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„Sissi“- Trilogie - Das Romy Schneider Archiv

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während Tourjansky mehr

während Tourjansky mehr aus der Obersicht filmt. Ernst Marischka distanziert das Publikum nicht so stark von dem tanzenden Paar, wie Tourjansky. Dieser stellt gerne Personen im Vordergrund dar, welche die Sicht versperren. Außerdem setzt Marischka die Einstellungen Totale, Nah, Gross und Detail ein, während der Film Königswalzer (1955) von den Einstellungen Teil und Halbnah dominiert wird. 3.3.4 Der Operettenfilm 3.3.4.1 Allgemeine Beschreibung Der Operettenfilm hatte seine Blüte in den 1930er Jahren, als der Tonfilm den Stummfilm ablöste. Opern, Operetten und Theaterstücke zählen zu den Filminhalten, wobei die Musik die Hauptrolle spielt. Filme wie zum Beispiel Leise flehen meine Lieder (1933) von Willi Forst gehören diesem Genre an. 222 Dabei wurde ein berühmtes Werk von Schubert verfilmt. Operettenverfilmungen, bei denen Dekoration und Kostüme eine wesentliche Rolle spielen, wurden bis 1954 hergestellt. 223 Filme wie Küssen ist keine Sünd (1951), Saison in Salzburg (1952) oder Die Perle von Tokay (1954), sind diesem Genre angehörig. 3.3.4.2 Bezug zur „Sissi“-Trilogie Das Lustspiel Sissys Brautfahrt von Ernst Décsey und Gustav Holm bildet die Basis für die Operette Sissy (1932), welche wiederum Ernst Marischka als Vorlage für den Spielfilm Sissi (1955) diente. 224 […] „Du Ernst, ich habe da ein Theaterstück von Ernst Décsey und Gustav Holm gekauft, aus dem könnte man ein süßes Singspiel machen. Es heißt Sissys Brautfahrt und handelt von der Verlobung des Kaisers Franz Joseph in Ischl...“ Weiter kam er nicht, denn Ernst sprang wie von der Tarantel gestochen auf, griff sich an die Stirn, trampelte mit den Füßen und schrie beinahe hysterisch: „Hubert, bist du noch zu retten? Wer braucht denn die alten G’ schichten mit’ m Kaiser Franz Joseph, wer will denn das heutzutage noch seh’ n?“ […] Am nächsten Tag hatte Onkel Ernst den ganzen ersten Akt konzipiert. […] 225 222 Walter Fritz, Kino in Österreich 1929-45, Wien 1991, S. 20 und 29. 223 Fritz, (zit. Anm. 1), S. 64. 224 Unterreiner, (zit. Anm. 3), S. 18/19. 225 Marischka, (zit. Anm. 2), S. 40. Fehler bei Franz Marischka: Gustav Hahn anstatt Gustav Holm. 89

Die Operette Sissy (1932) wurde am 23. Dezember 1932 im Theater an der Wien uraufgeführt und war ein großer Erfolg. In den Hauptrollen waren Paula Wessely als „Sissy“ und Hans Jaray als „Franz Joseph“ zu sehen. Die Brüder Marischka verkauften die Rechte an dem Stück für die beachtliche Summe von 160.000 Dollar an die Filmgesellschaft Columbia. 226 Daraus entstand die erste filmische Adaption der Operette Sissy (1932), The King Steps Out (1936), bei dem Josef von Sternberg 227 die Regie führte. 3.3.4.3 Sissi im Vergleich zu Sissy und The King Steps Out (1936) Wie macht sich der Bezug zum Theaterstück Sissys Brautfahrt im Film Sissi (1955) bemerkbar? Das Vorspiel des Lustspiels zeigt die herzogliche Familie beim Frühstück: Erkerzimmer mit Terrasse in Schloss Possenhofen. Einfache, etwas altfränkische, behagliche Einrichtung. An den Wänden Jagdtrophäen. An der einen Wand der Esstisch mit Wandbank und Stühlen. Durch das Fenster Blick auf den See und die Berge. Es ist ein schöner Augustvormittag. Um den Tisch sitzen Luise (Ludovika), Nené (Helene), Gackl (Karl Theodor), Spatz (Sophie) beim Frühstück. Der Diener steht und serviert. Etwas abseits sitzt Herzog Max, in die Zeitung vertieft. 228 Ernst Marischka inszeniert zu Beginn des Filmes Sissi (1955) in Anlehnung an das Lustspiel ein Frühstück (Drehbuch: 5. Bild 229 ), bei dem Herzog Max, Ludovika, und die Kinder anwesend sind. Herzog Max repräsentiert einen gutmütigen, gut aussehenden, äußerst sympathischen Mann in Lederhosen 230 , der sich nur den schönen Dingen des Lebens widmet. 231 Als Naturliebhaber und passionierter Jäger erfüllt er den komischen Part im Film, welche er aus seiner Volkstümlichkeit bezieht, die sich für einen Herzog nicht gebührt. 232 Herzogin Ludovika repräsentiert eine hübsche, natürliche aber immer standesbewusste Frau, die trotz ihrer Strenge immer liebevoll zu ihren Kindern ist. 233 Ludovika weiß, wie man sich am Hof zu benehmen hat, und stöhnt über ihren Mann, der sie darin so wenig unterstützt. 234 Obwohl sie die „rustikale Substanz“ von Max beneidet, ist sie von ihm genervt. Ludovika findet, dass Max wie ein Holzknecht isst und die Kinder 226 Marischka, (zit. Anm. 2), S. 41. Laut Franz Marischka war es die Universal Filmgesellschaft. 227 Joseph von Sternberg: geboren 1894 in Wien, gestorben 1969 in Los Angeles. 228 Ernst Décsey, Gustav Holm, Sissys Brautfahrt, Wien o. J., Vorspiel, Erste Szene, S. 2-3. 229 Drehbuch I, (zit. Anm. 188), S. 6. 230 Ebenda, (zit. Anm. 188), S. 2. 231 Robert Dressler, Die Figuren der Wiener Operette als Spiegel ihrer Gesellschaft, Wien 1986, S. 223. 232 Dressler, (zit. Anm. 231), S. 222. 233 Drehbuch I, (zit. Anm. 188), S. 3. 234 Beyer, (zit. Anm. 180), S. 76. 90

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