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amz_2010_09

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Gaswerkstätten stellen

Gaswerkstätten stellen andere Anforderungen _ Für den Instandsetzungs- und Wartungsbereich von Autogasanlagen, also dem Gasumrüstarbeitsplatz und bei Arbeiten an Gasanlagen am Auto sind einige Anforderungen zu beachten. In Kfz-Werkstätten, wo an Fahrzeugen mit Gasanlagen arbeitet wird, gilt es die allgemeinen Regeln zum Arbeitsschutz zu beachten. Dabei kommt es darauf an, welche Arbeiten in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen durchgeführt werden. Ist bei Arbeiten an der Gasanlage nicht mit Sicherheit auszuschließen, dass Gas austritt, sind an diese Arbeitsbereiche spezielle Anforderungen zu stellen. Aufgrund der unterschiedlichen Dichte muss hier zwischen Arbeitsbereichen für Arbeiten an Erdgas, beziehungsweise Wasserstoff und Flüssiggas unterschieden werden. Im Erdgas-/Wasserstoff-Arbeitsbereich muss gut gelüftet werden, weshalb eine ausreichende Lüftung im Deckenbereich vorhanden sein muss, beispielsweise durch eine ausreichend große Dachluke oder ein Fenster direkt unter der Hallendecke. Wichtig ist, dass sich die Öffnung am höchsten Punkt der Decke befindet und vom Arbeitsplatz aus geöffnet werden kann. Sie sollte mit einem Lüfter versehen sein. Sind keine Dachluke und auch kein Fenster vorhanden, ist im oberen Deckenbereich eine technische Lüftung (Luftwechselrate von 3/h) vorzusehen. Luftwechselrate 3/h bedeutet hierbei, dass das gesamte Luftvolumen des abgetrennten Arbeitsbereiches dreimal pro Stunde ausgetauscht wird. Dies kann zum Beispiel durch das Öffnen der Werkstatttore erreicht werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass es tatsächlich zu einer Durchlüftung kommt, wie durch das Öffnen eines gegenüberliegenden Fensters. Für gewöhnlich wird dieser Luftvolumenstrom von bereits installierten stationären Abgasabsauganlagen erreicht. Für die Durchführung der Diesel-AU ist bereits ein Luftvolumenstrom von 600 Kubikmetern pro Stunde vorgeschrieben. Durchlüftung und Explosionsschutz sind wichtig In Arbeitsbereichen, in denen betriebsmäßig Gas freigesetzt werden kann, dürfen sich im oberen Deckenbereich, beziehungsweise über dem Fahrzeug keine Zündquellen befinden, die Temperaturen oberhalb der Zündtemperatur erzeugen. Bei diesen Zündquellen kann es sich beispielsweise um nicht explosionsgeschützte Leuchten oder Strahlungsheizungen handeln. Handleuchten müssen explosionsgeschützt ausgeführt sein. Bei Arbeiten an der Gasanlage sind nur explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel (zum Beispiel Akkuschrauber, Bohrmaschinen) zu verwenden. Gerade in größeren Werkstätten empfiehlt es sich, den Gasarbeitsbereich von der restlichen Werkstatt durch Trennwände oder Kunststoffvorhänge abzutrennen. Diese Abtrennungen müssen Luftver- Ist nicht sicher ausgeschlossen, dass bei der Arbeit an Gasanlagen Gas freigesetzt wird, dürfen diese Arbeiten nur im Arbeitsbereich für Gasanlagen durchgeführt werden. Foto: Rinn wirbelungen mit dem restlichen Werkstattbereich verhindern und dicht mit der Decke abschließen. Für Arbeitsbereiche, in denen Arbeiten an Flüssiggasanlagen durchgeführt werden, gilt: Sie dürfen nicht unter der Erdgleiche liegen, da sich ansonsten austretendes Flüssiggas ansammeln und entzünden könnte. Darüber hinaus dürfen sich in Flüssiggas- Arbeitsbereichen keine unbelüfteten Gruben, Kanäle, offene Kellerzugänge oder andere tiefer gelegene Räume befinden. Auch bei Arbeiten an Flüssiggasanlagen muss eine Luftwechselrate 3/h gewährleistet sein. Je nachdem, welche Arbeiten an Flüssiggasanlagen durchgeführt werden, sind weitergehende Anforderungen zu beachten. Arbeits-, Lager- und Entspannungs- Bereiche für Flüssiggas müssen oberhalb der Erdgleiche liegen. Foto: Richter Dies kann durch das Öffnen der Werkstatttore erreicht werden. Allerdings muss es dann tatsächlich zu einer Durchlüftung kommen. Nicht explosionsgeschützte Leuchten gehören an Flüssiggasarbeitsplätzen in den oberen Hallenbereich. Bei Arbeiten an der Flüssiggasanlage, bei denen Gas freiwerden können, sind ebenfalls nur explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel zu verwenden. Auch bei Flüssiggas empfiehlt es sich, den Gasarbeitsbereich von der restlichen Werkstatt abzutrennen, wobei die Abtrennung hier mit dem Boden abschließen muss. Ausgebaute Gasbehälter sollten nicht im allgemeinen Wartungs- und Instandsetzungsbereich gelagert werden, wenn sie nicht inertisiert wurden. Das heißt, zum Brand- und Explosionsschutz wurde der Tankinhalt durch Zugabe von Inertgas, wie Argon, Stickstoff und Kohlendioxid, nicht verdrängt, um eine explosionsfähige Atmosphäre zu vermeiden. Der Lagerbereich kann sich auch im Freien befinden und ist entsprechend zu kennzeichnen sowie zu sichern. jr. Leck-Such-Spray bedeutet Sicherheit bei Gasleitungen und Druckluftbremsen! Leck-Such-Spray bedeutet Energiesparen bei Druckluftleitungen und Armaturen! http://www.wobst.de amz - auto | motor | zubehör Nr. 9-2010 147

