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„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

wurde musikalisch mit

wurde musikalisch mit dem Walzer „Die Schönbrunner“ von Josef Lanner unterlegt. Man sieht beinahe denselben Ausschnitt des Ballsaals, der rote Vorhang fehlt jedoch. In diesem Fall handelt es sich um eine gewöhnliche Einstellung in der Obersicht, während die Kamera von links nach rechts schwenkt. Es folgt ein Schnitt auf Sophie in der Einstellung Halbnah (Bild 159), die wütend den Ball mit den Worten „Dieser Hofball ist für mich zu Ende“ verlässt. Bild 159: Sophie: Szene aus Sissi II. Bild 160: Saal: Szene aus Sissi II. Zum Schluss passiert etwas Unerwartetes. Die Musik setzt aus und man hört lautes Stimmengewirr. Sophie vermutet sofort ein Attentat, aber die Kaiserin ist ohnmächtig geworden (Bild 160). Das prunkvolle Ausstattungskino des Routiniers Marischka befriedigt die oberflächliche Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ und die vordergründige Schaulust eines Publikums, das unterhalten und gerührt werden will. 216 Dem Zuseher wird die große Pracht und Machtentfaltung des Habsburgerreichs vorgeführt. 3.3.3.3 „Sissi“-Trilogie im Vergleich zu Königswalzer (1955) Der Film Königswalzer (1955) von dem Regisseur Viktor Tourjansky ist ein Remake des Films Königswalzer (1935) von Herbert Maisch. Im Tourjansky-Film sind Marianne Koch als Theres Tomasoni, Michael Cramer als Graf Tettenbach, Sabine Hahn als Anni und Joe Stöckel zu sehen. Im Mittelpunkt des Filmes Königswalzer (1955) stehen zwei Liebesgeschichten. Die eine Liebesgeschichte entspricht dem Plot aus dem Film Sissi (1955), da Graf von Tettenbach im Auftrag von Kaiser Franz Joseph zum Bayernkönig Max II. geschickt wird, um ihm zu berichten, dass sich der österreichische Kaiser in die königliche Nichte verliebt hat. Allerdings nicht in Prinzessin Helene, sondern in deren jüngere Schwester Prinzessin Elisabeth. Zum Anderen verliebt sich Graf Tettenbach selbst in die Tochter eines Cafébesitzers (Bild 162). Alles scheint gut für den Grafen zu laufen, denn der Bayernkönig 216 Kramer, (zit. Anm. 213), S. 287. 87

gibt sein Jawort zu Sissis Verlobung und auch Theres schenkt ihm ihr Herz. Anni, die kleine Schwester von Theres, hat sich ebenfalls in den Grafen verliebt. Sie bringt ein Gerücht in Umlauf, das Tettenbach zwingen soll, Anni zu heiraten. Um ihr eigenes Glück nicht zu gefährden, nimmt sich Prinzessin Sissi dieser delikaten Angelegenheit an. Zum Schluss kann Sissi ihren „Franzl“ und Graf Tettenbach seine Theres heiraten. 217 Bild 161: Szene aus Königswalzer (1955). 218 Bild 162: Filmplakat Königswalzer. 219 Im Bezug auf das österreichische Kaiserpaar legt Viktor Tourjansky das Hauptaugenmerk auf deren Liebesgeschichte. Ernst Marischka thematisiert neben der Liebesgeschichte von Sissi und Franz im ersten Teil auch die Krankheit von Sissi und die politischen Missstände in Italien im dritten Teil. Da sich Ernst Marischka, mehr als sonst üblich, an die historische Wahrheit hielt 220 , definiert die „Sissi“-Trilogie das Ende der Gattung der historischen „Wiener Filme“. 221 Der Titel des Films Königswalzer (1955) bezieht sich auf die Aufhebung des Tanzverbotes in München. Zu Beginn des Films wurde das Tanzen von der Sittenpolizei verboten. Gegen Ende ist Theres Tomasoni zu sehen, die mit dem König einen Walzer tanzt (Bild 161). In dieser Szene schwenkt die Kamera von der Normalsicht mit einem Kran in die Obersicht. Man sieht das Eintreten der Gäste in den Ballsaal. Nach einigen Walzertakten fährt die Kamera an einem Luster vorbei. Der König von Bayern betritt den Raum, gefolgt von Helene und Sissi. Nachdem Theres zur Hoflieferantin erklärt wurde, fordert sie der König zum „unmoralischen“ Walzer auf. In der Mitte des Raumes erkennt man das tanzende Paar. Im Unterschied zu Ernst Marischkas Szene, welche in Punkt 3.3.5.3 beschrieben wurde, bildet der Ball das spektakuläre Ende des Films, während der Ball bei Marischka nur ein Ball von vielen ist. Zudem ist die Kameraführung bei Tourjansky unruhiger. Marischka beginnt die Szene ebenfalls in der Obersicht und setzt eine Kranfahrt ein, um den Ballsaal festzuhalten. Die restlichen Einstellungen sind bevorzugt in der Normalsicht dargestellt, 217 Klappentext zur VHS von Königswalzer (1955). 218 Abbildung aus: http://www.cinema.de/film_aktuell/filmdetail?interface=slide&film_id=23825&imgno=3, am 13.03.08. 219 Abbildung aus: http://www.murnau-stiftung.de/en/pl/plakate_k.asp, am 04.02.08. 220 Steiner, (zit. Anm. 179), S. 210. 221 Fritz, (zit. Anm. 1), S. 74. 88

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