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Die Schunter bei Räbke

Die Schunter bei Räbke

An Ende der

An Ende der Neisekenstrasse, welche zwischendrin nur ein Fußweg ist, treffen wir wieder auf die Schunter. An dieser Stelle stand früher die Ölmühle. Sie produzierte ausschließlich Leinöl. Nach ihrer aktiven Zeit wurde sie von einem Kohlenhändler genutzt. Unserer kleinen Gasse folgend treffen wir wieder auf die Hauptstrasse, die wir aber schnell wieder verlassen in dem wir in die Neisekenstrasse einbiegen. Dort treffen wir auf das alte Pfarrhaus, welches heute als Schule genutzt wird. Die alte Schule befindet sich übrigens genau gegen über und ist heute ein Wohnhaus (Nr. 119). Wer sich über die Hausnummer wundern sollte: Früher gab es keine Straßennamen und man gab den Häusern nur Nummern. Als die Straßennamen eingeführt wurden setzte man diese in Räbke einfach nur vor die alten Hausnummern und nummerierte nicht neu. Nun sind wir auch schon im Ortskern. Dieser ist ein Gesamtdenkmal. Alle Gebäude, Kanäle auf und um den Platz stehen unter Denkmalschutz. Deshalb steht hier auch recht unscheinbar noch das alte Waagenhaus. Es mutet eher einer Haltestelle an. Was vielleicht auch dadurch kommt, das diese direkt daneben ist. Es diente damals zum wiegen der Schweine und Getreidesäcke durch eine geeichte Waage um Betrügereien zu vermeiden. Wir nutzen hier die Schunter mal wieder als Wegweiser und treffen dadurch auf den Weg “An der Schafbarde”, der uns direkt zum Radschuppen der Mühle Liesebach führt. Die heutige Wassermühle Liesbach wurde am 14. September 1236 als Erbenzinsmühle des Klosters St. Ludgeri in Betrieb genommen. Sie stellt damit eine der ältesten Mühlen des Dorfes Räbke dar. Ursprünglich wurde sie mit nur einem Mahlgang betrieben. Diese Technik blieb bis 1864 annähernd unverändert. Zu dieser Zeit wurde die Mühle erheblich verbessert. Über ein gusseisernes Getriebe betrieb das oberschlächtige Wasserrad fortan zwei Mahlgänge.

Im Jahre 1905 kaufte der Müller Franz Liesebach die Wassermühle. Gleich nach der Übernahme ließ der neue Besitzer die Mühlentechnik aufwändig erneuern. Den Kern der Veränderung stellten ein neues Wasserrad aus Stahl (Durchmesser 3,65 m, Breite 1,25 m, 42 Schaufeln), zwei Walzenstühle, Elevatoren und neuzeitliche Sicht- und Reinigungsmaschinen dar. Zu Beginn der 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts hatte Richard Liesebach noch einige Großkunden. Bäckereien in der unmittelbaren Umgebung wurden mit Pferd und Wagen beliefert, das Weizen- Auszugsmehl "Elmgold" erfreute sich großer Beliebtheit. Im Gegensatz zu allen anderen Räbker Wassermühlen hat Richard Liesebach den Zustand fast unverändert bestehen lassen. Es gab lediglich bauliche Veränderungen am Dachstuhl und den Verkauf einer Mehlmischmaschine, alle anderen Subsysteme sind im Originalzustand vorhanden. Hier befinden wir uns am Radschuppen, auf der Rückseite, der Mühle. Dem Weg folgend kommen wir bald wieder an eine Strasse. Unser Weg geht nun rechts lang und die letzte Mühle, die Untere Mühle kreuzt unseren Weg. Auch sie ist nur noch ein Wohnhaus, doch erinnert hier noch ein alter Mahlstein im Vorgarten an ihre Geschichte. Wir biegen nun rechts in die “arme Reihe” ab und befinden uns ab jetzt auf dem Rückweg. Die Schunter begleitet wieder unseren Weg. 781 wird der Fluss als Schuntra erwähnt, 803 heißt er Scuntra. Der Name könnte auf das alt-slawische Wort Sukatora zurückzuführen sein, was bedeutet: mit vielen Winkeln, wohl ein Hinweis auf den windungsreichen Flussverlauf. Eine weitere Namensdeutung lässt sich auf das altnordische Wort scunda zurückführen. Dies bedeutet so viel wie: eilen, rasch fließen. Wir verlassen die Strasse am alten Schlachter und gehen einen kleinen Fußweg genannt „Zur Schanze“ entlang und stoßen auf die in ihrer Form so gar nicht den anderen in den umliegenden Dörfern ähnelnde St.-Stephani- Kirche. Die ursprüngliche Kirche wurde 1798 abgerissen und statt ihrer nach den Plänen des Braunschweiger Herzogs eine neue errichtet. Die Einweihung erfolgte am 29.11. 1801.

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