technik autogas Totaloperation am Selbstzünder _ Otto-Motoren auf Gasbetrieb umzurüsten ist kein Hexenwerk. Einen Selbstzünder dazu zu bringen, mit Flüssiggas zu laufen, dagegen ist sehr aufwändig. Wie eine solche Totaloperation aussieht, hat die amz-Redaktion bei BU Bücker & Essing in Lingen erfahren. B islang ließen sich nur Benzin- Motoren mit relativ überschaubarem Aufwand auf einen sparsamen und umweltschonenden Flüssiggas-Betrieb umrüsten. Besitzer von dieselbetriebenen Nutzfahrzeugen, die in der derzeit schwierigen Wirtschaftslage mit hohen Kraftstoffkosten und verschärften Umweltauflagen zu kämpfen haben, mussten bis vor kurzem noch „in die Röhre“ schauen. Seit geraumer Zeit lassen sich jedoch auch Dieselmotoren von Nutzfahrzeugen und Bussen umzurüsten: Dem zur BU Drive-Gruppe (www.bu-drive.de) gehörenden Motorenspezialisten BU Bücker & Essing im niedersächsischen Lingen ist es gelungen, einen Selbstzünder derart zu modifizieren und auf Fremdzündung umzubauen, so dass sich dieser mit Flüssiggas betreiben lässt. Diplom-Ingenieur Clemens Ortgies, Geschäftsführer der BU Bücker & Essing GmbH, hat der amz-Redaktion erklärt, was alles für eine solche „Geschlechtsumwandlung“ notwendig ist. 148 amz - auto | motor | zubehör Nr. 9-2010 Weniger Abgase, weniger Steuern, weniger Maut Das Umrüsten ist laut Ortgies nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich: Nach dem Umbau erfüllt das nur noch monovalent zu betreibende Fahrzeug die strenge EU-Abgasnorm EEV Klasse 1 und lässt sich damit die günstigste Schadstoffklasse einstufen. Die EEV-Norm beschreibt besonders umweltfreundliche Fahrzeuge und ist gegenwärtig der anspruchsvollste europäische Abgasstandard für Lkw und Busse. „Nach der Umrüstung übertreffen die Fahrzeuge die Abgasqualität der ab Oktober 2008 bei Lkw und Bussen für alle neuen Fahrzeugtypen gültige Euro- 5-Norm“, erklärt Ortgies. Damit eigne sich eine solche Umrüstung besonders für Fahrzeuge, die in Innenstädten und Umweltzonen zum Einsatz kommen, zudem fallen geringere Mautgebühren und Kfz-Steuern an. Doch bis zur Serienreife der Diesel-Gasumrüstung war laut Geschlechtsumwandlung: Für den Betrieb mit Flüssiggas muss der Selbstzünder umfangreich zu einem Fremdzündungsmotor umfunktioniert werden. Herzstück ist eine elektronisch gesteuerte, sequentielle Gaseinblasung (Pfeil). Foto: BU Drive Ortgies eine mehrjährige Forschungs- und Entwicklungsarbeit notwendig, an der unter anderem die Fachhochschulen Heide und Flensburg maßgeblich beteiligt waren. Seit kurzem ist die neuartige Antriebstechnologie nun serienreif und kann von den Motorenspezialisten bei BU Bücker & Essing umgesetzt werden. Komplexer Umbau Der Umbau ist anspruchsvoll, denn der selbstzündende Dieselmotor wird dabei quasi in einen flüssiggasbetriebenen Fremdzünder „umgewandelt“. Um dies zu bewerkstelligen mussten nicht nur viele Komponenten neu konstruiert werden, auch an den weiter verwendeten Teilen ist viel Arbeit notwendig. Die Lingener Motorenexperten schleifen unter anderem das Profil der Nockenwelle um, reduzieren durch Umarbeiten des Kolbenbrennraums die Verdichtung und setzen anstelle des Injektors mittels einer Spezialhülse eine Zündkerze ein. Zudem werden die Zylinderköpfe mit neuen Ventilführungen und harten Ventilsitzringen „gasfest“ gemacht. Kernelement ist allerdings eine zylindersequentielle, elektronisch gesteuerte Gaseinblasung mit eigenem Steuergerät und einer Spezialsoftware, welche pro Minute etwa 4000 Werte berechnet, um eine möglichst optimale Einspritzung zu gewährleisten. Derzeit ist ein Umrüsten der Sechs- Zylinder-V- und Reihen-Motoren von Mercedes-Benz für den Actros und den Citaro möglich. Laut Ortgies ist eine solche „Geschlechtsumwandlung“ überdies bei den Reihen-Sechs-Zylindern von MAN machbar. Die Reichweite mit einem 660 Liter Gas-Tank liegt bei rund 800 Kilometern, das Mehrgewicht im Vergleich zum Dieselmotor beträgt nur etwa 100 Kilogramm. Überschaubare Standzeit Die Modifikation eines Serienaggregats dauert laut Ortgies ungefähr drei Wochen. Für den gesamten Umbau, der von autorisierten Partnerwerkstätten vorgenommen wird, ist einschließlich dem Ein- und Ausbau des Aggregats inklusive der erforderlichen Nebenar-

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