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Dr. Heinz-Josef Horstschäfer: "Haus Altenmdorf - enge Kontakte

Dr. Heinz-Josef Horstschäfer: "Haus Altenmdorf - enge Kontakte

St Severin-Kirche in

St Severin-Kirche in Schwefe bei Soest Auf ihrer Grabplatte, die sich im Kirchenschiff auf der Nordseite befunden haben soll, waren ursprünglich I Wappen angebracht, die aber infolge starker Verwitterung kaum noch gelesen werden konnten. Nur die Namen mtitterlicherseits mit ,,Grüter" und ,,Mengede'o deuten darauf hin, daß es sich hier um die Steinplatte der Helene Wilhelmine von Buddenbrock handeln muß. Von der Umschrift der Platte war noch lesbar: ,,,Anno 17M dert....ist die ....'o Die Abtissinnen und eine Zahl von Stiftsjungfrauen sind in der Kirche bestattet worden.ls 6. Johaqn,Heinrich Wilhelm Jobst von Buddenbrock. (geboren) getauft am 24. September 1707 auf Haus Altendorf. Die Paten waren: Hetr von Vogt aus dem Hause Rodenberg /Aplerbeclg Herr Jobst Adaln von Grtiter, Herr von Fresendorf vom Hause Opherdicke und das Frl. von der Recke vom Haus Reck aus Lerche bei Kamen.ls Seine Mutter Clara Anna Catharina muß sich mit dem Säugling deutlich länger als ein Jatr in Altendorf aufgehalten haben, denn ihre Magd Barbara empftingt am 07. November 1708 auf dem Hause Altendorf einen unehelichen Sohn mit Namea Johann Wilhelm. Iln Juni 1708 ist der Lakai der Frau von Buddenbrock auf dem Hause Altendori Michael Hond, l3jährig mit einigen anderen Mittätem von Unnaer Schützen verhaftet worden, weil sie in der Ruhr einige notwendige,,schlächte oder Schlaclrten" beseitigt hatten.l? Johann Heirrrich Wilhelm Jobst von Buddenbrock wurde in Berlin im Kadetlencorps erzogetr. 1724 ist er der Reitpage König Friedrich Wilhelm's 1.. 1729 ist er als Fähnrich beim Infanterieregiment von der Goltz (Nr. 15) ia das Heer eingetreten und begann seine Laufbahn al$ Berußoffizier. Ab29. Februar 1732 wurde er Adjudant des Kronprinzen Friedrich inNeuruppin. Er gehörte dem verfrauten Kreise von Rheinsberg und Ruppin an. Bei seiner Thronbesteigrrng 1740 ernannte ihn Friedrich der Große zum Major und zu seinem Flügeladjudanten, deren er damals vier haüe. kn August 1744 bekam er ein Grenadierbatallion und wurde an dessen Spitze in der Schlacht bei Hohenfriedeberg in Niederschlesien am 04. Juni 1745 schwer verwundet. Nach Friedensschluß kehrte er als Oberst in den Kreis des Königs zurück, wurde Generaladjudant und von 1750 bis 1754 Chef des Jägercorps zu Pferde.1753 wurde er anm Generalmaj or befr rdert. Als der siebenj?ihrige Krieg (1756 - 1763) ausbracho war Johann Heinrich Wilhelm Jobst von Buddenbrock durch seinen Gesundheltszustand - wahrscheinlich eine Augenschwäche - ver- hindert, am Krieg teilzunehmen. Er wurde daher zum Kommandanten von Brieg in Schlesien ernannt. Im November 1759 äbertrug ihm der König,,als deo zweifelsohne geeignesten Mann im Lande" die Oberaufsicht über die Kadettenanstalten, die unter seiner Leitung erheblich verbessert wurden Seit dem 1. Mäirz 1765 leitete er die *eue ,$,caddmie civile et militaire" als höhere Ritterakademie, die auf dem Kadettencorps aufbarte und deren Abgänger an95 Va in die preußische Armee eintraten. Das war der Begirm des sich wissenschaftlich bildenden Offiziers. 'Wesentliche Verdienste erwmb er sich durch eine am 01. Juli 1765 erlassene ,,In- 6

€ ,,.,,.i ':,i:, :E: struktion für die säimtlichen Professors und Lehrers", um das Unterrichtswesen des Kadettencorps zu optimieren 1767 wurde er zum Generalleutnant befrrdert. Er starb am27. November l78t m Berlin und wurde in der Gruft der dortigen Alten Garnisonkirche beigesetzt. Bei beiden Königen Preußens, denen Johann Heinrich Wilhehn Jobst von Buddenbrock gedient hat, stand er in hoher Gunst und Gnade, die ihm vielfach bewiesen wurden. Schon als Leutnant erhielt er.den Johanniterorden, dessen Senior und Commendator zu Werben er später wurde, und 1736 die Amtshaupünannschaft Brlgu, 1770 den großen Orden vom Schwarzen Adler, 1774 eine Jahreszulage von 1000 Talern. Nach dem Siebenjährigen Krieg schenlite ihm der König Geld um seine schlesischen Gäter Pläswitz, Zuckelniclq Johnsdorf und Metschkau im Kreise Striegau instand zu setzen, die er von seiner Stiefrrutter Beata Abigail, geb. von Siegroth und Schlawikart verwitw. von Nostiz, 1771 geerbt hatte. Sie umfaßten etwa 500 Hektar. Er stiftete aus ihnen am 21. Oktober 1779 das noch bis 1945 im Besitz der Familie von Buddenbrock befundene Fideicommiß Pläswitz.r8 Schloß Pläswitz Johann Heimich Wilhelm Jobst von Buddenbrock war viermal verheiratet: 1. Heirat am 24. Oktober 1740 mit Elisabeth Dorthee Juliane von Walmoden, geboren am 20. Mai l7l4 nr Braunschweig und gestorben am 10. Mäm 1767 zu Berlin, Tochter des Heinrich von Walmoden und der Lucia Ann4 geb. von GadenstäI" Elisabeth Dorothee Juliane war Hofdame bei der Ehefrau des Kronprinzen. Wegen ihrer Schönheit hatte sogar Kronprinz Friedrich ein Auge auf sie geworfen und sie auf Schloß Rheinsberg bei Berlin in den Jahren 1736139 umschwärmt. Sie gehörte, wie auch ihr späterer Mann, dort zum geselligen Kreis, der sich zum Tanzen, Spielen und Musizieren um den Kronprinzen versammelte. Sie wohnten zu der Zeit auch auf dem Schloß. 2. Heirat. Ettde 1767 mit der jängsten Tochter Louise Charlotte Maria des Generalfeldmarschalls Christoph Wilhelm von Kalkstein zu Ottlau" Kreis Marienwerder, ffid Knauten in Ostpreußen nnd der Christophera Eva Lucretia o geb Brandt von Lindau- Sie ist 1727 gehoren und bereits I Jahr nach der Hochzeit 1768 in Berlin gestorben. 3. Heirat. Im Jahr 1769 mit Charlotte Johanna von Wacknitz, die ebenfalls 1727 geboren war, aber schon im gleichen Jafu 1769 starb. Alle drei Frauen und der Generalfeldmarschall Christoph Wilhelm von Kalkstein (1759) sind in der Gruft in der Alten Garnisonskirche in Berlin bestattet worden. Da 1945 sowohl die Kirche als auch die Gnrften total zerstört waren" hat man die Gebeine gesammelt und in einem gemeinsamen Grab auf dem Stahnsdorfer Friedhof bei Berlin beigesetzt.

Dr. Heinz-Josef Horstschäfer - Geschichtswerkstatt Unna