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DAB Oktober 2012 - Architektenkammer Thüringen

DAB Oktober 2012 - Architektenkammer Thüringen

Thüringen Wie kann die Bedeutung des Privatgartens wieder zunehmen? Durch Vorbildung der Bauherrenfamilien, durch fairen Wettbewerb und auch Beratung unter den Nachbarn. In Thüringen wirken sich die „Open Gardens“ immer positiver aus. Die Ausprägung und das Interesse der gesamten Gesellschaft sollte nach englischem Vorbild stärker vom Auto weg zum Hausgarten gelenkt werden. Das Nachhaltigkeits- und Ökologiedenken spielt im Hausgarten eine untergeordnete Rolle – global gesehen. Von langer Lebensdauer sollte aber auch der Hausgarten sein, die normative Nutzungszeit eines Wohnhauses kann er aber nicht erreichen. Zwölf bis 40 Jahre bei regelmäßiger Pflege sind kalkulierbar, eine sensible Gartenpflege unter Anleitung eines Landschaftsarchitekten vorausgesetzt. Was ist in der Ausbildung von Landschaftsarchitekten zu berücksichtigen? Bei aller Breitenausbildung muss der Hausgarten wieder den angemessenen Stellenwert im Lehrplan erhalten. Gartendesign und handwerkliche Grundsätze (Werkbund) bleiben das wesentliche Handwerkszeug für den Landschaftsarchitekten, der früher Gartenarchitekt hieß. Und er muss sich bewusst sein, dass er nicht alles selbst können muss, genau wie der Architekt, aber er wird derjenige bleiben, auf den sich die ganze Baugilde mit ihren biologischen und bodenkundlichen Fragen verlassen kann. Den eigenen Garten kann man nicht wie einen Teppich nachträglich kaufen und über bereits vorhandene Flächen ausbreiten. Warum muss die Gartengestaltung schon zu Beginn einer Planung Berücksichtigung finden? Die Infrastruktur, der Bodenmassenausgleich im Wohngebiet, die Bodenmodellierung auf dem Grundstück, also die Beherrschung der schiefen Ebene und der Waagerechten, die 40 DABregional | 10/12 Grundstücksentwässerung, nicht zuletzt der gezielte Kulturbodeneinsatz sind kaum noch im Nachhinein zu regulieren bzw. kostensparend einzusetzen. Die Baukosten steigen mitunter schleichend während eines Bauprozesses. Zum Schluss ist oft kein Geld mehr für den Garten da. Was empfehlen Sie, wie viel Prozent der Baukosten sind für die Gartengestaltung einzuplanen? Auf keinen Fall ist es mit drei bis fünf Prozent der Bausumme wie im komplexen Wohnungsbau der DDR getan. Realistischer sind fünf bis zehn Prozent. Hang- und Eckgrundstücke sind teurer. Den Ausschlag geben dabei unbestritten die Materialqualität (Natur- oder Werkstein) und handwerkliche Verarbeitung. Für die Pflanzungen hat man besonders weite Preisspannen einzukalkulieren. Wenn ein Grundstück sehr klein ist, worauf muss bei der Gartenplanung geachtet werden? Der Mensch bleibt auch hier das Maß aller Dinge. Man kann den Garten nicht verkleinern wie ein Uhrwerk! Es sind Prioritäten zu setzen. Im kleinsten Garten werden die Baumaterialauswahl und ihre handwerkliche Verarbeitung sehr wichtig. Die zu erwartende Dimension und die Schnelligkeit des Pflanzenwachstums werden zum ausschlaggebenden Kriterium. Rasenflächen sollte man sich prinzipiell verkneifen, groß werdende Bäume auch. Der Gehölzschnitt wird zur entscheidenden Frage. Mit wechselnder Sommerblumenbepflanzung und wechselnden Gräsern können herrliche Gärten gestaltet werden. Lassen sich mit Grüngestaltung Mängel im Zuschnitt des Grundstücks beheben? Wenn man die Gestaltungsprinzipien z. B. nach Hans Schiller 1952 beachtet und die Gehölze und Kleinarchitekturen des Nachbarn mit in den Entwurf einbezieht, lassen sich oft Weit- räumigkeit und Raumtiefe vortäuschen, für die man gar nicht bezahlt hat. Schwierige Flächenzuschnitte ergeben oft die interessantesten Gartenentwürfe. Wie kann man einen Garten kostengünstig und pflegeleicht anlegen und dieser trotzdem Ausdruck der Persönlichkeit sein? Zunächst sollte sich der Bauherr selbst als Persönlichkeit begreifen. Danach erst kann der Garten als charaktervoller Freiraum entstehen. Hier gilt ganz entschieden: In der Gestaltung ist das Billige nicht das Beste. Bei kleinen Grundstücken ist der Rasen überhaupt nicht pflegeleicht. Bodendeckstauden sind pflegeleichter und charaktervoller! Sogenannter Stäudchenrasen und Kleinblumenzwiebelflächen vor Gehölzen verbreiten ihr eigenes Flair und sind in der Anschaffung nicht teuer. Ihre Verbreitung vollzieht sich ohne unser Zutun, es braucht nur Geduld. Gibt es gesellschaftliche Tendenzen, die ein Mehr an Grün einfordern? Da bin ich mir nicht sicher. Glückliche Menschen wohnen auch in dicht bebauten Innenstädten. Im Hinblick auf die berüchtigte Bodenversiegelung möchte man gerne eine gegenläufige Tendenz herausfordern. Das können auch Siedlungsgebiete sein. Alte Reihenhausgebiete haben eine sehr intensive Pflanzenausstattung. Dachbegrünungen und modernes Fassadengrün tragen ein Übriges dazu bei. Baulückenbegrünungen sind als Interimslösungen vor allem eine optische Hilfe. Die Arbeiten der Naturschutzverbände, der Forstwirtschaftsbetriebe, aber auch der Kleingartenkolonien wirken tendenziell als nachhaltige Begrünungsmaßnahmen. Unsere Gärten haben da eher symbolische Bedeutung. Weil sie global gesehen viel zu klein sind, um ökologisch wirksam zu sein. Umso höher ist jedoch ihre Vorbildwirkung einzuschätzen. Interview: Björn Radermacher

