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„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

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Ein Absturz, wie er im

Ein Absturz, wie er im Film Die Geierwally (1956) zu sehen ist, stellt Marischka nicht dar. Er hätte vermutlich auch nie einen verletzten Kaiser gezeigt. Das Publikum hat sich voll und ganz mit dem zuckersüßen Bild des Kaiserpaares identifiziert. Ein blutverschmierter Kaiser, nach einem tragischen Unfall, hätte nicht in dieses Bild gepasst. Ernst Marischka hat die Historie mit idyllischen Szenen ausgeschmückt, um die Erinnerung an die „gute alte Zeit“ zu wecken. Die Heimatfilmszenen in der „Sissi“-Trilogie stehen für Momente des Glücks, der Freiheit und der Liebe. In der Natur konnte Sissi frei sein, fern ab von den Verpflichtungen am Wiener Hof. Ebenso unbekümmert wirkt Franz Joseph in der Tracht. 3.3.3 Der Habsburgerfilm 3.3.3.1 Allgemeine Beschreibung Der „Habsburgerfilm“ kann als Sonderfall des Typus Heimatfilm angesehen werden. 206 Die Handlung spielt im Hof- und Adelsmilieu. Ein Monarch hält um die Hand einer (scheinbar) Bürgerlichen an und überwindet sämtliche Stammesgesetze. Verwechslungen und Intrigen werden aus der Welt geschafft und der Film endet mit einem Happy End. Das Thema vom Prinzen und der Prinzessin, die sich ineinander verlieben, ohne zu wissen, dass sie ohnehin für einander bestimmt sind, war schon in Der Obersteiger (1952) von Franz Antel vorgekommen und bildete den Gegenstand der Handlung in Hofjagd in Ischl (1955, Bild 147) von Hans Schott-Schöbinger. 207 Franz Antel ließ in den Filmen Kaiserwalzer (1953), Kaisermanöver (1954) und Königswalzer (1955) das kaiserliche Wien mit seinen Majestäten, Erzherzögen aufleben. Bild 147: Filmplakat von Hofjagd in Ischl (1955). 208 Bild 148: Filmplakat von Kaiserwalzer (1953). 209 Der Film Kaiserwalzer (1953, Bild 148) hatte dabei das höchste Einspielergebnis erzielt, das jemals erreicht wurde. 210 Die k.u.k Welle und die Welle der Militärschwänke wurde bis 1959 von den Produzenten weitergetrieben. 211 Der Marischka-Film Das Dreimäderlhaus 206 Georg Seeßlen, Sissi – Ein deutsches Orgasmustrauma in: Hans Arthur Marsiske, Zeitmaschine Kino, Hitzeroth 1992. 207 Steiner, (zit. Anm. 179), S. 209. 208 Abbildung aus: http://film.virtual-history.com/program.php?id=912, am 12.04.07. 209 Abbildung aus: http://film.virtual-history.com/program.php?id=3696, am 12.04.07. 210 Fritz, (zit. Anm. 1), S. 59/60. 211 Fritz, (zit. Anm. 1), S. 115. 83

(1958) zählt zu den letzten Filmen dieses Genres, bevor eine neue Welle von Lustspielen den Markt überflutete. 3.3.3.2 Bezug zur „Sissi“-Trilogie Ernst Marischka setzt die Liebesgeschichte von Kaiser Franz Joseph mit Prinzessin Elisabeth filmisch um. Aufgrund einer Verwechslung weiß der Kaiser nicht, dass er sich in eine Adelige verliebt hat. Auf einem Ball lüftet Sissi ihr Geheimnis. Nach der prunkvollen Hochzeit stellt Marischka das Leben am Wiener Hof dar. Große Bälle und Empfänge werden gezeigt, die dem Publikum die kaiserliche Pracht der damaligen Zeit vor Augen führt. Laut Georg Seeßlen erreicht der Habsburgerfilm in der „Sissi“-Trilogie seine vollendete Form. 212 Auch Thomas Kramer ist dieser Meinung, wenn er behauptet, dass die ungeheuer populäre „Sissi“-Trilogie den Höhepunkt der höfisch-herrschaftlichen Variante des Heimatfilms bildet. 213 Der Bezug zum Habsburgerfilm anhand einer für Ernst Marischka charakteristischen Szene Die folgende Sequenz aus dem Film Sissi – Die junge Kaiserin (1956) kann eindeutig dem Genre „Habsburgerfilm“ zugeordnet werden. Im Schloss Schönbrunn findet zu Ehren der ungarischen Delegation ein Ball statt. Ernst Marischka setzt den Hofball folgendermaßen um: Die Sequenz dauert von 0:28:50 bis 0:35:40 und hat insgesamt 26 Schnitte. Das 25. Bild 214 wird aufgeblendet und der Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß ertönt. Mit Hilfe einer Kranfahrt konnte das Kaiserpaar inmitten des Ballsaals in der Oberperspektive festgehalten werden (Bild 149). Die Kamera schwenkt langsam in die Normalsicht zurück, vorbei an dem großen Luster. Man hat den Eindruck, als würde man Sissi und Franz Joseph vom Balkon aus beim Tanzen beobachten. 212 Seeßlen, (zit. Anm. 206), S. 68. Bild 149: Kranfahrt: Szene aus Sissi II. Bild 150: Walzer: Szene aus Sissi II. 213 Thomas Kramer, Reclams Lexikon des Deutschen Films, Stuttgart 1995, S. 287. 214 Drehbuch II, (zit. Anm. 105), S. 69-79. 84

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