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Schriftenreihe des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik Nr. 7

Schriftenreihe des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik Nr. 7

2.3. Nachhaltige

2.3. Nachhaltige Entwicklung Während die Umweltökonomische Definition lange Zeit den Fokus auf die ökologischen und ökonomischen Dimensionen gelegt hat, werden neuerdings die sozialen Aspekte immer bedeutender. 44 Als wesentlicher Treiber dieser Integration kann die nachhaltige Entwicklung gesehen werden. 1987 wurde der Begriff der „Nachhaltigen Entwicklung“ durch die Veröffentlichung des Abschlussberichts der Brundtland-Kommission auch einer breiteren, nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit bekannt. Dieser Bericht definiert die Kompromissformel „towards sustainable development“ 45 wie folgt: „Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs“ 46 Die Befriedigung der Grundbedürfnisse aller lebenden Menschen ohne Beeinträchtigung der Möglichkeiten der zukünftigen Generationen wird in diesem Bericht mit zwei weiteren Zielen präzisiert: 47 • “the concept of 'needs', in particular the essential needs of the world's poor, to which overriding priority should be given; and • the idea of limitations imposed by the state of technology and social organization on the environment´s ability to meet present and future needs.” Aus dieser Definition kann eine generationsübergreifende Verantwortung in Bezug auf die Armutsbekämpfung und auf die verantwortungsbewusste Verwendung von Naturressourcen abgeleitet werden. Es kann auch bereits eine erste Integration der Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales festgestellt werden. 48 In anderen Worten kann durch diese ethische Perspektive das Verhältnis von menschlicher Wirtschaftsweise, den sozialen Grundlagen einer Gesellschaft und den verfügbaren natürlichen Ressourcen auf globaler Ebene beschrieben werden. 49 Grunwald und Kopfmüller fassen diese Definition mit folgenden Schlagwörtern zusammen: 50 44 vgl. Beckenbach, Frank et al. (2007), S. 7 45 WCED (1987), o.S. 46 WCED (1987), o.S. 47 WCED (1987), o.S. 48 vgl. Beckenbach, Frank et al. (2007), S. 37 49 vgl. Grunwald, Armin/Kopfmüller, Jürgen (2006), S. 11 50 Grunwald, Armin/Kopfmüller, Jürgen (2006), S. 21 18

• „die globale Perspektive • die untrennbare Verknüpfung zwischen Umwelt- und Entwicklungsaspekten • sowie die Realisierung von Gerechtigkeit zugleich in der intergenerativen Perspektive (Zukunftsverantwortung) • und in der intragenerativen Perspektive (Verteilungsgerechtigkeit unter den heute lebenden Menschen)“ Der weitverbreitete Konsens bezüglich dieser Definition bei den teilweise stark polarisierten Parteien (aus den ökologischen, ökonomischen oder sozialen Lagern) kann auf den geringen Konkretisierungsgrad und die weiten Interpretationsspielräumen zurückgeführt werden. Obwohl kritisiert wird, dass dieser Bericht keine konkreten Handlungsempfehlungen hervorgebracht hat, wurde doch eine weltweite Sensibilisierung erreicht, welche zu intensiven Diskussionen und in weiter Folge zur Umsetzung nachhaltiger Konzepte geführt hat. 51 Beispielhaft für die erfolgreiche Umsetzung des Nachhaltigkeits-Gedankens ist die daraus entstandene UNCED Earth Summit (1992) in Rio, auf die im Folgenden ausführlicher eingegangen wird. Durch die in Rio de Janeiro abgehaltene Konferenz der Vereinten Nationen (UNCED) im Jahre 1992 gewann die nachhaltige Entwicklung weitere Bekanntheit und politische Gestaltungskraft. Diese auch als Erdgipfel bezeichnete Konferenz zählte mit 15.000 Delegierten aus 178 Staaten zu den größten internationalen Konferenzen. 52 Die außergewöhnliche Verhandlungsatmosphäre (auch als „Geist von Rio“ bekannt) trug dazu bei, dass in der „Rio-Deklaration“ folgende Ziele festgelegt werden konnten, die von den Vertragsparteien auf nationaler und globaler Ebene umgesetzt werden müssen: „(…) eine neue und gerechte globale Partnerschaft durch die Schaffung neuer Kooperationsebenen zwischen Staaten, Schlüsselsektoren der Gesellschaft und Menschen zu schaffen, (…), internationale Vereinbarungen zu treffen, welche die Interessen aller respektieren und die Einheit des globalen Umwelt- und Entwicklungssystems schützen, in Anerkennung der Einheit und wechselseitigen Abhängigkeit der Natur der Erde unserer Heimat (…)“ 53 Durch diese Vereinbarung konnte die Wichtigkeit der ökologischen und sozialen Dimensionen auf ein Neues unterstrichen und eine gleichberechtigte, wechselseitige Integration verstärkt werden. 54 Dieser interdisziplinäre Prozess zwischen der 51 vgl. Grunwald, Armin/Kopfmüller, Jürgen (2006), S. 22 52 vgl. Wiesmeth, Hans (2003), S. 8f 53 Wiesmeth, Hans (2003), S. 8 54 vgl. Wiesmeth, Hans (2003), S. 8 19

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