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DAB Oktober 2012 - Architektenkammer Thüringen

DAB Oktober 2012 - Architektenkammer Thüringen

Thüringen Workshop 2: Pro Region Das Nebeneinander von Schrumpfungs- und Wachstumsräumen findet man auch in der Entwicklung der neuen Bundesländer. Räumliche Disparitäten sind sowohl auf städtischer als auch auf regionaler Ebene zu beobachten. Trotz stagnierendem Wirtschaftswachstum und Bevölkerungsrückgang stieg lange Zeit der Flächenverbrauch im unbesiedelten Bereich. Gleichzeitig fand eine Zunahme von Freiflächen im erschlossenen Räumen statt. Perforierter Siedlungsraum steht heute in Teilen durchsiedelter Landschaft gegenüber und bildet einen neuen Typ urbaner Landschaft. Die Konkurrenz zwischen Städten und Regionen wächst, der Druck, sich im globalen Netz zu positionieren, steigt. Städtenetze und regionale Kooperationen als Ausdruck einer Selbstorganisation von Teilräumen und Verantwortungsgemeinschaft, die über die administrative und traditionelle Ressortgrenzen hinausweist, gewinnen zunehmend an Gewicht. Was sind geeignete Strategien und Methoden, um regionale Profile zu entwickeln und sie als Basis einer Vernetzung und Arbeitsteilung von Stadt und Land zu verstehen? Was macht den Charakter einer Region aus? Identifikation setzt wahrnehmbare Grenzen voraus. Auch die Grenzen von Regionen sollten nachvollziehbar sein. Entwerferisches Handeln ist gefragt, das darauf zielt, räumliche Qualitäten zu entwickeln, Besonderheiten herauszuarbeiten und erlebbar zu machen. Der Entwurf als Ausdruck eines großräumigen Bildes kann hierbei regionale Kommunikationsprozesse befördern und helfen, verbale Ziele und abstrakte Leitbilder der Raumordnung zu übersetzen. Impulsvorträge (jeweils 15 bis 20 Minuten): u Region in räumlichen Bildern entwerfen Dipl.-Ing. Sigrun Langner, Landschaftsarchitektin, Station C 23, Leipzig u Der westliche Thüringer Wald - Eine Region entdeckt sich neu Dr.-Ing. Uwe Wilke, Stadtplanungsbüro Dr. Wilke, Erfurt Weitere Diskutanten: u Thomas Walter, Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr u Frank Steinwachs, ehemaliger Bürgermeister Zeulenroda-Triebes (angefragt) u Dr. Harald Kegler, Labor für Regionalplanung, Weimar/Dessau (angefragt) u N.N., Internationale Bauausstellung Thüringen GmbH Moderation: Dr. Heiko Voigt, Hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Sonneberg 38 DABregional | 10/12 Workshop 3: Landschaf(f)t Energie Die Entwicklung der Zivilisation ist untrennbar mit der Entwicklung der Energiesysteme verbunden. Die Erschließung fossiler Brennstoffe schuf die Voraussetzungen für die industrielle Revolution. Die Möglichkeit der Nutzung fossiler Energien allerorten machte den Weg frei für unbegrenztes Siedlungswachstum. Die Endlichkeit der fossilen Ressourcen sowie der Klimawandel führen zur Energiewende und dem Bestreben einer nachhaltigen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Welche Auswirkungen das neue Energiezeitalter auf unsere Lebensweisen und damit auch auf unsere Siedlungsformen und Städte, Landschaften und Regionen haben wird, ist in seiner gesamten Dimension noch nicht zu ermessen. Der geplante energetische Umbau zeigt sich bereits vielerorts in einer neuen Nutzung und Verwertung von Landschaft. Neue Formen der Energiegewinnung verändern die traditionellen Landschaftsbilder. Windfarmen, Solarplantagen, Kurzumtriebsflächen, Stromtrassen u.a. bilden einen neuen Typus von Produktionslandschaft, den es nicht nur technisch zu organisieren, sondern auch zu gestalten gilt. Die Fortschreibung der Energiewende hängt von zahlreichen Faktoren ab. Welche Möglichkeiten der Energiespeicherung wird es zukünftig geben? Welche Bedeutung werden dezentrale Erzeugungsszenarien erlangen? Welche technischen Entwicklungen verringern die Raumbedeutsamkeit bei der Produktion und beim Transport erneuerbarer Energien? Die Energiewende wird zweifelsfrei Zeichen setzen. Die mit ihr verbundenen Infrastrukturanlagen und Produktionsräume sind Herausforderung und Chance zugleich, neue Landschaftskonzepte zu entwerfen und sie als bereichernde Bausteine der Kulturlandschaft zu entwickeln. Impulsvorträge (jeweils 15 bis 20 Minuten): u Neue Energie für Thüringen – Zu den Ergebnissen der Potential analyse Prof. Dr.-Ing. Dieter Genske, Fachbereich Ingenieur wissenschaften, FH Nordhausen u Energiewende und Landschaftsbild – Unser Berufsstand ist gefordert Dipl.-Ing. Wolfram Stock, stock landschaftsarchitekten, Jena Weitere Diskutanten: u Dr. Martin Gude, Abteilungsleiter Energiepolitik, Technologie- und Forschungsförderung, Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie u Dr. Albrecht Broßmann, Bioenergieregion Thüringer Vogtland u Uta Keyser, Bauamt Sondershausen u Wolfgang Troeger, Geschäftsführer Stadtwerke Meiningen u Dipl.-Ing. Andreas Meißner, Architekt für Stadtplanung, Stadtplanungsbüro Meißner & Dumjahn, Nordhausen Moderation: Prof. Rolf Kuhn, ehemaliger Geschäftsführer Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land GmbH

