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Green Champions

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40 Warmlaufen Phase 2

40 Warmlaufen Phase 2 Für eine umweltfreundliche Sportstätte sind sowohl Planung und Bau als auch der spätere Betrieb die entscheidenden Faktoren. Generell gilt: | Die Weichen für den umweltfreundlichen Betrieb einer Sportstätte werden bei Planung und Bau der Anlage gestellt. | Umweltschutzmaßnahmen können umso besser umgesetzt werden, wenn sie frühzeitig und sorgfältig geplant werden. | Der Spielraum für Maßnahmen ist bei Neubauten und temporären Bauten in der Regel größer als bei Umbau oder Erweiterung bestehender Sportstätten. | Auch für bestehende Anlagen gibt es erhebliche Potenziale in bestimmten Umweltbereichen wie Energie und Wasser. Green Champions Phase 2 (Nach)-Nutzungskonzept Bedarfsprüfung Neubau Umbau/Modernisierung Temporäre Bauten bei unsicherer Nachnutzung Standortwahl nach ökologischen Kriterien Kein Geld für Umweltschutz? Dieses Argument sticht selten. Wenn bei knappen Kassen lieber am Umweltschutz statt an anderer Stelle gespart wird, rächt sich das häufig beim späteren Betrieb der Sportstätten: Betreiber müssen sich über Jahrzehnte mit unnötig hohen Energie- und Wasserkosten auseinandersetzen. Kosten, die durch vergleichsweise niedrige Investitionen in Effizienztechnologien beim Bau der Anlagen deutlich reduziert werden können. Generell ist eine Veranstaltung ein guter Anlass, um fällige Modernisierungsarbeiten an einer Sportstätte umzusetzen. Ebenso kann sie Impuls sein, um vorbildliche Maßnahmen zur Emissionsminderung oder zum Schutz von Natur und Landschaft zu realisieren. Um die Kosten zu schultern, wurden in der Vergangenheit alternative Modelle entwickelt. Beim so genannten Contracting deckt ein Unternehmen seine Investitionen für Techniken beispielsweise zum Wasser- oder Energiesparen über die langfristig eingesparten Wasser- und Energiekosten. Eine weitere Option ist die Finanzierung von einzelnen Maßnahmen durch Sponsoren oder direkt durch den Hersteller von entsprechenden Produkten und Anlagen. Firmen können sich auf diesem Weg Schematische Vorgehensweise bei der Planung einer Sportstätte Prüfung von Größe und Ausstattung einen Markt erschließen und die Veranstaltung gleichzeitig für die eigene Imagepflege nutzen. Sollen Umweltaspekte bei Bau oder Umbau der Sportstätten berücksichtigt werden, müssen entsprechende Vorgaben in den Ausschreibungsunterlagen verbindlich verankert werden. Wenn in der Ausschreibung z. B. Wasser sparende Armaturen, Energiesparlampen oder Heizungen mit hohem Wirkungsgrad vereinbart sind, sind sie wesentlich leichter zu realisieren. Umweltkriterien bei der Ausschreibung legen damit die Grundlage für einen umweltfreundlichen Betrieb der Sportstätte. Neben den baurechtlichen Genehmigungen sind je nach Größe und Lage zu natursensiblen Räumen beim Neubau bzw. bei der Erweiterung von Sportstätten auch umwelt- und naturschutzrechtliche Regelungen zu beachten. Es ist nicht möglich, ohne genaue Kenntnis des Bauvorhabens anzugeben, welche rechtlichen Regelungen genau zu berücksichtigen sind. In der folgenden Tabelle sind für den naturschutzrechtlichen Bereich Regelungen aufgeführt, die für den Bau oder die Erweiterung von Sportstätten potentiell berücksichtigt werden müssen. In Ergänzung zu den naturschutzrechtlichen Regelungen sind auch umweltrechtliche Regelungen zu berücksichtigen. Hierbei sind insbesondere die Vorgaben der Energieeinsparverordnung zu beachten. Umweltfreundliche Bauplanung Konstruktion/Umwelttechnik

Green Champions Phase 2 Übersicht Naturschutzrechtliche Regelungen für Bau bzw. Erweiterung von Sportstätten Gesetz Geltungsbereich Bedeutung für das Vorhaben 1. Baugenehmigungsverfahren BauGB, BNatSchG, Landesbaugesetze,Landesnaturschutzgesetze Eventuell notwendig: LandschaftspflegerischerBegleitplan (LPB) Grünordnungsplan 2. Planfeststellungsverfahren Verwaltungs- verfahrens- gesetz (VwVfG) Errichtung, Nutzung, Unterhaltung und Änderung von Sportstätten, auch temporärer Bauten Geprüft wird die Vereinbarkeit des Vorhabens mit sämtlichen öffentlich-rechtlichen Vorschriften, auch solchen des Umweltschutzes. Erforderlich ist die Einhaltung aller Rechtsvorschriften; eine eventuelle Genehmigungsfreiheit entbindet nicht von der Beachtung der gesetzlichen Anforderungen. s. o. Der LBP ist der eigenständige Fachbeitrag zu einem Vorhaben, das nach den Landesnaturschutzgesetzen einen Eingriff in Umwelt und Landschaft darstellt. s. o. Der Grünordnungsplan konkretisiert die Vorgaben des Landschaftsplans und bildet die ökologische Grundlage für den Bebauungsplan. Umsetzung größerer Projekte (übergeordneter raumbedeutsamer Fachplanungen) 3. Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG, Landesgesetze) 4. FFH-Verträglichkeitsprüfung BNatSchG, Landesgesetze Ist bei raumbedeutenden Vorhaben durchzuführen, bei denen erhebliche Eingriffe in die Umwelt zu erwarten sind Bei Vorhaben in oder um Natura 2000 Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebiete) Die Planfeststellung integriert alle weiteren behördlichen Entscheidungen. Sie ist bei normalen Bauvorhaben nicht anzuwenden, sondern muss durch spezial-gesetzliche Rechtsvorschrift angeordnet werden (betrifft z. B. Motorsportanlagen, Liftanlagen). Die UVP umfasst die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der voraussichtlich erheblichen Auswirkungen eines Vorhabens auf Menschen, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft – einschließlich der jeweiligen Wechselwirkungen – sowie auf Kultur- und sonstige Sachgüter. Geprüft wird die Vereinbarkeit der Pläne und Projekte mit den Zielen zur Erhaltung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes des Gebietes. Beeinträchtigungen, die die Ziele erheblich gefährden, sind unzulässig. 41