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Die Schunter bei Räbke

Die Schunter bei Räbke

Unser Weg führt uns nun

Unser Weg führt uns nun links weiter entlang der Schunter. Rechts können wir das erste Wehr sehen und den Anfang des Mühlengrabens. Nun ist der Pfad erstmal zu Ende und wir treffen auf den Mühlenweg und somit auch auf die Obermühle, die im 19. Jahrhundert als Holländische Papiermühle bezeichnet wurde. Sie arbeitete mit reinstem Wasser, auf das die Papiermacherei besonders angewiesen war. Auch technisch war die Mühle auf der Höhe: 1743 wird sie beschrieben als Dem Mühlenweg ins Dorf folgend kommt auch sofort im Anschluss die Köhler Mühle. Sie dient heute nur noch als Wohnhaus und beherbergt 2 Ferienwohnungen. Die Besitzerin hat den Garten parkähnlich gestaltet und lässt bei Führungen gerne mal hinein schauen. Hier biegen wir links ab und folgen einem Fußweg und dann der Strasse. … eine neue, dem Lande sehr nützliche Fabrique, weil sie so schönes besonderes und großes Schreib- und Druckpapier zu machen weiß, welches sich im ganzen Lande nicht hat finden lassen. Dort steht die alte Inselmühle, die auch Mittelmühle genannt wurde und eine weitere Papiermühle in Räbke war. Um 1750 heißt es von der Mittelmühle, dass sie der großen herzoglichen (und entsprechend privilegierten und mit Vergünstigungen aller Art versehenen!) zu Oker am Harz kaum nachstehe - und dies kurz vor ihrem beinahe legendären Aufstieg unter Scharschmidt, der

damals schon als einer der „führnehmsten Papiermacher" des Landes vom braunschweigischen Professor Zachariae zu technischen Versuchen zur „Hebung der inländischen Papierfabrikation" herangezogen wurde. Zachariae, vom Collegium Carolinum (Vorläufer der Universität) in Braunschweig, hatte dieserhalb im herzoglichen Auftrag die inländischen Papiermühlen bereist und musste den Räbker „rühmen", dass er es verstehe, ein Papier zu bereiten, welches selbst dem holländischen in nichts nachstehe. Leider ist bei ihr auch nicht mehr viel von einer Wassermühle erkennbar. Nur noch das alte Antriebsrad an der Hauswand erinnert an ihre Geschichte. Leider ist hier auch der Mühlengraben zugeschüttet worden, damit der Bauer auf dem Nachbargrundstück eine Lagerhalle bauen konnte. Ein paar Meter weiter gibt es einer Wasserzapfsäule die heute noch von den Bauern genutzt wird. Wenn wir dort die Schunter entlang schauen sehen wir eine Brücke. Dort halten sich gerne Forellen auf. Deshalb an dieser Stelle auch das „Angeln verboten“-Schild. Unser Weg führt uns aber nach links, die Hauptstrasse entlang und dann die nächste Strasse rechts in die Krugstrasse. In urkundlichen Erwähnungen wird Räbke 1205 als Ridepe, 1225 als Redepe, 1333 als Rideppe und 1399 als Redepke erwähnt. Der damalige Ortsname basiert auf dem Begriff rid-apa, was Rietwasser bedeutete. Das Riet steht dabei für Riede, womit ein kleiner Bach gemeint ist. Wahrscheinlich basiert die Benennung auf der Schunter. Durch die Lage an der Schunter war Räbke bereits seit dem 13. Jahrhundert ein bevorzugter Standort für Wassermühlen. 1939 führte das Mühlenkataster sieben Wassermühlen im Ort auf. Die Mühlen verweisen auf die große Vergangenheit des kleinen Dorfes in der Geschichte der Papierindustrie. Die damalige Universität in Helmstedt war bekannt für ihre umfangreiche Buchproduktion. In Folge dort auftretender Papierknappheit stellten sich die cleveren Räbker 1594 über Nacht auf die Herstellung von Papier um. Im 18. Jahrhundert waren allein vier Mühlen in dieser Branche tätig. Stolz trugen die Papiere das Wasserzeichen RAEPKE. Heute längst Vergangenheit. Die Krugstrasse sieht aus wie eine Sackgasse, eröffnet am Ende aber einen kleinen Weg und den Zugang zu einem weiteren Wehr. Zeitweise soll dieses sämtliches Wasser im Mühlgraben gehalten und die natürliche Schunter trocken gelegt haben.

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