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Schriftenreihe des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik Nr. 7

Schriftenreihe des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik Nr. 7

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Der verhandlungsorientierte Verrechnungspreis orientiert sich neben dem Marktpreis zusätzlich auch nach Bedingungen wie die Grenzkosten und der Grenznutzen der autonomen Kooperationspartner. Da das Ergebnis in der verhandlungsorientierten Preisfindung ungewiss ist, kann die Lenkungs- und Erfolgszuweisungsfunktion nicht erfüllt werden. Aufgrund dieser Gefahr sollte eine zusätzliche Koordinationsinstanz Rahmenbedingungen für die Kooperationspartner festlegen. 294 Der nutzenorientierte Verrechnungspreis berücksichtigt zu den monetären Faktoren, wie beispielsweise die Erlöse und Kosten, auch zusätzlich nichtmonetäre Größen. Exemplarisch dafür sind die nicht quantifizierbaren Nutzen oder Opportunitätskosten. Durch das Einbeziehen von nichtmonetären Werten findet der nutzenorientierte Verrechnungspreis gerade in jenen Situationen Anwendung, in denen die Leistung nicht eindeutig bestimmt werden kann. Erdmann nennt Leistungsverrechnungen, die auf Basis von Kilometerleistung, Einsatzstunden oder Anzahl der Stopps erfolgen, als geeignete Anwendungsbereiche. 295 Obwohl noch nicht klar hervorgeht, wie das Leistungsverrechnungssystem optimal an das KTAK-Konzept angepasst werden soll, so dient diese Abhandlung als Erkenntnisgewinn in dieser Angelegenheit. Zusammengefasst kann festgestellt werden, dass die Verrechnungspreise neben den Kosten-/Leistungsplänen, Arbeits- und Qualitätshandbüchern sowie Sanktionsregeln als wichtiges Instrument für die Koordination von der kooperativen Leistungserbringung identifiziert werden kann. 296 Da einerseits die zugrunde liegende Kooperationsform des KTAK-Konzeptes noch nicht klar definiert wurde und andererseits die „Ressourceninterdependenzen“ und „Marktinterdependenzen“ der kooperierenden Kleintransporteure eine hohe Komplexität vermuten lassen, sollte zur Ermittlung des passenden Leistungsverrechnungssystems eine Basis geschaffen werden, die alle potenziellen Kooperationspartner integriert. Daher müssen über einen längeren Zeithorizont Workshops veranstaltet werden, an denen für die Lösungsfindung die Interessen aller Beteiligten Berücksichtigung finden. Für das KTAK-Konzept ist es wichtig, die leistungsabhängigen und die leistungsunabhängigen Komponenten zu definieren. Aufgrund des heutigen Erkenntnisstands können die gemeinsamen Marketingmaßnahmen, die Implementierung und Aufrechterhaltung der IuK- Infrastruktur, sowie administrative Transportvor- und Transportnachbereitungen als leistungsunabhängige Komponenten betrachtet werden. Die leistungsabhängigen 294 vgl. Erdmann, Mechthild (1999), S. 66 295 vgl. Erdmann, Mechthild (1999), S. 67 296 vgl. Weddewer, Martin (2007), S. 144 100

Komponenten lassen sich infolge der hohen Autonomie der Kleintransporteure klar abgrenzen. Für die interne Leistungsverrechnung bieten sich daher Frachttarife an, die auf Basis von Marktpreisen ermittelt werden. Aufgrund des Einsatzes von der IuK- Technologie können allerdings auch Verrechnungspreise angewendet werden, denen Börsenpreise, verhandlungsorientierte oder nutzenorientierte Preise zugrunde liegen. Aufgrund der problemlosen Integration der internetbasierten Auftragsabwicklung in die elektronischen Märkte kann der Börsenpreis als erfolgsversprechende Grundform des Verrechnungspreises für das KTAK-Konzept betrachtet werden. Die endgültige Entscheidung über das optimale Verrechnungssystem sollte durch die Ergebnisse aus simulationsgestützten Analysen bekräftigt werden. Während das gerade beschriebene interne Verrechnungspreissystem Transaktionen unter den Kooperationspartnern oder zwischen den Kooperationspartnern und der zentralen Disposition beschreibt, werden nun unter der Bezeichnung externes Verrechnungspreissystem jene Transaktionen zusammengefasst, die eine Verbindung zum Auftraggeber aufweisen. Da bereits detailliert auf die Systematisierung des Verrechnungspreissystems und auf die Verrechnungspreise, wie beispielsweise der Börsenpreis und der Marktpreis, eingegangen wurde, werden nun gezielt Lösungen behandelt, die noch nicht erwähnt wurden und die für das KTAK-Konzept anwendbar sind. Dabei bildet das „Revenue Management“ den Schwerpunkt dieser Thematik. Das „Revenue Management“, auch bekannt als „Yield Management“, kann als System beschrieben werden, dass durch die Kapazitätssteuerung die Erlösseite der Leistungserstellung gestaltet und dadurch eine Maximierung des Gesamterlöses zum Ziel hat. 297 Die Kapazitätssteuerung erfolgt dabei durch Instrumente wie beispielsweise die Preisdifferenzierung, die Überbuchung und die Preis-Mengen-Steuerung. 298 Aufgrund der Anwendbarkeit auf das KTAK-Konzept wird nun auf das Lenkungsinstrument der Preisdifferenzierung genauer eingegangen. Die theoretische Beschreibung der Preisdifferenzierung, in der Literatur auch als Preisdiskriminierung bezeichnet, findet ihren Ursprung in der mikroökonomischen Theorie und setzt sich mit der Marktreaktion auseinander, bei der ein homogenes Gut zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Die Theorie unterscheidet dabei die Preisdifferenzierung ersten, zweiten und dritten Grades, die wie folgt beschrieben werden können: 299 297 vgl. Kimms, Alf/Klein Robert (2005), S. S. 3 298 vgl. Rehkopf, Stefan/Spengler, Thomas (2005), S. 126 299 vgl. Vogt, Gustav (2007), S. 286ff 101

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