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amz_2010_09

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Umrüstung erfordert

Umrüstung erfordert Kundenaufklärung _ Eine Kraftfahrzeug-Werkstatt, die ein Fahrzeug auf den Betrieb mit Flüssiggas umrüstet, muss den Kunden auf die notwendige regelmäßige Wartung des Motors hinweisen. D ie dritte Zivilkammer des Landgerichtes Stendal verurteilte eine Werkstatt zur Zahlung von Schadensersatz wegen dieser unterbliebenen Kundeninformation. (Aktenzeichen 23 O 437/07). Der Kläger suchte nach einer geeigneten Fachwerkstatt, um sein Fahrzeug, einen VW Phaeton V6, auf bivalenten Betrieb mit Benzin und Flüssiggas umrüsten zu lassen. Die beklagte Werkstatt unterbreitete dem Halter ein Angebot zum Einbau einer Flüssiggasanlage und empfahl den Einbau einer Anlage eines speziellen Herstellers sowie eines Muldentanks, einschließlich der Abnahme durch die Dekra. Bei einem Kilometerstand von 23.230 wurde das Fahrzeug im September 2004 umgerüstet. Fortan wurde der Wagen für die Dauer von knapp zwei Jahren mit Flüssiggas gefahren und legte 35.000 Kilometer zurück. Die erste Inspektion erfolgte durch die beklagte Werkstatt und die folgende durch den Bosch-Service. Mitte 2006 lief der Motor vorübergehend unruhig. Dies wiederholte sich in Phasen bis Anfang 2007. Eine Autowerkstatt stellte im April 2007 fest, dass am sechsten Zylinder keine Kompression vorhanden war. Eine andere Werkstatt stellte am sechsten Zylinder einen Ventilschaden fest. Die Ursache: Im Wagen des Klägers waren keine gasfesten, sondern weiche Ventilsitzringe eingebaut. Der Kläger behauptete: Dieser Schaden sei ursächlich zurückzuführen auf den Betrieb mit Flüssiggas, das bei der Verbrennung höhere Temperaturen erzeuge. Der VW Phaeton V6 sei für eine Umrüstung auf Flüssiggas nicht geeignet und der Umbau hätte nicht erfolgen dürfen. Für seine Entscheidung bediente sich das Gericht eines Sachverständigen für Kfz- Flüssiggasanlagen. In seinem Gutachten stellte der Sachverständige fest, dass die Ventile wegen der höheren Verbrennungstemperaturen durch den Flüssiggasbetrieb beschädigt wurden. Um diesen höheren Temperaturen vorzubeugen, muss im Flüssiggasbetrieb mit einem Luftmangel/Gasüberschuss gefahren werden – einem so genannten „fetten Gemisch“. Der Nachteil des Flüssiggases als Treibstoff ist unter anderem die fehlende Schmierfähigkeit des Gases. Durch das „fette Gemisch“ werden die Ventile besser geschmiert, da in dem Fall durch den Gasüberschuss mehr Gas in das Ventil gelangt. Die entsprechenden Daten für die Menge des Gasüberschusses werden beim Einbau auf einem Notebook gespeichert. Im hiesigen Fall sei versäumt worden, die Daten bezüglich des Einbaus computermäßig zu sichern. Bei regelmäßigen Wartungen muss das „fette Gemisch“ mit dem erforderlichen Anteil des Gasüberschusses kontrolliert werden. Diesen Vorgang bezeichnete der Sachverständige als ständige Korrektur. Zudem erläuterte er auch, gasfeste Ven- Mit dem Einbau einer Autogasanlage alleine ist es nicht getan, die Kraftfahrzeug-Werkstatt, die ein Fahrzeug auf den Betrieb mit Flüssiggas umrüstet, muss den Kunden auf die notwendige regelmäßige Wartung des Motors hinweisen. Foto: Rinn tilsitze gebe es in Deutschland nicht. Eine andere Möglichkeit, den thermischen Überlastungsschaden zu verhindern, sei eben das „fette Gemisch“ oder das Zuführen von Benzin im Hochlastbereich. Der Sachverständige hält eine Kontrolle nach 10.000 bis 15.000 Kilometern für erforderlich. Hierauf hat die Werkstatt den Kläger pflichtwidrig nicht hingewiesen. Eine Wartung nach jeweils 15.000 gefahrenen Kilometern erfolgte nicht. Die Folge war, dass die Ventile am 23. April 2007 nach 53.043 gefahrenen Kilometern verbrannt waren. „Die Beklagte hatte eine Hinweispflicht, da sie als autorisierte Fachwerkstatt gegenüber dem insoweit unkundigen Kläger über ein Fachwissen verfügte. Unerheblich ist, ob die Betreiber der gängigen Autogasanlagen vor dem Einbau einer solchen Anlage in den Wagen des Klägers warnten oder nicht. Die Beklagte hat mit dem Einbau der Anlage in das Gefüge des Motors eingegriffen, dadurch oblag es ihr, den veränderten Zustand zu überwachen. Zudem ist der Hersteller auch nicht gehalten, vor dem Einbau einer Autogasanlage zu warnen. Umgekehrt könnte sich die Beklagte allenfalls auf eine Freigabe seitens des Herstellers VW berufen, die jedoch unstreitig nicht vorliegt“, heißt es im Urteil. Hans Rosarius

