477B16AFE43759DFD763E8D849526,.html, am 29.08.07. 191 Abbildung aus: http://www.filmportal.de/df/b5/Uebersicht,91B477B16AFE43759DFD763E8D849526,.html, am 29.08.07. 192 Benichou, (zit. Anm. 189), S. 30. 193 Ruth Beckermann, Christa Blümlinger, Ohne Untertitel. Fragmente einer Geschichte des österreichischen Kinos, Wien 1996.S. 310. 76

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