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16 Resezierende

16 Resezierende Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse Operationsverfahren Bis vor etwa 100 Jahren galt eine Operation an der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) als nicht durchführbar. Dies begründete sich durch die hohe Sterblichkeit und hohe Komplikationsrate des Eingriffs. Am 21.08.1909 führte Professor Walter KAUSCH, Auguste-Viktoria Krankenhaus in Berlin, an dem Kassenboten Ernst G. die erste kurative und radikale Pankreaskopfresektion bei einem Papillenkarzinom (bösartiger Tumor im Bereich der Mündungsstelle von Galle- und Pankreasgang in den Zwölffingerdarm) durch. Erst 25 Jahre später, auf den Tag genau am 21.08.1934, gelang Professor Allen WHIPPLE (Chirurg in New York), seine erste Pankreaskopfresektion (sog. partielle Duodenopankreatektomie). Tragischerweise verstarben jedoch beide Patienten an einer Cholangiosepsis (generalisierte Entzündung der Gallengänge). Dennoch war der Grundstein für das heute noch geltende Operationsverfahren gelegt, welches nach ihren Urvätern KAUSCH und WHIPPLE, kurz „Operation nach KAUSCH-WHIPPLE“, genannt wird. In den letzten Jahrzehnten ist es zu einer Reihe an Variationen dieses operativen Eingriffes gekommen. Da die Wahl des Verfahrens hauptsächlich von der zugrundeliegenden Erkrankung abhängt, werden die nun folgenden Operationsverfahren in Abhängigkeit von der Indikation beschrieben. 1. Bösartige (maligne) Erkrankungen Entscheidet ein interdisziplinäres Gremium aus Ärzten von verschiedenen Fachrichtungen (Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie und Strahlentherapie) aufgrund der bildgebenden und Labor-Untersuchungen, den Patienten mit einer primären Operation zu behandeln, so muss für dieses Verfahren gelten, dass der Tumor radikal, also im Gesunden mit Lymphabfluss, entfernt werden kann. Liegt der Tumor im Bereich des Kopfes oder des Körpers, so wird heutzutage die klassische partielle Duodenopankreatektomie oder die pyloruserhaltende partielle Duodenopankreatektomie verwendet (d. h. Erhalt des Magens und 1-2 cm des Zwölffingerdarms).

2 4 1 6 5 Zeichnung 1: Dargestellt sind die Organe des Oberbauches vor der Operation nach der klassischen (Zeichnung 2) und der pyloruserhaltenden KAUSCH-WHIPPLE Operation (Zeichnung 3). Ziel der Operation muss eine sogenannte RO Resektion sein, d. h. alle Schnittränder sollten frei von Tumor sein. Hierzu erfolgt die Entfernung des Zwölffi ngerdarms, des tumortragenden Pankreasgewebes, der Gallenblase und des unteren Anteils des Gallenganges. Bei dem klassischen Verfahren werden zusätzlich 1 /2- 2 /3 des Magens entfernt (siehe Zeichnung 1 und 2), bei dem zweiten Verfahren wird der Magen mit Magenausgang erhalten (siehe Zeichnung 1 und 3). 3 1. Leber 2. Gallenblase 3. Magen 4. Duodenum 5. Pankreas 6. Dünndarm 17

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