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Ausgabe 2.2012 - HKA: Spendeninformationen Hannoversche ...

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AUF DER BULT | Kinder-

AUF DER BULT | Kinder- und Jugendkrankenhaus Emotionale Wärme trotz Kälte-Therapie Jeder, der krank ist, möchte es warm, gemütlich und kuschelig haben. Wir alle sind davon überzeugt, dass das eine gute Voraussetzung ist, um gesund zu werden. Dies gilt für Neugeborene in besonderem Maße. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wurde belegt, dass Neugeborene und besonders auch Frühgeborene für eine gute Entwicklung eine wärmeneutrale Umgebung haben müssen, d. h. es sollte so warm sein, dass der Körper keine Anstrengung benötigt, um selbst eine normale Temperatur von 37° C zu halten. Entsprechend wurden Wärmebetten, Inkubatoren und vergleichbare hilfsmittel schon im 18. Jahrhundert erfunden. hier möchten wir Ihnen jetzt eine besondere Behandlung vorstellen, bei der genau das Gegenteil angestrebt wird, nämlich eine Körpertemperatur unserer kleinen Patienten zwischen 33 und 34° C. Wie die meisten von uns schon einmal gehört haben, ist es z. B. bei Ertrinkungsunfällen von großem Vorteil, wenn das Wasser besonders kalt war, da eine Wiederbelebung dann bessere Erfolgsaussichten hat. Das Kühlen des Körpers ist bei herzoperationen ebenfalls etabliert, um die Organe zu schützen, wenn für eine bestimmte Zeit ein Kreislaufstillstand notwendig ist. Der Vorteil der Unterkühlung liegt darin, dass während der Zeit der Unterkühlung alle Lebensvorgänge, insbesondere auch der Sauerstoffverbrauch und die Durchblutung u. a. des Gehirns, auf ein Minimum herabreguliert sind. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass dieser Mechanismus auch genutzt werden kann, wenn Neugeborene unter der Geburt einen Sauerstoffmangel erlitten haben, um die Auswirkungen auf das Gehirn zu mildern. Seit 2009 wird diese Behandlungsform auch am Kinder- und 4 | Vignette | 110 | 2.2012 Jugendkrankenhaus AUF DER BULT angewendet. Glücklicherweise benötigen nur etwa zehn Kinder pro Jahr eine solche Behandlung. hat ein Kind unter der Geburt einen schweren Sauerstoffmangel erlitten und musste entsprechend wiederbelebt werden, wird bereits in den ersten Minuten die Entscheidung gefällt, ob das Kind möglicherweise von einer Kälte-Therapie profitieren kann. hierzu gibt es einen Kriterienkatalog, der abgeprüft wird, woraufhin gegebenenfalls während der laufenden Maßnahmen die sonst übliche Wärmezufuhr, z. B. über heizstrahler, beendet wird. Ein Neugeborenes kühlt bereits bei normaler Zimmertemperatur, wenn es nackt auf einem Untersuchungstisch liegt, ohne zusätzliche Maßnahmen aus. Nach Ankunft auf unserer Station wird die Kühlung des kleinen Patienten durch eine spezielle wassergekühlte Matratze für drei Tage intensiv fortgeführt. Die Körpertemperatur wird fortlaufend gemessen und die Temperatur des Kühlsystems wenn nötig entsprechend reguliert. Daneben laufen selbstverständlich alle notwendigen intensivmedizinischen Maßnahmen weiter – das können künstliche Beatmung, Kreislaufunterstützung und künstliche Ernährung sein – und ebenso werden alle anderen auftretenden Probleme behandelt. Während dieser Zeit wird das Kind intensiv mit Monitoren inkl. einer kontinuierlichen überwachung der hirnströme überwacht. Aber wie geht es in dieser Situation dem Kind und natürlich auch seinen Eltern? Wenn man davon ausgeht, dass der Patient durch die hirnschädigung nicht tief komatös ist, wird er erleben, was in seiner Umgebung passiert. Sicher frieren die

Kinder, das sieht man u. a. auch am Kältezittern. hiergegen und ebenso zur allgemeinen Stressminderung wird routinemäßig Morphin verabreicht. Wichtig ist auch, dass eine gewisse Lärmabschirmung gegeben ist. Wir wünschen uns für die Kinder, dass so oft wie möglich eine Bezugsperson am Bett sitzen kann, die ihre hand auflegt, sanft streichelt, redet und singt und so emotionale „Wärme“ vermitteln kann. Neben der ärztlichen Tätigkeit spielt insbesondere auch die pflegerische Versorgung eine wichtige Rolle. Meist wird eine Schwester ausschließlich für ein so schwerkrankes Kind zuständig sein und betrachtet es als eine wichtige Aufgabe, es dem Kind neben der Erfüllung der medizinischen Maßnahmen auch „komfortabel“ zu machen. Dazu gehört die Lagerung, beispielsweise auch mit hilfe eines Kuscheltieres, das bereits von den Eltern von zu hause mitgebracht wurde. Alle notwendigen Maßnahmen werden möglichst auf das Befinden des Kindes abgestimmt, um trotz der Intensivtherapie auch Ruhe und Schlafphasen zu ermöglichen. Neben den medizinisch anspruchsvollen Aufgaben kümmert sich die Schwester auch intensiv um die Angehörigen. Neben den ärztlichen Gesprächen ist die Schwester die erste Person, bei der Kummer, Angst und Sorgen abgeladen werden. Niemand wird so oft danach gefragt, „ob wohl alles wieder gut werden wird“, wie die pflegende Schwester. Prof. Dr. Kattner, Chefärztin und Dr. Richter, Oberarzt Neonatologie 15 Jahre Perinatalzentrum Hannover Die Zahlen sind beeindruckend, die das Perinatalzentrum hannover Mitte März präsentieren konnte: Von 1997 bis 2012 wurden 3.715 neugeborene Kinder betreut, 614 von ihnen wogen dabei weniger als 1.500 Gramm. Das leichteste Neugeborene wog nur 395, das Schwerste 5.240 Gramm. 435 Zwillinge und 39 Drillinge brachten noch mehr Leben auf die Stationen in der henriettenstiftung in hannover-Kirchrode. Zum Jubiläum des Perinatalzentrums kamen viele ehemalige Neugeborene, um das Team aus Ärzten und Pflegekräften wiederzusehen. Neben der normalen Geburtshilfe gilt im Perinatalzentrum die besondere Aufmerksamkeit den sogenannten Risikoschwangerschaften. Schwangere Frauen mit Zuckerkrankheit, erhöhtem Blutdruck, erhöhtem Risiko einer Frühgeburt, in der Schwangerschaft auftretender kindlicher Wachstumsstörung sowie mit Mehrlingen schwangere Frauen finden hier im Team von Chefärztin Prof. Evelyn Kattner (Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT) und Chefarzt Prof. Ralf Schild (Frauenklinik der Diakonischen Dienste hannover) professionelle und emotionale Unterstützung. Prof. Dr. Kattner, Chefärztin Viele ehemalige Frühchen kamen zum 15. Jubiläum ins PNZ 5 | Vignette | 110 | 2.2012

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