Der eigene Garten: ein charaktervoller Freiraum! Ein Interview mit Landschaftsarchitekt Dr.-Ing. Erhard Kister Herr Dr. Kister, Sie sind Ehrenmitglied des bdla, wurden für Ihre Verdienste um die Landschaftsarchitektur, den Berufsstand und den bdla in den neuen Bundesländern geehrt. Sie beobachten seit geraumer Zeit einen „Kulturverlust“. Demnach spielt die Gartengestaltung bei der Planung vieler Wohnhäuser immer seltener eine Rolle. Können Sie Beispiele nennen? So merkwürdig es klingen mag, bei aller Materialvielfalt und spezialisiertem Technikeinsatz bleibt das gestalterische Niveau leider oftmals weit hinter der zu erwartenden Qualität zurück. Viele Bauherrn lassen sich vom Erscheinungsbild der einzelnen Bauelemente blenden, sie bemerken zu spät, dass das Zusammenspiel der toten und lebendigen Einsatzmittel nicht funktioniert und das alle zusammen nicht zum Haus mit seinem Erscheinungsbild passen wollen, also stilistischen Prinzipien widersprechen. Geradezu extrem stehen oft die Einfriedungen benachbarter Grundstücke zueinander, obwohl sie bei den meisten kleinen Grundstücken gleichzeitig die wichtigen Gartengestaltungselemente abgeben. Der neue Ringelberg liefert beinahe lehrbuchmäßig Beispiele dafür, was hätte vermieden werden können: Holz gegen Drahtzaun gegen Mauersteine unterschied- lichster Höhe – vom peinlichen Nebeneinander von Carports und Garagen gar nicht zu reden. Die Baumassenverteilung wird nach fünf Jahren vom heranwachsenden Grün verschluckt worden sein; ohne bauliche Dominante sind dann die grünen Schneisen und die Straßenbahngleise die einzige Orientierungshilfe. Welche Qualitäten gehen verloren? Man hat den Eindruck, dass die Honorarorientierung dazu führt, dass Beratungen der Bauherren durch den Architekten ausschließlich der Preisminimierung dienen. Dass gerade der Garten am Haus als unübersehbares Kulturobjekt wirkt, wird mit „dem bisschen Grün“ abgetan, das später immer noch nachgeholt werden kann. Bauträgergesellschaften und Baumärkte wirken vereint in die gleiche, falsche Richtung. Die alten Weisheiten, dass weniger oft mehr ist, und dass sich die Meisterschaft erst in der Zurückhaltung zeigt, sind anscheinend vergessen. War das früher anders? Wenn man damit die DDR-Zeit meint, war beinahe jede „Grüngestaltung“ in Wohngebieten zugleich öffentliches Grün. Einfriedungen waren verpönt, als nobler Ausweg gegen das Quer- Thüringen Im eigenen Grün: Landschaftsarchitekt Dr. Erhard Kister (Dritter von rechts) zu den Open Gardens 2008 beetlaufen wurden seit den 1970er Jahren die Schiefelbeinschen raumplastischen Betonelemente eingesetzt, die richtig verwendet, zeitlos erschienen. Der Drang zum privaten Garten wurde mit Hinweis auf die kontrollierten Kleingartenvereine abgetan. Aus hygienischer Sicht und für die Aufsichtsführung waren Schulen und Kindergärten eingefriedet. Der Gartenarchitekt wurde gleichberechtigt in den Vorplanungsprozess einbezogen. Welchen Stellenwert nimmt der Privatgarten heute ein? Bei Bauherren steht er ungebrochen hoch im Kurs. Bei leitenden Architekten und Bauträgern ist er zu oft und zu Unrecht das fünfte Rad am Wagen. Schlecht gestaltet bewirkt er im Wiederverkaufsfall schlechte Verkehrswerte, besonders bei Versteigerungen. Für Touristen und Besucher ist besonders der Vorgarten eine wichtige Visitenkarte. Leider sehen viele Bürger im mittleren Alter den Garten am Haus als zusätzliche Arbeitsaufgabe, die man nur deswegen leistet, damit die Familie nicht in die Kritik gerät. Fortsetzung: nächste Seite DABregional | 10/12 39

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