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Ausgabe 2.2012 - HKA: Spendeninformationen Hannoversche ...

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AUF DER BULT | Kinder-

AUF DER BULT | Kinder- und Jugendkrankenhaus Aromatherapie AUF DER BULT In der Literatur zur Aromatherapie reicht die Bandbreite der Meinungen von „alles ist harmlos, da pflanzlich“ (als würden nicht einige der stärksten Gifte wie Blausäure und Strychnin aus Pflanzen hergestellt) bis hin zur übertriebenen Warnung, am besten gar nichts davon zu verwenden. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Die verwendeten Pflanzen, ihre Inhaltsstoffe und Wirkung werden einer eingehenden wissenschaftlichen Analyse unterzogen. Diese Untersuchungen helfen, der Aromatherapie einen Platz als seriöse, wirksame Be handlungsmethode zu sichern. Bei der Auswahl des Öls sollte auf Natürlichkeit und Qualität geachtet werden. Leider werden heute aus Kostengründen oft synthetische Öle angeboten, deren Wirkung eher schädlich ist. häufig werden dann allergische Reaktionen und Kopfschmerzen beobachtet. Die von uns im Kinder- und Jugendkrankenhaus auf Station verwendeten Öle aus der Kemptener Apotheke (netterweise bestellbar über „unsere“ Marienapotheke) sind alle laut anerkannter Qualität nach gaschromatographischer Prüfung hergestellt und somit naturrein. Zurzeit benutzen wir auf den Stationen folgende Öle: Lavendelöl 10 % bei Bronchitis, husten (lösend, entkrampfend) zur Entspannung, bei Stress und Unruhe Grapefruitöl bei Anorexie, Depression appetitanregend, stimmungsaufhellend, ausgleichend, daher ideal bei Pubertierenden, prämenstruellem Syndrom (PMS) Hans guck in die Luft bei schlechter Laune, Konzentrationsstörung beruhigend, stimmungsaufhellend 6 | Vignette | 110 | 2.2012 Geborgenheit bei heimweh, Frustration entspannend, psychisch stabilisierend Zur Anwendung in der Aromatherapie werden bei uns ein bis zwei Tropfen Öl auf einen Pur-Zellin-Tupfer gegeben, dieser wird dann im Zimmer (in der Nähe, allerdings außer Reichweite des Kindes) platziert. Oder wir benutzen die dafür angeschaffte Aromalampe. Beispiele aus der Praxis Am Abend wurde Julius mit seiner Mutter stationär wegen Commotio (Schädel-hirn-Trauma) und Verbrühung aufgenommen. Julius ist zehn Monate alt und hatte doppelt Unglück. Als er sich am Tisch hochziehen wollte, ist er umgefallen, hat sich den Kopf auf dem Fußboden angeschlagen. Gleichzeitig hat er die Kaffeetasse seiner Mutter mitgerissen und sich leicht verbrüht. Mutter und Kind waren beide aufgeregt und „von der Rolle“. In diesem Fall hat ein Lavendeltupfer für Entspannung gesorgt und die Situation entspannt. Bei harnverhalten und „warten auf einen Mittelstrahlurin“ hilft oft „hans guck in die Luft“. Auch bei heimweh haben wir sehr gute Erfahrung mit Aromaöl gemacht. hier haben wir dem achtjährigen Tim einen Tupfer mit „Geborgenheit“ gegeben. Der Duft und die Zuwendung haben rasch gewirkt, Tim konnte entspannt einschlafen. „Aromatherapie ist eine Aufforderung an uns selber und unsere kleinen und großen Patienten etwas gutes zu tun: Zeitgeschenk, liebevolle Berührung & Aufmerksamkeit“ Simone Strohschein, Station KJM III, Naturheilkunde AG

AUF DER BULT | Sozialpädiatrisches Zentrum Auch bei extrem kleinen Frühgeborenen ist der mütterliche Bildungsgrad der entscheidende Faktor für die Entwicklung! Bislang wurden bei extrem kleinen Frühgeborenen die medizinischen Faktoren während der intensivmedizinischen Behandlung und die biologischen Risiken der Kinder als entscheidende Einflussgrößen für die spätere Entwicklung angesehen. Als extrem kleines Frühgeborenes gilt ein Kind mit weniger als 1.000 Gramm Gewicht bei der Geburt. Diese Kinder sind meist zwölf bis 16 Wochen zu früh auf die Welt gekommen und haben oftmals schon eine hirnblutung erlitten, müssen maschinell beatmet und/oder über eine mehrwöchige Dauer künstlich ernährt werden. Im Vordergrund standen die medizinischen Gegebenheiten – das familiäre Bildungsniveau hielt man hingegen bei diesen „Risikokindern“ für einen nachrangigen Faktor. Kinderärzte und Psychologen des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) konnten jetzt zeigen, dass auch extrem kleine Frühchen deutlich bessere Entwicklungschancen haben, wenn ihre Mütter ein hohes Bildungs- und Ausbildungsniveau (Fachhochschulreife) hatten. Das beweist eine Nachuntersuchung der Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren. Die Kinder waren seltener behindert, sie besuchten häufiger eine normale Schule und zeigten deutlich bessere kognitive Leistungen im Intelligenztest als Kinder, deren Mütter eine weniger gute Ausbildung vorzuweisen hatten. Von den 200 extrem kleinen Frühgeborenen, die zwischen 1993 und 1998 im Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT behandelt worden waren, überlebten immerhin 86 Prozent. 16 Prozent dieser Frühgeborenen waren jedoch behindert, hatten entweder eine spastische Bewegungsstörung oder eine geistige Behinderung. Damit wird das hohe Risiko für diese Kinder sehr deutlich. Der hannoverschen Frühgeborenen-Langzeitstudie gelang es, 148 dieser Frühgeborenen bis zum Ende des Grundschulalters nachzuuntersuchen. 70 Prozent der ehemaligen Frühchen, deren Mütter ein hohes Bildungsniveau aufweisen, waren im Alter von zehn Jahren geistig und körperlich normal entwickelt und besuchten eine Regelschule im Unterschied zu nur 35 Prozent der Vergleichsgruppe mit niedrigem mütterlichen Bildungsstand. Auch beim Intelligenzquotienten waren die Schulkinder aus den Familien mit hoher Bildung im Vorteil, denn 80 Prozent von ihnen hatten einen IQ im Normalbereich, während es in der Vergleichsgruppe nur 45 Prozent waren. In weiteren statistischen Analysen zeigte sich, dass das Risiko für extrem kleine Frühgeborene, im Alter von zehn Jahren einen unterdurchschnittlichen IQ-Wert aufzuweisen, um mehr als das Zwanzigfache erhöht ist, wenn das Kind in einer Familie mit niedrigem Ausbildungsstand aufwächst. Eine schwere hirnblutung, die ein bekannter medizinischer Risikofaktor ist, war dagegen nur mit siebenfach erhöhtem Risiko verbunden. Im Alter von sechs bis zehn Jahren wurde der Unterschied in der Entwicklung intellektueller Fertigkeiten immer deutlicher. Die gewonnenen Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit spezieller Unterstützung von Familien mit niedrigem Bildungsstand bei der Erziehung und Förderung ihrer extrem früh geborenen Kinder, damit mehr dieser Risikokinder bessere Entwicklungs- und Bildungschancen haben. Dr. Wolfgang Voss, Oberarzt SPZ Info: Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Acta Paediatrica“ erschienen. 7 | Vignette | 110 | 2.2012

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