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ückspiegel Schwäbischer Modellathlet im Turiner Maßanzug _ Vor fünfzig Jahren dominierte der Porsche Carrera Abarth die Renn- und Rallyeszene. Leider wurden nur 21 Fahrzeuge bis zum Produktionsende gebaut. Was macht ein hochbegabter österreichischer Konstrukteur, wenn er vom Drang nach ultimativer Perfektion übermannt wird? Er nimmt einen zweiten Österreicher an Bord, der genau so akribisch und detailversessen wie er selbst ans Werk geht. Wenn die beiden Partner Porsche und Abarth heißen, kann man davon ausgehen, dass das Ergebnis ihrer Kooperation aufhorchen lässt. Was im vorliegenden Fall durchaus wörtlich zu nehmen ist. Der Wiener Karl Abarth (1908 bis 1979), der sich in Turin so heimisch fühlte, dass er den Vornamen Carlo annahm, war 1946 Repräsentant der Porsche-Konstruktionen GmbH für Italien und hatte gemeinsam mit Ferdinand Porsche im Auftrag des Unternehmers Piero Dusio den legendären Grand-Prix-Rennwagen Cisitalia (1,5 Liter-Zwölfzylinder, 450 PS, Allradantrieb) gebaut, bevor er als Hersteller von leistungssteigerndenSportauspuffanlagen und Umbausätzen sein eigenes Unternehmen eröffnete. 1960 machte er abermals gemeinsame Sache mit Porsche. Das Ergebnis war eines der potentesten Sport-Coupés jener Jahre, der Porsche 356 B Carrera GTL Abarth. Unter Kennern gilt er noch heute sozusagen als Blaue Mauritius in der 356 B-Modellreihe. In Zuffenhausen gab es schon seit 1958 für Wettbewerbseinsätze eine leichtere Ausführung des Carrera GT, die dank Leichtmetallhauben und -türen sowie Plexiglasscheiben rund hundert Kilogramm weniger als das Serienmodell wog. In seinem Heck tat das berühmte Viernockenwellentriebwerk Dienst, das Professor Ernst Fuhrmann, der spätere Vorstandsvorsitzende, Mitte der fünfziger 186 amz - auto | motor | zubehör Nr. 9-2010 Jahre entwickelt hatte. Besondere Kennzeichen dieses aufwendig konstruierten Hochleistungsmotors mit dem Werkscode 547 waren je zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderreihe, die von Königswellen angetrieben wurden, eine rollengelagerte Hirth-Kurbelwelle, Trockensumpfschmierung mit acht Litern Ölinhalt, Doppelzündung und Zwölf-Volt- Bordnetz anstelle der üblichen Sechs- Volt-Anlage. Allein das Auswechseln der acht Zündkerzen in diesem High-Tech- Boxermotor soll der Legende nach so manchem Porsche-Mechaniker vor der Zeit zu grauen Haaren verholfen haben. Leichte, strömungsoptimierte Aluminiumkarosserie musste Im Spätsommer 1958 war der Carrera- Motor von 1,5 auf 1,6 Liter Hubraum aufgebohrt und die rollengelagerte Kurbelwelle durch ein Exemplar mit Gleitlagern ersetzt worden. Das neue Triebwerk (Werkscode: 692) leistete in der 356 B- Straßenversion 105 PS und im Carrera GT 115 PS bei 6500 Umdre- Der Carrera Abarth war nicht nur jeweils 13 Zentimeter kürzer und niedriger sowie zwölf Zentimeter schmaler als der Serien-Carrera, sondern mit einem Kampfgewicht von 778 Kilogramm auch 120 Kilogramm leichter, was ihm das ‚L‘ in der Typenbezeichnung GTL bescherte. Foto: Mayer hungen. 1959 erhielt Abarth von Porsche den Auftrag, für den Carrera eine leichte, strömungsoptimierte Aluminiumkarosserie zu entwickeln. Abarth nahm Kontakt zu Franco Scaglione auf, der bis 1952 für Bertone gearbeitet hatte, bevor er sich mit einem eigenen Designstudio selbständig machte. Auffälligstes Merkmal seines Entwurfs war die extrem große Motorhaube mit ihren 46 Luftschlitzen, die fast das komplette Fahrzeugheck abdeckte. Zur besseren Beatmung des luftgekühlten Vierzylinder-Boxers trug sie zusätzlich eine Lufthutze, die heutige Betrachter als Frühform eines Spoilers missdeuten könnten. Wegen der verbreiterten Motorhaube wurden die dem 356 B-Regal entnommenen tropfenförmigen Heckleuchten senkrecht statt waagerecht in die Kotflügel eingepasst – eine stilistisch scheußliche Lösung. Dank kompakter Außenmaße und geringen Gewichts war der Carrera Abarth sehr handlich, was ihn für Rallyes und Bergrennen prädestinierte. Je nach Einsatzzweck waren vier Getriebe mit unterschiedlichen Übersetzungsvarianten erhältlich. Mit dem infernalisch lauten Sebring-Endtopf stieg die Leistung von 115 auf 135 PS bei 7400 Umdrehungen, was in Kombination mit dem geringen Wagengewicht zu Fahrleistungen führte, die vor fünfzig Jahren fast als utopisch galten: 8,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 230 Höchstgeschwindigkeit. Der Carrera Abarth war damit das schnellste jemals gebaute Modell der Porsche 356-Baureihe. Nur 21 Fahrzeuge wurden bis zum Produktionsende gebaut Als Ende Februar das erste Fahrzeug in Zuffenhausen eintraf, standen betuchte Privatfahrer bereits Schlange vor dem Werkstor. Die ziemlich nachlässige Verarbeitung der Karosserie schreckte sie ebenso wenig wie der nach damaligen Maßstäben horrende Preis von 25.000 Mark, immerhin 4000 Mark mehr als der gleich motorisierte, jedoch deutlich schwerere 1600 GS Carrera GT. Nicht zuletzt der komplizierte Produktionsablauf mit Zwischenstationen in Turin und Mailand führte dazu, dass bis zum Produktionsende im Juni 1960 lediglich 21 Fahrzeuge gebaut wurden. Weil naturgemäß nicht jeder Pilot die hohe Kunst beherrschte, eine 230 Kilometer in der Stunde schnelle Heckschleuder auf trommelgebremsten Stahlrädern mit Schmalspur-reifen im Format 165 R 15 sicher ins Ziel zu bringen, hat neben einem der ehemaligen Werkswagen im Porsche-Museum lediglich eine Handvoll Exemplare überlebt. Ihre Exklusivität wird höchstens noch vom Wertzuwachs übertroffen: Aus den 25.000 D-Mark von einst sind inzwischen Eurobeträge weit im sechsstelligen Bereich geworden. Hans W. Mayer

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