Mutig und großzügig Ideen- und Realisierungswettbewerb der Stadt Apolda entschieden Bis zur Landesgartenschau in Apolda sind es noch fast fünf Jahre. Mit dem Ideen- und Realisierungswettbewerb zu den Bereichen Darrplatz und Melanchthonplatz wurde jedoch ein erster Grundstein für die geplante Stadtachse gelegt. „Alle sind Gewinner.“ Mit diesen Worten präsentierte Rüdiger Eisenbrand, Bürgermeister der Stadt Apolda und bekennender „Verfechter von Wettbewerben“, am 3. September 2012 die prämierten Entwürfe. Das Preisgericht habe es sich nicht leicht gemacht und sage und schreibe 13 Stunden getagt, führte er aus. Gesucht waren Lösungen für zwei sehr unterschiedliche Platzbereiche. Gegenstand waren sowohl die Frei- und Verkehrsanlagenplanung für öffentliche Straßen, Gassen und Plätze im Wettbewerbsgebiet (Realisierungsteil) als auch der städtebauliche Entwurf zur Neufassung des Darrplatzes, der Darrstraße und des Kreuzungsbereiches Dornburger Straße – Bernhardstraße (Ideenteil). An dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb nahmen insgesamt 20 Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitekten, Stadtplanern und Ingenieuren teil. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Hermann Brenner, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner aus Landshut, vergab jeweils einstimmig vier Preise und drei Anerkennungen und empfahl dem Auslober, das erstplatzierte Team mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen. 2. Preis: Landschaftsarchitektur+ Felix Holzapfel-Herziger, Hamburg/Düsterhöft – Architektur und Stadtplanung, Hamburg/ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung, Hamburg Anerkennungen 3. Preis: bbz landschaftsarchitekten, Berlin/ SCHULTZ Städtebau und Architektur, Berlin/ M + O Berlin GmbH, Berlin 1. Preis: pukland, Berlin/Katja von Dobschütz, Nürnberg/ LK Argus Kassel GmbH u WES & Partner Landschafts architekten, Berlin/yellow z urbanism architecture, Berlin/SHP Ingenieure, Hannover u ANNABAU Architektur und Landschaft, Berlin/UmbauStadt, Weimar/Schüßler-Plan mbH, Berlin u r + b landschaft s architektur, Dresden/Translocal Architecture GmbH, Bern/EVTI Ingenieur büro GmbH, Leipzig Thüringen 4. Preis: Landschaft planen + bauen GmbH, Berlin/urban essences, Berlin/HOFFMANN- LEICHTER Ingenieur GmbH, Berlin Visualisierungen der Entwürfe www.architekten-thueringen.de DABregional | 10/12 41

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