technik autogas Keine halben Sachen _ Als Generalimporteur von BRC Gas Equipment Deutschland setzt man bei GasDrive auf Qualität und Qualifikation bei der Autogas-Nachrüstung und warnt vor schwarzen Schafen. A lle Fahrzeuge mit Benzinmotoren können prinzipiell auf den Betrieb mit komprimiertem Erdgas (CNG) oder Flüssiggas (LPG) nachgerüstet Die Firma GasDrive Technologies GmbH ist seit 2008 am neuen Standort in Altenhengstett und kann auf langjährige Erfahrung mit Fahrzeugnachrüstungen auf Gasbetrieb zurückblicken. 156 amz - auto | motor | zubehör Nr. 9-2010 werden. Weltweit werden mehr als zwölf Millionen Flüssiggasfahrzeuge und knapp zwei Millionen Erdgasfahrzeuge betrieben. Die überwiegende Anzahl der Gasfahrzeuge wurde nachträglich umgerüstet. „Eine technisch sinnvolle Autogasnachrüstung für Fahrzeuge ab Modelljahr 2001 kann jedoch nicht unter 2300 Euro angeboten werden. Von Billigumrüstungen für Neufahrzeuge rate ich tunlichst ab, weil entweder minderwertiges Material zum Einsatz kommt oder die Anlagen handwerklich minderwertig verbaut werden“, bringt es Florian Melber auf den Punkt. Er weiß, wovon er spricht, denn er ist Chef von GasDrive Technologies GmbH, hervorgegangen aus der Firma Florian Melber, Ingenieurbüro für Gasantriebe. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit Gasantrieben und startete seine Selbstständigkeit als Entwicklungsdienstleister für die Automobilwirtschaft. Im Jahre 2000 konnte er zusätzlich die exklusive Vertretung von BRC Gas Equipment der Firma M.T.M. S.r.l. in Deutschland übernehmen, worauf man in seinem Unternehmen stolz ist. Die Firma M.T.M. S.r.l. mit Sitz in Cherasco nahe Turin gilt als führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Gasantriebstechnik, insbesondere mit den BRC Gas Equipment- Anlagen, und setzt mehr als eine Million Gasanlagen pro Jahr um. Pro Monat werden dort an drei Fertigungsstandorten bis zu 28.000 Autogasanlagen in Neufahrzeuge eingebaut. Zu den Kunden, Durch langjährige Erfahrungen mit Fahrzeugnachrüstungen sowie der Mitarbeit in verschiedenen Arbeitskreisen der Gaswirtschaft und der Nähe zu den Entwicklungsabteilungen der Automobilwirtschaft ist man bei Gasdrive in der Lage, seine Kunden optimal und zukunftssicher in der Nachrüstung von Autogasanlagen zu beraten und zu betreuen. sprich Abnehmern, gehören heute zahlreiche Automobilhersteller wie Daimler AG, Ford Europa, der PSA Konzern, Hyundai, KIA, Subaru, GM, Chevrolet, MAN und weitere Fahrzeughersteller. Knowhow-Transfer von OEM zum Aftermarket Auch bei GasDrive Technologies als BRC- Generalimporteur gehen rund 5000 Autogas-Anlagen an die OEM und 15.000 in den Aftermarket. Insbesondere die fahrzeugspezifisch konfektionierten Gasanlagen nach ECE R115 erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Neben dem Stammsitz in Althengstett, wo man sich mit über 1200 Quadratmetern an Büro- , Werkstatt- und Lagerräumen sowie 16 Mitarbeitern für die Zukunft aufgestellt hat, kamen 2008 eine Niederlassung in Dippoldiswalde bei Dresden sowie zusätzliche Vertriebspartner hinzu. „Qualität und Service sind unsere höchsten Ziele. Alle unsere Kunden und Partnerumrüstbetriebe werden deshalb direkt von uns betreut und beliefert. Produkte von BRC, die für den deutschen Markt bestimmt sind, werden von uns gesondert als solche gekennzeichnet und registriert. BRC Gassysteme und Komponenten, die nicht direkt von uns zu unseren Kunden gelangen, kommen allesamt über Drittländer und nicht autorisierte Händler nach Deutschland. Diese Produkte entsprechen zum Teil in Ausführung und Qualität nicht den Produkten, wie sie für den deutschen Markt bestimmt sind“, warnt Melber. Allerdings bedauert er den drastischen Einbruch im Autogas-Nachrüstmarkt. „In 2008 haben wir etwa 14 Millionen Euro umgesetzt, in 2009 nicht mehr die Hälfte davon. Die Umrüstung ist vielerorts in Hinterhofbetriebe abgewandert, die mit Hilfe von Billigarbeitskräften aus Osteuropa qualitativ min-

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