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Flächennutzungsplan Wernau / Neckar 2010 - 2025

Flächennutzungsplan Wernau / Neckar 2010 - 2025

Flächennutzungsplan 2010-2025 Wernau / Neckar Teil A: Begründung Als Teil des landesweiten Biotopverbunds sind im Regionalplan 2020 Flächenkorridore für den Wald- und den Offenlandbiotopverbund dargestellt. Kernflächen sind ökologisch bereits hochwertige Gebiete (Naturschutzgebiete, FFH- und Vogelschutzgebiete), dazwischen liegende Gebiete übernehmen Verbindungsfunktionen. Auf Gemarkung Wernau erfüllen die Schutzgebiete am Plochinger Kopf, im Neckartal, im Westen und Süden der Gemarkung die Funktion als Kernflächen im Offenlandbiotopverbund. Die dazwischen liegenden und angrenzenden Bereiche sind zur Vernetzung dieser Kernflächen erforderlich und werden im Flächennutzungsplan durch die Darstellung als Flächen und Maßnahmen zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft gemäß § 5 Abs 2 Nr. 10 BauGB gesichert. 3.3 Außenbereichsvorhaben (Windkraft, Biomasse, Fernleitungstrassen) Zum Schutz der Kulturlandschaft sollen die Freiräume von baulichen Nutzungen und weiteren oberirdischen Leitungen freigehalten werden. Für regionalbedeutsame Windkraftanlagen sind im Raum Wernau keine Flächen im Regionalplan dargestellt. Flächen für Freiflächenfotovoltaikanlagen sind angesichts des vorrangigen Freiraumschutzes nicht vorgesehen. Mit dem Betrieb von Biogasanlagen auf Basis des Nassvergärungsverfahrens sind in der Regel großflächigere Änderungen der angebauten Kulturarten verbunden. In Wernau würde dies zu erheblichen Beeinträchtigungen der vielfältigen Kulturlandschaft führen. Angesichts der Bedeutung der Freiräume für die Erholung und den Biotopverbund sollen solche Entwicklungen vermieden werden. 4 Kompensationsflächen und -maßnahmen Zur Berücksichtigung umweltschützender Belange in der Abwägung bei Bauleitplanverfahren sieht § 1a Abs. 3 BauGB die Vermeidung und den Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft vor. Die Ausgleichsflächen werden gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 10 als Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft dargestellt und mit der sog. T-Linie gekennzeichnet. Die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung besteht aus einer 3-stufigen Prüfkaskade: An erster Stelle steht die Pflicht zur Vermeidung von erheblichen Beeinträchtigungen. Dies wird auf der Ebene der Flächennutzungsplanung durch die Auswahl konfliktarmer Räume für die geplanten Siedlungsentwicklungen erreicht. An zweiter Stelle steht der Ausgleich von unvermeidbaren Eingriffen. Ausgleichsmaßnahmen kompensieren funktional und im räumlichen Zusammenhang die beeinträchtigte Funktion. Soweit dies nicht oder nicht vollständig möglich ist, sind Ersatzmaßnahmen bereitzustellen. Diese kompensieren die funktionalen Beeinträchtigungen eines Schutzguts bzw. seiner Funktion durch Aufwertung einer anderen Schutzgutfunktion. VI Entwicklungskonzeption der Stadt Wernau / Neckar 53

Flächennutzungsplan 2010-2025 Wernau / Neckar Teil A: Begründung Voraussetzung für Flächen und Maßnahmen, die als naturschutzrechtlicher Ausgleich anerkannt werden sollen, ist eine naturschutzfachlich begründete Aufwertungsfähigkeit und -bedürftigkeit ihres bisherigen Zustands. Im Baugesetzbuch sind Ausgleich und Ersatz unter dem Begriff Ausgleich zusammengefasst und der räumliche Bezug der Ausgleichsmaßnahmen zum Eingriffsort gelockert. Damit ist für die Bauleitplanung die Flächen- und Maßnahmenbevorratung in einem Ökokonto bereits seit der Novelle des Baugesetzbuchs 2004 möglich. Der Flächennutzungsplan 2010-2025 Wernau / Neckar sieht Flächen und / oder Maßnahmen zum Ausgleich auf Basis des Flächen- und Maßnahmenpools des Landschaftsplans vor. Die konkrete Bewertung und Zuordnung einer Ausgleichsmaßnahme zu einem Eingriff erfolgt im nachgelagerten Bebauungsplanverfahren. Angesichts der auf der Flächennutzungsplanebene nur überschlägig fassbaren zukünftigen Eingriffe und der nicht absehbaren Verfügbarkeit und Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen werden die großflächig ausgewiesenen Kompensationsbereiche des Landschaftsplans übernommen. Der Flächen- und Maßnahmenpool gewährleistet, dass geeignete Flächen zur Durchführung von Kompensationsmaßnahmen vorhanden sind und naturschutzfachlich sinnvolle Maßnahmen auf Basis eines Gesamtkonzeptes durchgeführt werden. Mit der Bündelung mehrerer Kompensationsmaßnahmen kann eine effektivere und nachhaltige Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Natur und Landschaft erreicht werden. Folgende Flächen und / oder Maßnahmen zum Ausgleich werden auf der Grundlage der Entwicklungskonzeption des Landschaftsplans empfohlen: 1 Entwicklungsmaßnahmen an Gewässern und ihrem Umfeld - Gewässerökologische Aufwertung der Ufer- und Auenbereiche von Neckar und Fils, - Verbesserung des Lebensraumpotenzial und der Durchgängigkeit der Mündungen der Bäche Bodenbach, Kehlbach und Hesslenbach sowie Beseitigung des Sohlverbaus am Bachlauf im Gewann Reutebrunnen, Öffnen verdolter Abschnitte des Bodenbaches, - Ökologische Aufwertung der Ufer und des Umfelds der Stillgewässer, - Neuanlage von Kleingewässern - naturnahe Gestaltung der Retentionsfläche am Bodenbach 2 Flächen und Maßnahmen zur Pflege der Kulturlandschaft und zur Entwicklung / Förderung des Biotopverbunds - Erhaltung der Streuobstlebensräume durch Nachpflanzung abgängiger Bäume und Ergänzung von Beständen - Pflanzung von Einzelbäumen in der Feldflur - Eingrünung neuer Siedlungsränder VI Entwicklungskonzeption der Stadt Wernau / Neckar 54

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